Welche Holzfaserplatte und welches Rohr für Wandheizung?

08.08.2013 abneustadt



Moin,
nachdem mir hier beim letzten mal schon so gut zum Aufbau geholfen werden konnte. Wird es jetzt konkret.

Hier habe ich viel gelesen über WEM-Wandheizungen. Unser Heizungsbauer schwört jetzt auf Uponor. Macht das einen Unterschied?
In beiden Fällen wäre es 16x2 Rohr? Bin jetzt etwas überfordert mit der Auswahl.

Bezüglich der Platten: Welcher Hersteller welche Platte? Ich bin erschlagen von der Auswahl. Es soll 50mm Platte verwendet werden. Ich denke Nut+Feder braucht man nicht oder? Ich hätte die mit stumpfer Kante genommen. Reicht es wenn man die Stöße überputzt mit Lehm oder müssen die verklebt werden? Einige Hersteller schreiben etwas von Vorstreichflüssigkeit??? Womit gibt es gute Erfahrungen?

Zum Putz: Viel Gutes habe ich über Claytecunterputz gelesen. Ist der sein geld wert? Kriegt man den gut im Betonmischer angerührt? Gibt es bessere Alternativen?

Viele Fragen, ich denke man merkt das Angebot überfordert mich ein wenig...

Würde mich freuen, wenn Ihr mir helfen könntet!
Leider gucken mich bisher in der Gegend die Leute eher komisch an bei unserem Vorhaben und fragen warum ich nicht einfach Glaswolle und Rigips nehme... ZumGlück kennt sich unser Heizungsbauer schon ein wenig mit Wandheizung aus, allerdings nur im Neubau, daher ist die Dämmung für ihn auch Neuland.

Viele Grüße
André





Hallo,

Sie können Weichfaserplatten von jedem namhaften Hersteller nehmen.
Für Heizungen nehme ich gerne ROTH, auch weil die einen guten Ingenieurservice haben. Die anderen müssen nicht schlechter sein.
N+F nutzt Ihnen dann nicht, wenn Sie einen gewissen Anteil an Zuschnitten haben.
Die weitere Behandlung nach dem Verlegen der Heizung richtet sich nach Ihrem Grundsystem
a) Lehm
oder
b) Kalk.

Mit Lehm hab ich auf Heizung noch nie gearbeitet; dehalb zum Kalk nur die Empfehlung mit einem normalen Vorspritz
zu arbeiten-.

Grüße



Hersteller...



von MKV-Rohr gibt nur sehr wenige, Anbieter zu Dutzenden... ergo ist das Rohr meistens ein OEM-Produkt annähernd gleicher Qualität, wenn nicht sogar identisch, zumindest bei Markenanbietern. Es ist wirklich ziemlich egal, ob da nun Roth, Uponor oder WEM oder wasweißich draufsteht... auch die Farbe ist unwichtig, das gehört zum CI...

Das man bei einer Internet-Recherche zum Thema "Wandheizung" eher früher als später bei WEM landet, hat in erster Linie etwas mit der Inhaberschaft der domains "wandheizung.de" und "wandheizung.com" zu tun.

Ich würde N+F vorziehen, da Wärmebrücken reduziert werden. Bitte in diesem Zusammenhang Fensterlaibungen und Wand-/Deckenanschlüsse nicht vergessen!

MfG,
sh



Wandheizung



Hallo Andre,

ich habe selbst eine Wandheizung von UPNOR, aber nur deshalb weil mein Heizungmonteuer damit Erfahrung hatte. Beide Vorredner haben schon gute Infos gegeben.
Meine Info soll den praktischen Teil übernehmen:

Bei den HF Platten solltest Du N+F nehmen und diese in Lehm an die Wand pressen. Dann hält nicht nur der Lehm sondern auch die N+F. Pavadendro Innendämm Platten habe ich genommen. Ging gut.

Da diese Platten ziemlich glatt sind darfst Du nicht den Unterputz (Haftkleber) vergessen, den Du vor anbringen der WH auftragen musst, sonst hält anschließend der Putz nicht auf den Platten. -> Bei Claytec "Haftkleber" oder so ähnlich. Googlen....

Danach kommen die Schienen an die Wand. Dabei dran denken wo Bilder, Schränke, aber auch Fußleisten etc. hinkommen sollen. Also nicht so hoch aber auch nicht bis ganz zum Fußboden....

Jetzt fängt der Spaß erst an:

Mein Heizungsmonteur riet mir zu zweit die Rohre zu verlegen. Ich lächelte nur.... (das schaff' ich alleine...)
Von wegen, ich habe einen Freund gebeten nur die Rohre in der Hand zu halten. Er machte nichts anderen als sich um sich selbst zu drehen und die aufgerollten Rohre etwas zu begradingen. Denn zum anbringen der Rohre braucht's ein SEHR gutes Frühstück. Das war wirklich schwer, mit schmackes habe ich dann die Rohre in die Leisten gebracht, das biegen oben und unten wollte auch erst mal gelernt sein.
Dabei drauf achten, dass in der Biegung keine Verängung entsteht. Wenn doch mal, dann den Heißluftföhn nehmen und mal draufhalten.

Drauf achten, dass die Zimmer nicht mit 100 m bestückt werden. Lieber 2 x 50 m oder weniger...

Das Ganze kann dann mit Lehm oder Kalk eingeputz werden. Super wenn alles fertig ist. Macht eine hervorragende Wärme.

Viel Erfolg!

Beste Grüße Markus





Noch ein paar praktische Hinweise: Zum Verlegen gibt es eine Haspel, die erleichtert die Arbeit ungemein.
Und: nie mehr als 30-35 Meter für einen Heizkreis nehmen.

Viel Erfolg !



Zubehör



Eine Biegefeder sollte man auf jeden Fall benutzen, um gleichmäßige Rundungen zu bekommen und Knicke zu vermeiden, als Abrollhaspel (sind beim Kauf ziemlich teuer, können aber auch geliehen werden, z.B. von WEM) habe ich mir eine hölzerne Kabeltrommel, wie sie auf Großbaustellen massenhaft abfallen, umfunktioniert, drehbar gelagert lässt sich das Rohr viel leichter abwickeln, trotzdem sollte man es zu zweit verlegen.





Hallo,
ich verarbeite seit langer Zeit das conluto-Dämmsystem und habe es ausgewählt, weil es Sinn macht, Dämmung und Putz von einem Hersteller zu beziehen, der auch die nötigen bauphysikalischen Berechnungen zur Verfügung stellen kann, und eine Systemgarantie anbietet. Platten von Billiganbietern würde ich auf keinen Fall verwenden. Manche Baustoffhändler bieten solche Platten an, die zum Teil keine Herstellerfreigabe für´s Verputzen haben. Ich habe auch schon heftige Ligninausblühungen gesehen, die den Spaß an der fertigen Oberfläche verderben. Wandheizungsbauteile von WEM verarbeite ich, seit es sie gibt und hatte noch nie ein Problem damit. Zudem bietet WEM ausführliche Informationen auch für Selbermacher und kann sehr gut beraten.
Jemand hat geantwortet, dass pro Heizkreis nur 30-35 m verlegt werden sollten. Das ist unbegründeter Quatsch und treibt die Kosten explosionsartig in die Höhe. WEM erlaubt max. 90 m pro Heizkreis und auch bei etwas mehr gibt es keine Probleme. Der hydraulische Abgleich muss nur ordentlich durchgeführt werden.
Beim Verputz sollte darauf geachtet werden, dass der Putzhersteller seinen Putz für das Verputzen von Wandheizungen freigegeben hat. Mit Lehmputz geht´s am Besten, der hält direkt auf den Weichfaserplatten ohne irgendeinen Kleber. Außerdem kann er trocken geheizt werden, was die Bauzeit erheblich verkürzt.
Bei WEM und conluto handelt es sich um Lieferanten, die beide Ahnung vom gesamten Wandaufbau haben und deren Produkte aufeinander abgestimmt sind, was man wahrscheinlich von unipor oder andern nicht sagen kann.
Herzliche Grüße
Armin Titze



@D.B.



Die 35m haben mich gewundert!?
Gibt es eine Begründung für diese Forderung?

MfG,
sh



Was für Platten?



Ich möchte bei mir im Dachgeschoß auch eine WEM Wandheizung einbauen. Das Dachgeschoß ist mit 36,5cm KLB-Steinen geklebt.
Von was für Holzfaserplatten spricht der Themeneröffner und wozu sind diese da? Brauch ich soetwas auch?

Danke

Oliver



Die erwähnten Platten...



sind als Innendämmung im Fachwerk-Haus/Altbau bei Wandheizung eigentlich unumgänglich. Der u-Wert einer beheizten Außenwand sollte nicht über 0,5W/m²K, besser noch unter 0,35W/m²K liegen.
Das sollte mit Deiner Wandkonstruktion gegeben sein, die Platten sind also verzichtbar.

MfG,
sh



Platten



Danke für die Info.

Oliver



Wie



kriegt man die Platten eigentlich wirklich hohlraumfrei an die Wand? Ich stelle mir das relativ schwierig vor.

Insofern gefällt mir die hier mal beschriebene Variante mit Dämmputz statt Dämmplatten ganz gut, den kriegt man sicher hohlraumfrei hin.

Ich bin sehr am Überlegen, die schwachsinnige aktuelle Wandheizung hier mittelfristig durch was Ordentliches zu ersetzen. Aktuelle Situation: gasbefeuerter WW-Speicher treibt über Wärmetauscher und Pumpe zwei Heizkreise, einen im Sockelbereich zum Trockenhalten und einen weiter oben zum Heizen. Die Heizkreise bestehen aus Cu-Rohr 15 mm, kunststoffummantelt und liegen im Putz bzw. der Ziegelmauer, Dämmung gibt es keine. Das Rohr läuft auch nur gerade durch, der Heizkreis auf ca. 70 cm Höhe waagrecht, bei Türen und Fenstern einmal oben drüber. Warm wird es auf die Art verblüffenderweise, aber es dauert 24 Stunden mit Einsatz von Zusatzheizungen (Holzherd) bis das Haus im Winter von 10-12° auf wohnraumverträgliche 20 kommt.

Die einzige Regelung funktioniert mit zwei Thermostatventilen, wobei jenes für den Heizkreis zwei Fühler hat, einen am Rücklauf und einen außen. Außerdem haben wir den Gasverbrauch mit Hilfe einer Steckdosen-Zeitschaltuhr vor den Pumpen drastisch gedrosselt, tägliche Laufzeit außer bei Anwesenheit im Winter von 24 auf 4 Stunden gesenkt.



Die Temperieranlage...



nach Großeschmidt scheint ja prinzipiell zu funktionieren, an der Wärmeerzeugung und Basisverteilung scheint allerdings mächtig Optimierungsbedarf zu bestehen.
Die Anlage ist grundsätzlich nicht für Schnellaufheizung geeignet und gedacht, sie sollte tendenziell die Heizperiode über durchlaufen, natürlich abgesenkt bei Abwesenheit.

Ansonsten ist der möglichst diffusionsoffene perfekte Verbund zwischen Innendämmung und Außenmauerwerk bei beheizter Außenwand nicht sooooo wichtig, da durch die warme Wand kaum Feuchtetransport von Innen nach Außen stattfindet.

MfG,
sh



Wohl



wahr, aber die Innendämmung sollte unserer Vorstellung nach auch helfen, wenn wir den Sommer über nicht heizen Kondensatbildung zu verhindern.

Die derzeitige Anlage läuft den Winter über abgesenkt durch, aber selbst dann braucht sie nach Abwesenheit zu lange zum Aufheizen.

Das ist aber mal eine eigene Diskussion wert, ich wollte mcih hier hauptsächlich bei der Dämmung einklinken.