Weichholzfaserplatten ohne Gift?

16.11.2010



Hallo , kennjemand einen Hersteller, der Weichholzfaserplatten nur auf Ligninbasis gebunden herstellt?

Gutex Homatherm Steico etc bieten Ihre Produkte alle nur mit Polyolefin als Bindemittel und mit Amonniumphosphat an. welches ja ein recht bedenklicher Stoff ist.

Falls mir jmd einen Hersteller nennen könnte ohne diesen Zusatzstoffe .

Mfg Chris



Was sagt denn pavatex.de ?



Soweit ich weiß haben die ein etwas anderes Herstellungsverfahren als die schon benannten.

Grüße aus Koblenz Gerd



was ist daran recht bedenklich?



Polyolefine ist ein Oberbegriff für eine große Gruppe von Kunststoffen ohne Aromaten, Chlor und Fluor, also reine langkettige Kohlenwasserstoffverbindungen mit einer Doppelbindung, zum Beispiel Polyethylen. Ein Großteil der Plastiktüten und auch Lebensmittelverpackungen dürfte hieraus hergestellt werden.

Ammoniumphospaht ist auch nicht bedenklich.

Phosphat gibts kiloweise im Körper, wir nehmen jeden Tag knapp ein Gramm davon auf (Vollkornbrot, Milch, Käse, Fleisch, Bier..., alles was gesund ist)
Und Ammonium ist eine Stickstoff-Verbindung die im Körper in größeren Mengen anfällt (Abbau von Eiweiß, Aktivität der Darmbakterien) und nur dann gifig sein kann, wenn unsere Leber durch andere 'echte' Gifte einen schweren Schaden bekommen hat und das Ammoniuum / Ammoniak nicht weiter Verarbeiten kann (Endprodukt Harnstoff).
Übrigens enthält Lakritze eine große Menge Ammonium.

So weit ich weiß, wird Ammoniumphosphat als 'reizend' ausgewiesen. Reizend ist ein Stoff dann, wenn er auf einem rasierten Kanninchenrücken eine entzündliche Reaktion hervorruft. Mach das mal mit dem vielgelobten Kalk oder googel mach nach Chromat und Zement. Von den vielen anderen Baustoffen, die oft nicht vollständig deklariert sind ganz zu schweigen.

Ich glaube wenn diese Weichholzfaserplatten nur das enthalten, was Du aufgeführt hast, könntes Du sie zur Not essen, da wär' in dem Ketchup, das Du dazu brauchst, mehr Gift drin.

Guten Appetit wünscht

Götz



Das klingt so als wüßtest DU wovon Du sprichst.



Ich habe eben nur nach den beiden angegebenen Inhaltsstoffen gegoogelt und bin so drauf gekommen.

Mir war es so, dass es auch Platten gibt die ohne diese Zusätze auskommen....





bin Medizinmann



GEhlerding



Danke an dein Fachwissen, das macht die Runde hier so interessant. Damit ist zwar die Frage noch nicht beantwortet, aber es beweist mal wieder, das gefährlich klingende Begriffe durchaus im Alltag vorkommen, der vorsichtige Bauherr dem Baumaterial grundsätzlich misstraut und doch jeden Tag ins Büro fährt auf gefärbten Stoffbezügen im lackierten Auto mit kurzen Hosen und Klimaanlage, deren Wartung schon längst fällig wäre :-)) ...



irgendwie klingt das trotzdem nicht soo gut...



siehe :

http://www.gifte.de/Chemikalien/ammoniumphosphat.htm

und auch Pavatex macht die Flex matten mit diesen Inhaltsstoffen. Ich hatte schon mit einem Homatherm vertreter gesprochen, er ließ Durchblicken, dass sämtliche Flexprodukte aus Whf aus den selben Bestandteilen bestehen.



Wie soll denn ...



...die Flexibilität zustandekommen, wenn nicht mit Kunststoffen oder Kautschuk?

Muß es überhaupt so flexibel sein? Holzweichfaserplatten wie die DOSER N sind ligningebunden, aber eben etwas fester: Rohdichte 0,25.

Grüße

Thomas





wie die auf der Gifte Seite darauf kommen, dass es bereits bei 20 ° zu einer toxischen Kontamination der Luft käme, ist leider nicht angegeben. Was für einen Sinn würde es machen einen Baustoff mit einer Substanz zu imprägnieren (es geht wohl um Flammschutz), der sich bei Zimmertemperatur in ihre Einzelteile zerlegt, insbesondere, wenn man die Patten zuammen mit einer Wandheizung einbaut.
Ich habe nochmal versucht Sicherheitsdaten von dem Zeugs zu googeln,da findet man nirgendwo einen solchen Hinweis. Es zersetzt sich bei 155 °, dann entstehen allerdings Stoffe, die man nicht so gerne einatmen möchte (Neben Ammoniak auch Stickoxide). wenn deine Dämmung allerdings schon 155 ° warm ist wirst Du eher ein anderes Problem haben.
Die LD50 (Letale Dosis 50%) berägt bei Ratten 6500 mg/kg, d.h. wenn du einhundert Ratten mit dem Zeugs fütterst, brauchst Du für jedes Kilo Ratte 6,5 g Ammoniumphosphat, bis die Hälfte der Tiere von und gegangen ist. (Ja, so denken die Toxikologen wirklich).

Was ich sagen will ist, dass die genannten Zusatzstoffe sicher ihren Sinn haben, nämlich Flammschutz und Stabilität der Platte, damit sie nicht zerbröselt. Egentlich sind es ja nur gepresste Holzfasern. Wer sich mal mit Pellets beschäftigt hat, der weiss, dass diese bei Feuchtigket sehr gerne in Staub zerfallen. Die Gefährdung, die bei vernünftger Nutzung des Materials hiervon ausgeht, dürfte nahe null sein. Ich finde, das ist ein vernünftiger Baustoff. Ob es noch vernünftigere gibt, entzieht sich meiner Kenntnis.
Wir wollen das Zeug nicht essen oder uns nackig drauflegen, und es hat auch keiner verboten bei der Verarbeitung Handschuhe anzuziehen und zu lüften.

Nur Mut

wünscht Götz



wie



wäre es denn mit einer ordinären HW-Platte ? Leider hast Du keinen Verwendungszweck angegeben.