Trennwände zwischen den Räumen: Wie bauen?

17.06.2006



Ich würde gerne Trennwände mit ca. 10-12cm Stärke einbauen. Da ich auschschließlich mit Lehm (Masse) bauen wollte, sind meine Fragen:

1. bei 10-12cm Breite: reicht die Wandstärke aus?
2. Kann ich trockenes Fichten- oder Tannenholz nehmen?
3. Wir haben noch altes Holz aus unserer umgefallenen Scheune (Fichte, Tanne, etc. -Holz). Kann ich auch dieses nehmen?
4. Wie ausfachen, damit man auch was an die Wände hängen kann: Weidengeflecht/ Lattung/ OSB-Platte?

Vielen Dank für Eure Antworten!

Mfg Sven Sporleder



Trennwände



Hallo !

Ich musste auch einige Trennwände erneuern, habe ich aus Konstruktionsvollholz (KVH) gebaut. Ist zwar ein paar Euro teurer als "normale" Kanthölzer, ist aber exakt auf Maß gehobelt, gerade und auf eine definierte Restfeuchte getrocknet. Habe ich dann mit den vorhandenen, weichen Ziegeln und Kalkmörtel ausgemauert. In meinem Profil sind ein paar Bilder davon.

Viele Grüße,
Karsten



Wie wäre es mit Stampflehm?



Mal so als Anregung? Haben Sie die Statik schon mal geprüft? Lehmwand, insbesondere Stampflehmwand, aber auch alle anderen Ausführungen mit massiver Ausfachung brigen einiges an Gewicht mit sich.

OSB passt m.E. nicht so gut mit Lehm zusammen.

Wenn Sie schon wissen was Sie aufhängen wollen, könnte man ja im Aufbau des Ständerwerks das schon berücksichtigen.

Ansonsten ist es halt ein Frage des Gewichts und der Aufhängung.

Viele Grüße
Hans



Heraklithplatten



lassen sich prima verputzen.
Altes Holz eignet sich weniger für eine Wandkonstruktion, da es meisst nicht masshaltig ist und auch verzogen. Damit tut man sich keinen Gefallen.
KVH oder Trockenbauprofile (wohl nicht ganz regelkonform) verwenden, beidseitig Heraklithplatten drantackern/schrauben und dünn (1cm) mit Lehm oder Kalkputz verputzen. So kommt man auf seine 12 cm. Den Hohlraum vorher mit Hanfmatten/Stopfhanf locker füllen.
Man überlegt sich, wo man etwas dranhängen will und fügt an der entsprechenden Stelle bereist in der Rahmenkonstruktion die notwendigen Hölzer ein. Foto davon mit Zollstock und Skizze machen!

Ich schau mal nach meinen Bildern und stelle die hier ein. Im Profil von Udo Mühle sind auf jeden Fall schon welche hinterlegt.



Gewicht bzw. Statiker!



sehe ICH nicht unbedingt als notwendig an, aber wir hatten bis vor 2 Jahren auf dem Boden (ca. 80m²) noch Getreide (Gerste) lagern= 24Tonnen...
Zudem haben wir unter JEDEN Balken der Decke 2 Unterzüge (min. 12x18cm) gebracht (und damit die Decke darunter gleich abgehängt).

Ich denke, dass sollte halten!

Trotzdem Danke für die Vorschläge... am meisten gefällt mir der Heraklith-Vorschlag.

MfG Sven



Heraklith



Hallo !

Bitte die Magnesitgebundenen Sauerkrautplatten nehmen, zu erkennen an der hellbraun/beigen Farbe und nicht die grauen, zementgebundenen.
Die Plattenstöße müssen auf den Balken liegen, oder mit Latten dahinter verbunden werden, sonst gibt es hier garantiert Risse, da die Platten federn.

Viele Grüße,
Karsten



Heraklith-Platten



Hallo

Stehe vor einem ähnlichen Problem, ich möchte in die Scheune einen Raum einbauen, dieser soll isoliert und beheizt sein.
Mein Wandaufbau soll sein (von innen):
1. Lehmputz 1cm
2. Heraklith BM 2.5cm
3. Hanfdämmung (Dicke noch nicht bestimmt)
4. z.B. Profilholz oder auch Heraklith mit Lehm, die optimale Lösung ist mir noch nicht eingefallen.

@Jens: Was ist der Grund für die Magnesitgebundenen Heraklithplatten?

Muss ich eine Dampfbremse zwischen Heraklith und Hanf legen? Papier?
Wenn die Fugen auf den Balken zu liegen kommen, müssen die Übergänge dann noch zusätzlich mit einer Armierung versehen werden (so wie man bei Gipsplatten ein Glasfaserband einlegt)?
Die Decke möchte ich in der gleichen Weise aufbauen.

Vielen Dank

Marc



die magnesitgebundenen Heraklithplatten



habe ich hier zwar nicht empfohlen, ich versuche aber trotzdem mal antworten.

Das Thema wurde im Forum schon oft behandelt, aber nie erschöpfend beantwortet. Es geht hierbei auch um Glauben oder Nicht-Glauben.

Wenn ich eine Trennwand in einen Raum baue, ist es prinzipiell wurscht welche Platten ich nehme. Zement ist nicht böse. Alle Seiten der Wand sind trocken, nix mit Feuchtigkeit und Holz auffressen.
Das mag in Kondenswasser gefährdeten Bereichen am Fachwerk anders aussehen, da kann ich aber auch nur den Fachleuten hier glauben.
Immer noch gibt es viele Dachwohnungen, deren Schrägen einfach aus kalkverputzten Sauerkrautplatten bestehen. Ich wage zu bezweifeln, dass dies magnesitgebundene sind. Ich durfte selber schon viele derartige Konstruktionen entsorgen - Bauschäden durch die Platten sind mir nicht untergekommen.
Also funktioniert die Zementvariante ohne Probleme. Ungesünder als heute hat darin auch niemand gelebt.

Ich behaupte: Solange nicht konkrete bautechnische Fakten im konkreten Einsatzfall dagegen sprechen, fährt man mit der Zementvariante genausogut - und sie kostet weniger.
Wer etwas gegen Zement hat, wählt halt die teurere Variante.

Und wenn mich jetzt einige steinigen wollen: Bitte erklärt vorher erschöpfend und für den Laien nachvollziehbar, warum und wo das eine und warum und wo das andere eingesetzt werden soll. Ein 'der Hersteller empfielt' ... ist dabei Humbug, weil das vielleicht den Gewerbebetrieb interessiert, aber nicht (in erster Linie) den Bauherren und Ratsuchenden.

Und das wird dann bitte ins Lexikon oder die FAQ (uuih, gibts sowas hier?) aufgenommen. Jede Frage danach wird dann mit einem Verweis darauf geächtet.



@Marc:
Deine Scheune ist sicher nicht frostfrei.
Hast du bei deinem Aufbau auch eine entsprechend gedämmte Fussbodenkonstruktion vorgesehen?
Wie stellst du dir den Anschluss an die vorhandenen Bauteile vor? Oder soll es ein Raum in Raum werden?
Wie oft wird der Raum genutzt? Partyraum - 1 mal im Monat?

Ein paar mehr Infos wären nützlich.
Hast du schon mal an einen Massivbau z.B. mit Poroton gedacht? Wird auch nicht teurer.



Raum



Hallo Jens

Sorry, es war Karsten mit der magnesitgebungenen Platte!
Der Raum (ca. 28m2, Höhe 3m) in der Scheune soll oberhalb des ehemaligen Stalls (jetzt Werkstatt, unbeheizt) entstehen. Drei Wände des zukünftigen Raumes bestehen schon (50cm Bruchstein), zwei davon sind Aussenwände, eine Innentrennwand.
Es gilt also, den Aufbau des Bodens (unten Holz, dazwischen Hanfdämmplatten, oben Dielenboden) und den Aufbau der einen Wand und der Decke festzulegen (könnten ja beide gleich sein).

Der Raum soll unter anderem auch als Gästezimmer dienen, könnte also durchaus auch mal längere Zeit bewohnt sein. Ausserdem werden wir dort einziehen, wenn wir unsere Wohnung umbauen.
Habe auch schon daran gedacht, die eine Wand mit Backsteinen hochzuziehen, irgendwie ist mit aber eine Leichtbauweise sympathischer.

Gruss und Merci.

Marc