Wandaufbau Fachwerkhaus

06.03.2006



Hallo,
ich habe vor kurzem ein Haus gekauft und mit dem Renovieren angefangen.
Zum haus: Alter etwa 120-130 Jahre, Fachwerk.
Die Fassade hat von Außen einen Holzbeschlag. Von innen ist direkt auf den Lehm-Strohputz drauftapeziert. Die Fächer sind mit Bruchstein und Lehm oder Gips ausgemauert.
In einigen Räumen wurde auf 20mm Lattung Rigips mit Styroporisolierung angebracht.


So und nun zur Frage:
Ich möchte im nächsten Jahr die Fassade von Außen dämmen. Wie sollte am günstigsten der Innenaufbau aussehen? Die Wände mit Lehmputz lassen oder kann man mit normalen Rigipsplatten die Wände begradigen?

Kann ich die Styropor-Rigipsplatten dranlassen oder sollten sie besser weg?

Danke schonmal im Voraus



Styropor? Weg damit !



Hallo !
Erst mal herzlichen Glückwunsch zum Abenteuer Hauskauf ! Prima, dass Sie sich erst mal informieren wollen.
Zu Ihren Fragen : (ich fang mal von hinten an ..)
Entfernen Sie bitte unbedingt sofort die Styroporplatten, damit tun Sie ihrem Haus den ersten Gefallen. Vermutlich werden Sie hinter den Platten Feuchtigkeit, Schimmel und evtl. sogar verrottete Balken vorfinden (...hier spricht die eigene Erfahrung...)
In unserem Haus war in einer "gemütlich vertäfelten Sitzecke" mit Styropor-Wärmedämmumg nach 10 Jahren ca. 1 Viertel der Holzsubstanz schlicht weggefault, die Wand klatschnass.
Die alte Gefach-Füllung aus Strohlehm oder Bruchstein können Sie lassen (sofern sie fest ist)und innen einen neuen Lehmputz auftragen. Wie das genau geht, können Sie hier im Forum hundertfach nachlesen, hier gibt es etliche Lehmfachmänner- und -frauen ;-).

Rigipsplatten sind im Fachwerkbau nicht das Mittel der Wahl, um es mal vorsichtig auszudrücken. Sanieren Sie ihr Haus jetzt lieber richtig, mit den Werkstoffen, die 100% gut für Haus UND Bewohner sind.(Die sind im übrigen auch nicht teurer, wenn auch nicht in JEDEM Baumarkt erhältlich).

Wenn man sich mit dem Lehmputz als oberster Schicht im Innenraum partout nicht anfreunden kann, wir haben es so gemacht: Auf die "rohe" Fachwerkinnenwand (Eichenbalken, Gefache mit Lehmsteinen und teilweise orig. Strohlehmfüllung) haben wir Holzwolleleichtbauplatten auf ca. 5 cm Strohlehm "geklebt", also zw. Wand und Platte 5 cm frischen Strohlehm eingefüllt und festgestampft.(Platten werden mit Schrauben und Unterlegscheiben fixiert) Nach einer Trocknungsphase haben wir die HW-Platten dann mit einem reinen Kalk-Innenputz verputzt. Da wir beide nicht so große Verputzer-Künste aufweisen können, neigen wir zu dieser Methode, man hat dann schon mal ne schöne grade Oberfläche :-)
Wenn Sie die Fassade dann irgendwann von außen dämmen wollen, bitte auch auf die Hinterlüftung achten. (Und kein Styropor bittebitte...)
Aber sie werden hier sicher noch viele gute Tipps bekommen!

Grüße aus dem Taunus!