Hausbock in Holzweichfaserplatten




Hallo
Besteht Gefahr das Holzweichfaserplatten befallen werden können ?
Danke
Köster



höchst unwahrscheinlich



Guten Tag, das wäre höchst unwahrscheinlich. Die Hausbocklarven sind in ihren Lebensgewohnheiten an den Fraß in Vollholz angepasst. Die Holzfaserplatten sind aufgeschlossene Fasern, die entweder nur durch die eigenen Inhaltsstoffe oder durch Zusätze gebunden werden. Ich glaube nicht, dass die Larven dort einen geeigneten Lebensraum finden, mir selbst ist bisher auch kein solcher Fall untergekommen. Vielleicht weiss einer der anderen Experten hier besser dazu bescheid, ich halte es aber für höchst unwahrscheinlich.
Was ist der Hintergrund der Frage?
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold





Hallo
Es geht darum , weil ich vorhabe mit diesen Platten zu Isolieren , diese dann sichtbar zu lassen .
Und es gibt einen , oder besser mehrere H.Bockbefaelle in unserer Siedlung , da muss man sich gut schützen bei uns hier :-)



Hab ich auch noch nie drüber nachgedacht...



als ich es dann aber getan habe, dachte ich ähnlich wie der Kollege oben:
Die Hausbock-Weibchen orientieren sich nach dem Holzgeruch. Daher wird z.B altes Holz weniger befallen. Weichfaserplatten bestehen aus "gekochten" Holzfasern. Die Platten riechen nach vielem, aber wenig nach Holz. Auch dürften die für Larven interessanten Inhaltsstoffe durch die Herstellung recht denaturiert sein.
Auch eine gewisse Feuchte wünscht das Insekt. Die Platten sollten weitgend trocken sein. (und bleiben!)
Zur Eiablage benötigen die Weibchen Risse oder Spalten im Holz. Bei Platten gibt es die aber kaum. (ausser am Stoß und der ist relativ leicht dicht zu bekommen)
Fazit: einen Befall halte ich für unwahrscheinlich! (zumindest solange leckeres Vollholz in der Nähe zu finden ist...) Beste Grüße, C.Wanderer
PS. Pilzbefall ist wahrscheinlicher bei entsprechender Feuchte CW



Schädlingsbefall?



Ist bisher nichts bekannt!
Doch zu der anderen Variante deiner Frage.
In wie fern möchtest Du diese Platten sichbar belassen?
Denn dazu sind diese Materialien nicht gerade geeignet, da diese keine guten Oberflächenfestigkeiten aufweisen (für Sichtbeplankungen geurteilt!!) und außerdem stetig einen starken Holzgeruch abgeben.
Wir könnten uns vorstellen, eine Dünnlagenbeschichtung als Lehmputzsystem aufzubringen und dieses würde dann eine wesentlich bessere Oberfläche ergeben.

Grüße





Die Platten werden zwischen den Sparren angebracht.
Zur Pfannenseite erfüllen sie den Zweck als nachträgliche Unterspannbahn , und zur Innenseite werden sie Gestrichen und sehen schön aus . Über Fugenabdichtung an den Sparren wurde mir von Fa Gutex ein Vorschlag mit Dichtmasse gemacht , über die mir die Firma Infomaterial schicken wird.
Holzgeruch ist sehr gut . Habe ich noch garnicht dran gedacht . Wenn ich die Platten gestrichen habe , habe ich immer einen Blick auf die Fugen zu den Sparren , und kann sie jederzeit ausbessern , wenn nötig , und so immer für eine optimale Luftdichtigkeit bzw Dampfbremse sorgen.
es ist günstig , erfüllt seinen Zweck und kann wie gesagt immer beobachtet werden.
Gruß
Köster



Alles schön und gut!



Über den Befall von Holzweichfaserplatten durch den Hausbock ist auch mir nix bekannt.
Ich gebe nur zu bedenken, Nomen est Omen, die Platte ist sehr weich und ziemlich kratzempfindlich.
Außerdem sollte die zunehmende Diffusionsoffenheit nach außen beachtet werden.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri





Außerdem sollte die zunehmende Diffusionsoffenheit nach außen beachtet werden.

Hallo
Was genau wollen sie mir damit sagen ?
Und was meinen sie mit kratzfest ?


Danke
Köster



Fingernageltest



Holzweichfaserplatten kann ich mit dem Fingernagel einritzen. Stößt man mal mit harten Gegenständen dagegen, sind schnell Beschädigungen vohrhanden bis hin zu Löchern.
Der Aufbau des Dachbauteils mit all seinen Schichten (Luftdichtebene, Dämmung, Winddichtebene, Eindeckung) sollte von innen nach außen diffusionsoffener werden, damit bei der Durchdringung des Bauteils von Wasserdampf in der Luft ein möglicherweise ausfallendes Kondensat erst möglichst weit außen entsteht und dann abdiffundieren kann.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri





Hallo
Ok das mit den Einritzen habe ich nun verstanden.
Nehme es aber in Kauf , da wir ,so denke ich mal , gut damit umgehen werden.
Mit der Diffussionsoffenheit habe ich ein wenig verstanden.
Der Hersteller sagt ueber seine Platten , das diese Diffusionsoffen sind . Ausserdem sind sie Latexvergütet von aussen.
Das heist , die Platten könnten mit einer gewissen Feuchte recht gut umgehen . So auch Aussagen der Firma Gutex , welcher ich genau diesen Aufbau geschildert habe .
Also wenn ich mal in dem Raum Heizen sollte , extrem warme feuchte Luft auftritt , müssten die Platten damit umgehen können.Ausserdem habe ich hinter den Platten bis zur Pfanne knapp 8cm Hinterlüftung vorgesehen und oben im First Lüftungspfannen , welche ich noch einbauen muß.
Könnten Sie mir es vielleicht etwas genauer schildern , warum diese Platten dafür angeblich aus Ihrer Sicht nicht gehen würden , und aus Sicht von Gutex schon .
Habe dort 2x Gespräche geführt . In einem wurde mir davon abgeraten , die Platten von Innen zu tapezieren , und diesen Rat werde ich auch annehmen. Es köne dazu führen , das sich bei der dünnen Plattenausführung sich vielleicht die Tapeten lösen , wenn die Platte Ihre Aufgabe erfüllen muss ( Dampf verarbeiten) .
Was wuerde denn noch in Frage kommen ? Ich meine an Plattenware , welche als nachtraegliche Unterspannbahn dienen würde , einen Schallschutz hat und ein wenig dämmt , und mit meinen Vorhaben anfreunden kann .
OSB Platten o.ä ?
Danke



Passt schon. Cool bleiben.



Habe den Aufbau falsch verstanden, nochmal alles durchgelesen und nehme den Beitrag mit der Diffusionsoffenheit zurück. Das wäre es dann wesentlich wenn der Dachaufbau richtig gedämmt werden würde und aus mehreren Schichten bestehen würde. Gutex und Pavatex gehören zu den Produzenten, die sich zumindestens bei meinen Anfragen immer sehr kompetent geäußert haben.
Grüße
Martin Malangeri





Hallo
wie nun doch ?
Wo sind sie denn ins Gübeln gekommen bei meinen Beiträgen , oder was hatten sie erst nicht richtig verstanden ?
Vor Schimmelbildung brauche ich mir auch keine Sorgen machen ?
Danke

Köster



Überlesen...



Ich hatte überlesen, dass sie nur eine Unterspannbahn in Plattenform von innen zwischen Sparren machen wollen und war davon ausgegangen, dass sie die Sparren mit anderen Materialien ausdämmen und die Platte als innere abschließende Ebene benutzen wollen.
Als richtige Dämmung bringt die Platte nur was wenn sie auch in dickerer Stärke ausgeführt wird (ab 6 cm aufwärts), effektive Wärmedämmung im Sinne der EnEv würde eine Mindestdämmstärke von etwa 16-18 cm bedeuten. Offene Stellen an den Anschlüssen zu den Sparren sind dann tunlichst zu vermeiden, die innen sichtbare Platte ist luftdicht an die Sparren anzuschliessen.
Schimmelbildung würde ich erst mal nicht sehen, aber das ist abhängig von Raumnutzungen, Gebäudestruktur und Beheizungs- und Belüftungsmöglichkeiten (da wird es schwierig ein Urteil abzugeben, ohne das Gebäude gesehen zu haben und sich ein wenig mit Rechenwerten rumzuschlagen).
Wichtig bleibt: je stärker ich dämme, desto schwieriger sind Luftdicht- und Winddichtebenen zu planen und auszuführen. Fehlstellen werden zu kleinen Windkanälen, die durchströmende Luft kühlt dort zu schnell aus und Kondensat fällt an angrenzenden Flächen aus. Schimmel benötigt organisches Material als Grundlage und die ist mit Holz schnell gefunden. Wo Schimmel und Feuchte am Holz dauerhaft ist, kommen die holzzerstörenden Pilze schnell hinterher.
Schönes Wochenende
Martin Malangeri





OK vielen Dank
Also sehe ich das richtig , das man nie eine Weichfaserplatte zum Beispiel von Innen gesehen an Mineralwolle Setzen darf ?
Weil diese Diffussionsoffener ist oder warum ?
Welche Raumnutzung begünstigt denn Schimmelbildung ?
Würde , wenn ich den Raum nicht heize ohnehin immer gut Lüften wollen .
Es ist mir klar , das es keine vernuenftige Daemmung ist , aber bei mir zählt um Ehrlich zu sein an erster Stelle die Optik , welche einfach herzustellen ist , und auch zumindest ein wenig schalldämmend und Wärmedämmend ist.
Schall müsste eine 35er Platte doch gut schlucken , oder was meinen Sie ?

Nochmals Danke

Köster



Je mehr ich weiß, desto mehr weiß ich, ....



dass ich nichts weiß.
(War es Aristoteles?)
Hallo Frau oder Herr Köster, es ist ein weites Feld, aber mal sehen ob ich Ihnen den ein oder anderen Fitzel nochnachreichen kann:
1. "Also sehe ich das richtig , das man nie eine Weichfaserplatte zum Beispiel von Innen gesehen an Mineralwolle Setzen darf ?"
Stimmt nicht, nur dann nicht wenn die äußere Platte diffusionsdichter wäre.
2. "Weil diese Diffussionsoffener ist oder warum ?"
Richtig, jeder Stoff hat eine typischen Diffusionswiderstand, der durch den sd-Wert angegeben wird. Dieser Wert beschreibt die diffusionsäquivalente Luftschicht dicke. Vereinfacht gesagt muß der sd-Wert der Stoffschichten von innen nach außen abnehmen, damit ein ausreichendes Dampfdruckgefälle bei nach außen hin immer kühler werdenden Temperaturebenen entsteht.
3. "Welche Raumnutzung begünstigt denn Schimmelbildung ?"
Feuchträume wie Küchen, Badezimmer, Saunen usw.
4. "Würde , wenn ich den Raum nicht heize ohnehin immer gut Lüften wollen ."
Mag sein, aber was machen sie mit Raumecken, die an Außenseiten grenzen und durch entstehende Luftströmungen im Raum nicht erreicht werden?
5. "Es ist mir klar , das es keine vernuenftige Daemmung ist , aber bei mir zählt um Ehrlich zu sein an erster Stelle die Optik , welche einfach herzustellen ist , und auch zumindest ein wenig schalldämmend und Wärmedämmend ist.
Schall müsste eine 35er Platte doch gut schlucken , oder was meinen Sie ?"
*grins*: Wollen Sie keinen Schall rein oder keinen raus lassen?
Bei Schall unterscheiden sich drei Arten, zwei davon sind im Gebäude wesentlich: Trittschall und Luftschall.
Ich nehme an, dass sie Luftschall abdämmen möchten, der von außen kommt. Dieser Luftschall wird m. E. am besten durch ein weiches Material, mit fester Grundstruktur am besten absorbiert. Dafür müßte die Platte sehr gut geeignet sein. Aber sie ausreichend schalldämmt kann ich ihnen nicht sagen, es hängt ja auch davon ab, welcher Lärm ind welcher Lautstärke abgedämmt werden soll und woher kommt.
Grüße
Martin Malangeri





Hallo
Ok Danke
Schall von aussen meinte ich .
Wir sind beim Sex nixht so laut . :-)
Aber ich denke schon , das die Platte es gut Verarbeiten wird.


Kennen sie sich vielleicht auch mit Preisen bezüglich Holzweichfaserplatten aus ? Sind 9,50 Euro zu viel oder ein guter Preis fuer Aussenseitig Latexverguetet in einer Staerke von 35mm

Und , gibt es vielleicht eine andere billigere Lösung an Plattenware , welche ähnliche Eigenschaften hat .
Vielen Dank

Köster Herr und Frau



Wieder nur herumeiern möglich



9,50 €/m2 sind m. E. OK, es kommt aber auf die Abnahmemenge an und die lokalen Bezugsmöglichkeiten. Holen Sie sich einfach mehrere Angebote ein und vergleichen dann nochmal.
Vergleichbare Materialien sehe ich bei Ihren Wünschen und Vorgaben aber nicht.
Abgesehen davon, würde ich es davon bei mir nicht machen, weil mir das Material zu weich wäre. Die erwähnte dünne Lehmschicht von Jens jannasch und Udo Mühle wäre mir das mindeste.
Grüße
Martin Malangeri





9,5 euro m2 bei einer Menge von knapp 70 m2 inkl Anlieferung. Werde aber noch weiter schauen.
Die Festigkeit stört mich ehrlich gesagt überhaupt nicht.Es kommen auch noch Zierleisten in jedes Sparrenfeld vor die Platten . Seiltich an den Sparrenanschlüssen , um die Schraubenköpfe zu verdecken und mittig alle 70cm um die Fugen zu verdecken.
Schicke später gerne Bilder .