Innenwandkonstruktion und Lehmputz

16.12.2008



Hallo, ich mache mir gerade Gedanken, wie ich eine Innenwand wieder aufbauen soll. Die alte Innenwand (Baujahr des Hauses und er Innenwand um 1920) bestand aus dünnen Leichtbetonplatten, ca. 6 cm dick, die beidseitig dünn verputzt waren. Die Wand stand auf einen Balken der Holzbalkendecke und wurde in die massiven Wände verankert.

Mein Gedanke: Holzständerwerk, das beidseitig mit Rauhspunt beplankt wird, darauf ein Lehmoberputz.

Was meint Ihr dazu?



Innenwand



Davon halte ich nichts.
Lehmoberputz auf Rauhspund wird reißen.
Sie müssen beim Putzen schon einen anständigen Putzaufbau nach den Regeln der Technik einsetzen.
Man kann zwar Innenputz auch einlagig aufbringen, aber nicht ohne Armierung auf einem solch rissgefährdeten Untergrund.

Fragen Sie mal bei unserem Mitglied Udo Mühle nach, der kann Ihnen sicher einen passenden Putzaufbau für eine solche Trennwand oder alternative Trennwandkonstruktionen für Lehmputz empfehlen.


Viele Grüße



Alternativen gesucht



Vielen Dank für Ihre Meinung.
"Gefühlsmäßig" sehe ich im genannten Aufbau auch eher Probleme auf mich zukommen. Die Holzbalkendecke ist natürlich auch nicht völlig starr. Daher wollte ich eine Konstruktion ähnlich der eines Metallständerwerks nehmen, bei dem die Gipsbauplatten so am Ständerwerk montiert werden, dass sie die Bewegung der Decke und des Bodens nicht "mitbekommen". Natürlich möchte ich keine Gipsbauplatten nehmen und auch Lehmtrockenbauplatten sind mir ehrlich gesagt etwas zu teuer. Da die Wand nicht zu schwer werden soll, da diese auf Holzbalkendecke steht, fällt wohl auch eine 11,5 er Wand mit Ständerwerk und Lehmsteinen weg. Außerdem möchte ich die Wand zügig errichten.

Gerry



Hallo Gery!



Nimm doch mein geliebtes Sauerkraut!
Holzwolle-Leichtbau-Platte, Magnesit gebunden z.B. von Heraklith, an statt dem Rauhspund.

Gruß Ronny



Leichbauplatten gut, aber wie



Hallo Ronny,
kannst Du etwas zu den Preisen für die Platten sagen?
->Bin Endverbraucher.
Spricht was gegen folgendem Aufbau:
4x4cm Konstruktionsholz als Traggerüst;
beidseitig beplankt mit ca. 15 mm Platten
jeweils mit 1 cm Lehm-Oberputz mit Armierung verputzt.
Wandmaaße: 4m lange und 2,6m hohe Wand
Bei mir müssen 2 Wände gemacht werden, wobei einmal auch ein Tür eingbaut werden muss. Diese Wand schließt ein Bad "ab".
Bei einer "normalen" Trockenbaukonstruktion kann ich einen gleitenen Abschluss z. B. an der Decke realisieren, um Bewegungen der oberen Holzbalkendecke von der Wand abzukoppeln. Mit Rauhspund kann ich mir das auch vorstellen. Bei Leichtbauplatten sehe ich das nicht so ganz.

Alternativ:
a)
großformatige Leichbetonsteine (d.h., im Prinzip wie schon in 1920 gemacht), beidseitig mit Lehmverputzt;
b)
Holzrahmenkonstruktion mit Ausfachung aus hochkant gestellt Leichtlehmsteinen.
Bei diesen Varianten kann ich allerdings auch nicht Bewegungen abkoppeln...

Grüsse
Gerry



ein bisschen fachgerecht



wenn du ein wenig fachgerecht arbeiten möchtest und egal was für platten du nimmst, solltest du zweilagig mit einer gewebeeinlage in dem Unterputz arbeiten.
platten bewegen sich und es kann zu rissen an den stoßfugen kommen.
holzwolle leichtbau platten sollten an der stoßfuge verklebt werden(laut hersteller)
Trockenbau platten dürfen nur dünnlagig verputzt werden.
Osb platten mußt du mit einem Putzträger beplanken,z.b.scilfrohr.
lehmbauplatten kosten zwar geld aber sind schnell montiert
und bei sauberer verarbeitung (armierung der stoßfugen) nur mit einen Feinputz
zuputzen.spart zeit und bringt wenig Feuchte in den bau.
wünsche viel erfolg thomas



Heraklith + Trockenbauprofile



waren meine Wahl.
Die Trockebauprofile sind absolut masshaltig und recht preiswert. Das Wandgerüst bekommt man auch als Laie recht schnell und sauber hin.
Bei der Beplankung mit Heraklithplatten (es tut meiner Meinung auch die preiswerte Standardvariante) muss wie bereits geschrieben, auf die Entlastung der Stösse geachtet werden. Ansonsten drohen dort unweigerliche Putzrisse, das durfte ich leider selber erfahren. Das Gewebe im Putz kann das nicht verhindern.
Also entweder quer zur Ständerwand eine Sparschalung anbringen, oder man nutzt die Chance und verarbeitet die unzähligen übriggebliebenen Bretterabschnitte < 80cm, die man sonst nirgendwo mehr unterbringen kann. Ich habe diese hinter die horizontalen Stösse *zwischen* die Ständer eingebracht. Das hält die Wand auch schlank. 7,5 cm Profil + 2 * 2,5cm Platte + 2 * 1cm Putz = 15,5cm Wandstärke.
Der gleitende Anschluss an Boden und Decke ist kein Problem - die Befestigung erfolgt genau so, wie bei der Beplankung mit GK-Platten.

Der Verputz kann wahlweise mit Kalkmörtel (preiswert) oder Lehm (teuerer) erfolgen. Den Kalk habe ich im Bad gewählt, Lehm in den Kinderzimmern.



Mit Lehm verputzt



sieht es dann etwa so aus.
Der Verputz selber ist sozusagen 'kinderleicht' (siehe meine Bilder)



Schönes Ergebnis...



das sich sehen lassen kann!
Die Metallprofile habe ich auch schon für eine Schalltrennwand + Gipsbauplatte verwendet. Sind im Einbau recht zügig zu verarbeiten. Mit Holz scheint mir aber ein statisch noch schlankerer Aufbau möglich, ist aber wohl eher Nebensache.
Was kosten denn diese Trockenbauplatten genau? Magensitgebunden oder zementgebunden; Dicke?



Die Platten haben hier 25mm



Stärke, gibt es aber auch in anderen Dicken.
Den Preis weiss ich nicht mehr genau. Magnesitgebunden war aber mind. doppelt so teuer wie die zementgebundenen und sind zudem nicht überall zu bekommen. Ich habe hier noch die magnesitgebundene Version verwendet, würde es aber künftig nicht mehr tun.



Preise für Hraklith-Platten



Hab schon gegoogelt, finde aber keine aussagekräftige Preisliste zu Heraklth-Platten.
Weiß jemand, was die Platten (25 mm, magnesitgebunden) ungefähr kosten?

Gerry



Preise



für Baustoffe lassen sich bei jedem Baustoffhändler abfragen und vergleichen. Und Heraklith gibt auch technische Informationen für die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten. Und Lehmputz auf rissgefährdeten Untergründen braucht immer einen zweilagigen Aufbau mit Gewebeeinlage und min 25 mm Stärke.
MfG
dasMaurer



Preise und Verarbeitung



Natürlich werde ich nochmals wegen der Preise für HWL nachfragen. Da diese im Bereich Lehmbau/Fachwerk öfters eingesetzt werden, hatte ich gehofft, dass man wenigstens grob Preise für den Endverbraucher angeben kann. Ich will ja nicht die EK-Preise des Handwerks wissen;-) (Obwohl, interessant wäre es schon...)
Zweilagiger Aufbau bezieht sich wohl auf den Lehmputz?
Falls die Preise von HWL für mich doch zu hoch sein sollten, würde ich die Idee mit Rauspund evtl. wieder aufgreifen:
Rauhspund, Schilfrohr als Putzuntergrund festtackern, Lehmunterputz bis ca. 5 mm über Oberkante Schilfrohr, Armierungsgewebe einarbeiten, Lehmoberputz...

Gerry



Heraklith 100 vielleicht?



Wenn man noch etwas innovativer Arbeiten bzw. bauen möchten, dann würden wir für den Selbstbaumann(frau) die Heraklith 100
Variante vorschlagen bzw. auch empfehlen.
Ist zwar nicht ganz preiswert, aber man erspart sich mehrere Arbeitsgänge.
So z.B. Ständerwerk stellen, Dämmung einbringen, Platten anschrauben, verspachteln etc.
Hier werden die Platten ganz einfach als fertig entstehende Wand montiert.
Hohe Masse (relativ!), damit guter Schallschutz und nur noch mit 2-lagigem Lehmdünnschichtputzsystem und Gewebeeinlage verputzt. Fertig!!

@ Gerry
Was hattest Du mit den 4 x 4 cm starken "Hölzchen vor?
Moch dazu bei den angegebenen Wandgrößen?
Statisch völliger Unsinn!
Hier solltest Du wenigstens 8 x 8 cm KVH-Hölzer einsetzen.
Dann mit einer Sparschalung 23er in fallenden Breiten beidseitig beplanken und diese dann m it Heraklithplatten 25 mm belegen.
Darauf dann einen 2-lagigen Lehmputz mit Gewebeeinlage und fertig ist die Sache.
Bei der Verwendung von Trockenbauprofilen würden wir ebenfalls zusätzlich Sparschalungsbretter aufsetzen und darauf dann die Platten montieren.

Gutes gelingen,
Udo Mühle



Heraklith 100-System



Die Bildergalerie dazu weiter durchforsten und einen Eindruck davon bekommen.

Grüße Udo



4x4 vielleicht etwas schwächlich...



... allerdings würden die Holzständer natürlich durch die Holzverschalung, wie bei Gipsbau-Platten auch, versteift werden. OK, 5-6 cm sollten m. E. aber gehen
Mir war an einer möglichst nicht zu dicken Innenwand gelegen, wie vorher die mit Leichtbeton, die gerade einmal ca.6 cm dick! Allerdings sollte die "Neue" nicht zu schwer und viel mit Lehm aufgebaut sein.
Deine Konstruktion mit 8 cm KVH + 2,3 + 2,5 Herakltih + ca 1,5 Putz käme bei einer "Innenwand" auf ca. 20 cm. Ist sicherlich aus schalltechn. Gründen nicht schlecht. Entspricht wegen der Dicke aber nicht so den Anforderungen.
Würde ich dass mit Leichtlehmsteinen machen können, wäre die Wand um 15 cm dick - dass habe ich so in etwa angedacht.
Übrigens sieht das bauen mit den dicken Heraklithplatten sehr elegant und einfach aus! Wäre vielleicht eine Alternative, wenn ich den mal den Preis herausgefunden habe.