Aufbau des Wohnzimmerbodens - auf Holzbalkenlager

13.06.2010



Hallo Forumsgemeinde,
trotz Suche im Forum und quer durch das Internet habe ich leider keinen wirklich eindeutigen Eintrag bzw. Antwort gefunden. Deswegen meine Frage (Entschuldigt bitte falls es doc die x-te Wiederholung ist):

In meinem Haus - Bj etwa 1900, vor 3 Jahren gekauft - waren bisher im Wohnzimmer (~8m x 4m) auf den Holzbalkenlagern 19mm starke Spanplatten verschaubt. Die Lagerbalken liegen ihreseits, bei etwa 80cm, Abstand auf massiven Stahltraegern auf. Dazwischen befindet sich eine Trockenschuettung die ihrerseits letztlich dirket auf der, zwischen den Stahltraegern ausgemauertem, Kellerdecke aufliegt.

Da nun dieser Boden weder sehr tritt-stabil und auch nicht allzu eben war, wollen wir den Boden komplett erneuern - auch um letztlich eine Massivholzdiele als Abschluss liegen zu haben. Da ich weder ausreichende Kentnisse im Bodenbau noch ausreichend Zeit zur Ausfuehrung habe, haben wir das alles einer Fachfirma uebergeben.

Deren Aufbau / Kostenvoranschlag sah - verkuerzt aufs wesentliche - folgendermassen aus:
Dampfsperre
22mm OSB auf vorhandenes Balkenlager
Darauf 16mm Diele (Bambusdiele => das war unser einziger Vorschlag/Wunsch). Diese soll vollflaechig verklebt werden.
Da das fuer uns/mich - als Laien - sinnvoll aussah haben wir den Auftrag erteilt.

Nun ist der erste Teil (quasi) der Arbeiten abgeschlossen und ich bin sehr verunsichert.
Anstatt OSB wurde nun entgegen eigener Aussage kurzfristig 22mm V100 Platten verlegt. Auf Nachfrage wurde mir gesagt OSB wuerden sie schon seit 10 Jahren nicht mehr verwenden. V100 waere letztlich sowieso besser. Bei Ankunft der Facharbeiter rutschte einem Mitarbeiter allerdings heraus das OSB kurzfristig nicht verfuegbar wahr - Konsequenzen kann ich nicht beurteilen.
Die V100 Platten selbst wurden nun ebenfalls auf den Lagerbalken verschraubt, Nut und Feder aber nicht verklebt.

Fuer mich richtig schlimm ist nun aber, dass der Boden - objektiv - massiv "weich" bzw. federnd ist. Selbst wenn meine etwa 60Kg schwere Lebensgefaehrtin ueber den Boden geht knarzt es - nicht ueberall, aber doch an der einen oder anderen Stelle. Die Stosstellen der Platten verbiegen / verschieben sich sichtlich. Auf meine erneute Nachfrage - denn das Ergebnis ist nun zwar etwas ebener aber schlechter als zuvor - wurde mir gesagt besser geht nicht und mit den Dielen wuerde es letztlich gut sein. Schwingen wuerde der Boden immer, das sei eben so.

Ist das wirklich so? Ich bin ja kein Spinner und mir ist klar das Holz keine Beton Estrich ist. Aber ich mache mir Gedanken, ob eine verklebte Diele da noch was verbessern kann? Reisst der Kleber nicht irgendwann ab wenn der Unterboden sich so bewegt?
Und ist V100 wirklich besser als OSB? Scheint auch beinahe eine Glaubensfrage. Habe verschiedentlich nun auch gelesen das V100 nicht unbedingt immer fuer tragende Zwecke geeignet ist. Aber alles nix genaues bzw. konkretes.

Tut mir leid fuer die vielen Fragen, aber vielleicht habt ihr ja eine - im Rahmen des moeglichen - objektive Aussage ob der Aufbau und der Status so in Ordnung ist!? Aktuell befuerchte ich einen kleineren aber guten Gebrauchtwagen in einen fragwuerdigen Boden zu investieren...

Gruss und vielen Dank vorab :-)





Wenn Sie OSB beauftragt haben sollten Sie darauf bestehen das auch OSB eingebaut wird.

Die Verlegeplatten V100 sind um einiges billiger.
Ich kenne auch keinen Baustoffhändler in meiner Region der OSB- Platten nicht in allen Stärken am Lager hat.

Ich würde es wieder rausreißen lassen.

Grüße aus Schönebeck



Nur so ein Gedanke...



...vielleicht wäre ja ein Aufbau aus stahlbewehrtem Beton mit einem abschliessenden Estrich die bessere Variante gewesen?
Natürlich nur wenn es statisch und bauwerksbezogen möglich ist.



Böse Falle.



Wenn OSB-Platten angeboten und beauftragt wurden und statt dessen andere Platten, egal welche, eingebaut wurden, ist die vertragsgemässe Leistung nicht erbracht und es besteht kein Anspruch auf Vergütung. Mal Rechtsberatung einholen. Nach Fristsetzung kann der Rückbau durch eine andere Firma auch noch als Schadensersatz geltend gemacht werden. Aber dazu bitte kompetente Rechtsberatung einholen.
MfG
dasMaurer



Da hilft nur:



Sofortiger Baustop und Rückbau, keinerlei Zahlungen leisten!

Die Platte ist für Ihre Balkenabstände zu dünn (nach meiner Schätzung könnten auch 25mm grenzwertig sein) und überdies nicht fachgerecht verlegt (nicht verklebt). Ich würde OSB 2 x 15mm überlappend verlegt und miteinander verklebt und mit Klebepunkten und Schrauben miteinander fixiert wählen.

Die Behauptung, nach der Verlegung des Bambusparkettes (eine Bambusdielung gibt es nicht) wäre alles bombenfest, ist nichts als ein Ulk. Ein Mehrschichtboden muß auf einen statisch einwandfreien Unterbau verlegt werden, alles andere ist Pfusch.

ABER:

Die Bauklimatik bleibt hier ja völlig außen vor. Die Lagerhölzer werden da in einem durch den Keller und durch Wohnraumkondensat auffeuchtendem Unterbau alleingelassen, die Dampfdurchlässigkeit des Bodens ist m.E. völlig unzureichend gegeben.

Diesem Aufbau würde ich im EG ohne geeignete Feuchtesperre gar nicht ausführen.

Grüße

Thomas