Welche Stärke flexible Holzfaserplatten in Ständerwand?

02.08.2011


Hallo Zusammen!

Ich bin gerade dabei eine Ständeraußenwand zu sanieren. Da ich anstatt Glaswolle lieber flexible Holzfaserplatten verwenden möchte, muss ich mir jetzt Gedanken zur Stärke dieser Platten machen. Die Ständer haben eine Stärke von 11 cm. Die Platten gibt es in der Stärke 10cm oder 12 cm. Wahlweise gegen Mehrpreis auch in dem Sonderformat 5cm und darauf dann eine 6 cm-Platte um auf die passenden 11 cm zu kommen. Zwei Platten zu kombinieren wäre aber erstens nicht nur mehr Aufwand sondern auch zweitens teurer.

Jetzt meine Frage. Lieber nur die 10 cm Platte nehmen und 1 cm Luft im Gefache lassen oder 12 cm nehmen und die Platten beim Anschrauben der OSB-Platten entsprechend pressen oder passend 5cm+6cm und den Mehrpreis in Kauf nehmen?

Beste Dank!



Re: Welche Stärke flexible Holzfaserplatten in Ständerwand



Hallo Dominik,

1cm pressen wird wohl nicht gehen. Da die Fläche ziemlich groß ist, ist auch der nötige Druck groß und damit würden die OSB-Platten wohl ausbeulen. (Ich habe es nicht probiert!).

Schau mal bei anderen Firmen nach 5cm Platten. Pavatex z.B. hat welche.

Viele Grüße

Wolfgang



Ständerwand



oder 1 cm- Bretter innen auf die Ständer schrauben.





Hallo Herr Böttcher,

die Idee ist gar nicht so schlecht und würde ich auch direkt umsetzen, wenn es da nicht zwei Kleinigkeiten gäbe die doch dagegen sprechen.

Zum einen würden bei 1cm mehr Wandstärke die Anschlüsse an beispielsweise Fenster nicht mehr passen (habe da so Kunststoffleibungsprofile die dann nicht mehr passen würden) und zum anderen möchte ich in den nächsten Jahren die Fassade von außen öffnen und dort ebenso die Dämmung erneuern, auch dort stellt sich dann wieder die gleiche Frage. Ich habe es jetzt nicht durchgerechnet, aber 1 cm Holzlatte auf 2,50 Länge kostet mit Sicherheit auch sein Geld, da könnte ich es dann auch mit einer 5er und einer 6er in Kombination ausführen. :-)

Sagt irgendwem die Firma Domo Natur etwas? Bei uns in der Nähe gibt es das Öko-Zentrum, die Holzflexplatten dieser Marke vertreiben. Von den reinen Eckwerten scheinen sie identisch zu den Platten von beispielsweise Steico zu sein. Der Vorteil ist dabei, man kann auch Kleinmengen abnehmen und muss nicht gleich ganze Pakete oder Paletten kaufen.

Schönen Tag!



Deine



Details kann ich mir nicht so vorstellen, als das ich eine Lösung hätte. kannst Du aber deine Ständer nicht um den fehlenden 1cm ergänzen - leider schreibst Du ja nicht einmal, aus was die Ständer sind - ich gehe von Holz aus. So kämst Du auf die 12 cm ohne Probleme und hättest keine Luftschicht - wie sieht die Beplankung aus.





Hallo Olaf,

Du hast Recht, es handelt sich um Holzständer. Die Beplankung ist außen eine 16cm Spanplatte PH-V100 + Vorhangfassade und nach Innen kommt eine OSB-Platte 12mm und darauf Gipskartonplatten 9,5mm. Wie gesagt, wenn ich aufdoppel, dann passen die Leibungsprofile zum Fenster nicht mehr und günstiger komme ich dabei wohl auch nicht weg, als wenn ich eine 5er und eine 6er Platte miteinander kombiniere. Im Gegenteil, ich vermuite sogar einen Mehraufwand für das passgenaue Zusägen.



Spanplatte



Hallo Dominik,

wenn Du keine passenden Dämmplatten hast (siehe Wolfgang) wirst Du nicht drum herum kommen etwas mehr Geld investieren zu müssen. Einfache Fichteleisten dürften nicht die Welt kosten und auf das richtige Maß zugesägt sind die allgemein auch recht schnell. Ansonsten gäbe es noch Holzfaserdämmmatten in 1cm Stärke, die als Trittschalldämmung genutzt werden um den verbleibenden Spalt zu stopfen (Bastellösung). Preislich kommst Du da aber mit 5cm Platten sicherlich besser.

Zwei dünnere Dämmplatten an Stelle einer Dicken hätten übrigens nicht nur den Nachteil eines höheren Preises (wie viel sind's den am Ende in Euronen?) sondern auch den Vorteil, daß Du hier die Plattenstöße sauber überdecken könntest.


Andererseits. Hast Du Dir Deinen Aufbau mal im U-Wert rechner abgebildet? Hier könntest Du mal ein paar Varianten durchspielen. ... Bei Deinem jetzigen Aufbau mit 1cm Luftspalt würde nach Glaser nur relativ wenig Tauwasser anfallen. Dein Problem ist dabei grundsätzlich die relativ dichte Außenhaut (Spanplatte). Wäre die aus statischen Gründen erforderlich?

Eine Dampfbremse (sd~5m) zwischen OSB und GK würde das Problem komplett lösen (sicher nicht ideal). Diese würde zumindest erstmal nach innen nicht aufbauen. Ansonsten mal überlegen, ob man für diesen Winter das bischen Tauwasser in Kauf nimmt, und dann möglichst schnell im nächsten Jahr die Fassade von Außen in Angriff nimmt (weg mit der Spanplatte).

Gruß aus Berlin,



nur



zur Nachfrage: hats Du ein Insatallationsebene vorgesehen, legst Du alle Kabel inm Auf-Wand-System oder willst Du die Dos+Kabel in die OSB/GK-Wand setzen ? Ich sehe hier andere Probleme als Dein Plattenmaß. Leider bist Du immer noch sehr geizig mit Details (Skizze Wandschnitt am Fenster, du erwähnst Laibungsprofile - davon gibt es viele verschiedene, ich vermute, Du hast eine Art Fensterfutter. Foto würde auch helfen, um Mißverständnisse auszuschließen.





Hallo Stephan,

danke auch für deine Antwort. Den U-Wert kenne ich und auch den Tauwasseranfall. :-) Das Haus steht jetzt schon seit über 30 Jahren so und ich denke nicht, dass 2-3 Jahre bis zur Fassadensanierung so viel passieren wird. Ich habe die Innenwände dieses einen Zimmers eigentlich nur wegen einem Geruchsproblem geöffnet und dabei ein riesiges Mäusenest in der Wand gefunden. Die Mäuse sind durch einen Spalt seitlich an einer Rohrdurchdringung in die Wand und müssen dort jahrelang gehaust haben. Es war jedenfalls ein Gefache von unten bis oben auf 2,50m Höhe vollgeschi... und geping... und hat gestunken wie die Pest. Nachdem ich alles entfernt und desinfiziert habe fange ich jetzt eben mit dem Neuaufbau an. Bisher war nach innan anstatt OSB ja auch Spanplatte + Gipskarton. OSB halte ich aber für den besseren Werkstoff. Außerdem möchte ich keine Glaswolle mehr nehmen (bisher nur 8cm Stärke) sondern eben Holzfaser. Ich weis, dass OSB auch schon eine Dampfbremse ist, zusätzlich kommt aber an die Decke und an die Wände eine ProClima Intello ordentlich verklebt und abgedichtet. Dann sollte von innen keine Tauwasserproblematik mehr vorhanden sein. :-)

Für weitere Tipps bin ich aber dankbar!

MfG





Ergänzung für Olaf:

Nein, ich habe keine Installationsebene vorgesehen, da diese bisher auch nicht vorhanden war. Ich setze die Dosen direkt in die OSB/Rigips-PLatten. Bisher waren hier einfache Dosen verbaut und die Dampfsperre dahinter wegen der Kabeldurchführung entsprechend kaputt. Neu werde ich vernünftige Leerrohre mit den Balken verschrauben und die Kabeldurchführungen durch die Dampfsperre mit entsprechenden Kabeldurchführungsmanschetten ausführen, also dicht. Zusätzlich setze ich in die Wände winddichte Kaiser-Einbaudosen ein. Die haben eine Gummimembran, durch die die Kabel gestoßen werden und damit dicht sind. Auch hier habe ich also eine doppelte Absicherung.

Man sollte nicht vergessen, dass das Häuschen ja bisher schon seit über 3 Jahrzehnten problemlos existiert auch ohne diese ganzen Absicherungen. Dann sollte es mit ja noch ein paar jährlichen halten oder? ;-)

Wenn ihr weitere Informationen braucht einfach fragen. Ich wollte ja ursprünglich eigentlich nur wissen, ob man die Holzflexplatten einen cm drücken kann oder ich besser die 10cm Platten nehme oder 3-4 Euro pro qm mehr in die Hand nehme und zwei Platten kombiniere. Auf diese Lösung wird es wohl hinauslaufen denke ich. Das Verhältnis aus Geld und Arbeitsaufwand in Verbindung mit einer baufachlich sinnvollen Lösung wird einfach angestrebt. :-)



Persönlich



halte ich die Löung für ungünstig. Besser wäre die Kabel und die Dosen vor die Bremse zu legen in einer Installationsebene, dazu müsste aber zusätzliche Traglatten auf deine Ständer. Minimiert Riskiko, dass die Verklebung doch nicht hält. Dadurch wird aber das Zimmer kleiner :-( ...