Innenwanddämmung

07.08.2007 Dietmar



Hallo,

wie schon an anderer Stelle geschrieben, haben wir uns vor kurzem ein Bauernhaus BJ 1895 gekauft.
Das Haus ist augenscheinlich in gutem Zustand. In den letzten 25 Jahren wurden vom Vorbesitzer sehr viele Umbau-und Renovierungsmaßnahmen durchgeführt. Wir wollten eigentlich nur ein paar Schönheitsreparaturen durchführen und einige Räume unseren Wünschen anpassen. Leider stellen wir immer mehr fest, dass bei den früheren Renovierungsarbeiten vieles nicht richtig- und schon gar nicht ökologisch - ausgeführt wurde.

Konkret haben wir folgende Fragen und hoffen auf Antworten aus dem Forum:

Die Außenwände (Fachwerk von außen verputz) sind innen mit Steinwolle und Spanplatten gedämmt, darunter befinden sich zum Teil noch alte Styroportapeten. Die Dämmung hört ca. 5-6 cm unter der Decke einfach auf. Bisher war das mit der abgehängten Decke verdeckt, die wir schon entfernt haben.

Die Decken zwischen OG und DG sind zum Teil ohne Füllung. Der größte Teil ist noch mit Stroh-Lehmgemisch gefüllt. Womit kann ich die Bereiche in denen die Füllung fehlt am sinnvollsten füllen. Trittschall ist nicht so wichtig - aber Luftschall, da im DG die Praxisräume meiner Frau sind.

Auf den Fußböden sind auf die alten Dielen Mineralwollplatten aufgelegt und darauf Spanplatten. Diese Konstruktion gibt beim Begehen zuemlich nach. Wir wollten eigentlich Fertigparkett Verlegen und dafür sollte die Unterkonstruktion stabil sein. Wie sähe hier ein sinnvoller Aufbau aus.

Leider haben wir nicht mehr viel Geld zur Verfügung und suchen daher nach günstigen Lösungen die sich auch einfach und schnell umsetzen lassen.

Vielen Dank für die Rückmeldungen.

Dietmar und Uta





Sehr geehrter Herr Bahlinger,
ohne Ihr Haus gesehen zu haben, bei dem Wandaufbau schwant mir aber schon Böses.
Diese Blender ("Das Haus ist augenscheinlich in gutem Zustand") kommen mir immer mal unter. Schauen Sie genauer nach! Mit ein "paar Schönheitsreparaturen" werden Sie das Haus nicht dauerhaft erhalten. Gönnen Sie sich einen Fachplaner, der sich das Gebäude mal genauer ansieht, evtl. kann ein Instandsetzungskonzept auf Ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten erstellt werden, in dem Sie ggf. auch Ihre Eigenleistung einbringen. Ansonsten hoffe ich, daß Ihr gewähltes Motto zutrifft!
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



Dem schließe ich mich an



zumindest die Außenwanddämmung sollte grundsätzlich neu ausgeführt werden, diffusionsdichte Schichten und Mineralwolle können Ihr Fachwerk ruinieren. Das bedarf einer Bestandsaufnahme und eines neuen Dämmkonzeptes.

Zum Fußboden: Die Mineralwolle muß auf jeden Fall raus (zu weich), die Spanplatten besser auch (ältere Platten liefern oft beträchtliche Mengen Luftschadstoffe wie Formaldehyd).

Die Schüttung könnte z.B. mit einer Leichtlehmschüttung ergänzt werden, falls das zu viel Masse einträgt, Isofloc o.ä. Auf den Balken muss nivelliert werden, darauf dann ein 28er Rauhspund (nach dem Verlegen auf 12% Holzfeuchte heruntertrocknen lassen und nachschrauben, 2mm Trittschalldämmung Kork, Fertigparkett.

Da für Sie aber Trittschall nicht so wichtig ist, sollten Sie über Dielung, direkt auf die nivellierte Balkenlage geschraubt, nachdenken. Das könnte preislich eine Alternative sein und passt auch besser zum alten Haus. Ein richtig geölter Boden (dazu steht viel im Forum) ist auch für eine Praxis geeignet und pflegeleicht.

Grüße

Thomas