Stampflehm Platten?

31.03.2011



Hallo, ich bin auf der Suche nach Stampflehmplatten (vorgefertigt und ausgetrocknet lieferbar). Wir wollen damit Trennwände (nichttragend, nicht raumhoch) in einem Neubau aufstellen. Optisch hätten wir gerne eine Durchsetzung der Flächen mit mehreren Farbschichten. Gibt es solche Platten oder kann man sich die anfertigen lassen? Wenn ja, gibt es dafür Plattengrößen und wie sollte eine Unterkonstruktion ausgeführt sein (Holz, Stahl,..)? Über eine Antwort oder einen Tip würde ich mich sehr freuen! Vielen Dank!





Klar gibt es das, die Dinger heißen Lehmbauplatten.
Mal googlen.

Grüße aus Schönebeck



Hallo Carsten,



ich glaube nicht das Du Lehmbauplatten meinst oder?

Mit Stampflehm wird das nicht einfach. Wie sollen die Platten befestigt werden? Auch dürfte da ein entsprechende Kostenstruktur dranhängen.

Grüße Gerd



Stampflehmplatten 2



Hallo, nein, Lehmbauplatten meinte ich wahrscheinlich nicht, da die in der Oberfläche zu wenig strukturiert sind. Die Montage wäre auf einer Unterkonstruktion möglich- die Befestigung wäre auf viele Arten denkbar. Bei den vertikalen Seiten würden die Platten auf einer Seite aufliegen können, bei den horizontalen Wandabschlüssen auf allen vier Seiten. Ist der Stampflehm denn später formstabil und transportabel (Bewehrung mit Schilf (o.ä.), bzw. ab welcher Dicke wäre das möglich? Die Platten könnten ja z.B. eher große Steine sein (ca. 100x50cmx? z.B.). Danke und Grüße, Carsten



Stampflehmplatten ?



hallo Carsten,
bist du immer noch auf der Suche nach Stampflehmplatten?

Grüße Ralf



Stampflehmpaltten



Ja, das Projekt ist zwar gerade etwas ferner gerückt- aber es wird kommen. Daher wäre ich immer noch für Tips dankbar. Grüße.





ich habe schon des öfteren Stampflehmplatten in unterschiedlichen Größen hergestellt, allerdings noch nie für Trennwände,
Warum möchtest du die Trennwände nicht vor Ort stampfen?



@ Ralf:



Jetzt werde ich auch hellhörig, vielleicht kannst Du ja auch mir helfen.

Bei unserem Anbau ans Haupthaus (zwar auch alt, aber nicht "historisch", kein Fachwerk, sondern gemauert, war usprünglich angedacht, an einigen Wänden innen Vorsatzschalen nach Stampflehmprinzip zu errichten, nicht tragend, nicht unbedingt dämmend, eher nur für Masse, Raumluft und Optik.

Dazu hieß es bei anderen Anfragen ähnlicher Natur aber von Seiten der Forumsexperten stets lapidar "geht nicht!". Echte Stampflehmwände seien nur solitär, aber nicht an bestehende Wände möglich, erfordern außerdem eine mönströse Wandstärke und sind natürlich nur von professionellen Fachleuten nach genauen Vorgaben des Dachverbandes Lehmbau zu errichten. Das soll jetzt nicht böse klingen, bringt aber den fragenden Laien vorerst nicht wirklich weiter.

An fertige Platten hatte ich natürlich nicht gedacht, wohl aber an ein Stampfen vor Ort in einer (stabilen!) Verschalung und einer Stärke von ca. 10-12 cm. Natürlich würde eine Armierung den Lehmvorbau mit der ursprünglichen Wand verbinden und vorm evtl. Umstürzen sichern. Die Schichten sollten in großen zeitlichen Abständen aufgebracht werden, um ein trocknungsschwundbedingtes Absacken der ganzen Wand zu verhindern. Da das Dach sowieso komplett neu muss, wäre auch ein Stampfen der allerobersten Reihen kein Problem.

Grundsätzlich erwägte ich natürlich auch die Einbringung einer Dämmschicht zwischen bestehender Wand und Lehmschale (Schilf oder HWF-Platte), und ggf. die Kombination mit einer Wandheizung. Klar hat man dann wieder die Taupunkt-Bedenkenträger und Fachmann-Rufer gegen sich. Aber ich will das Verfahren ja auch nicht verkaufen. Bevor es finale Wände werden, würde ich sowieso erst mal ein paar Testobjekte errichten um Erfahrungen, auch mit Konsistenz und Zusammensstzung des Lehms zu sammeln. Einerseits war es früher eine Arme-Leute-Bautechnik in Notzeiten, anderseits soll es heute nur noch von erfahrenen Profis angewandt werden - hmmm… (?)

Mir scheint diese Methode nach wie vor nicht komplett abwegig zu sein, von daher würde ich Erfahrungsberichte oder Hinweise, z.B. auf Seminare oder weiterführende Literatur begrüßen.

Danke und sonnenklarklirrkalte Grüße
Christian



Arme-Leute-Bautechnik



in Notzeiten? Wo haste das den her?

Grüße Martin



z.B. von der ClayTec-Homepage:



"Historisch war der Stampflehmbau eine Einfachbauweise, auf die besonders in Notzeiten zurückgegriffen wurde … "



Einfach = Arm?



Ich denke eher das im Zuge der Industrialisierung des Bauens ,Lehm als minderwertig angesehen wurde und deshalb aus der Mode kam.
Die Notzeiten waren wohl die nach den Kriegen,aber Lehm generell als arme Leute Baustoff zu bezeichnen finde ich unsinnig!
Das ist veraltete konventionelle Bauindustriepropaganda!

Grüße Martin