Spanplatten unter Dielenboden?

23.11.2011



Hallo zusammen!

ich habe 150qm massive Eichendielen (13 x 120 - 1,5 dick) für nicht unterkellerten EG im Altbau zu verlegen. Aufgrund der geringen Stärke war folgender Aufbau gedacht: Lagerhölzer, OSB, Dielen. Nun habe ich ein günstiges Angebot für Spanplatten und frage mich, ob diese anstatt OSB ebenso geeignet sind. Oder halten die Schrauben in Spanplatten schlechter?

Habe im Forum gelesen, dass die Verschraubung besser durch OSB/Span in die Lagerhölzer erfolgen soll. In diesem Fall denke ich, dass eine ggf. geringere Festigkeit von Spanplatten keine Rolle spielt. Liege ich da richtig?

Da ich zügig entscheiden muss, ob ich die Spanplatten nehme, freue ich mich über hilfreiche Antworten.

Gruß Ute



Ich würde...



OSB bevorzugen. Die Belastbarkeit und Elastizität ist m.E. größer.

Wie weit sind die Lagerhölzer auseinander, gibt es eine wirksame Absperrung gegen aufsteigende Feuchte / Wasserdampf? Wie ist die Dämmung? Welche Plattenstärke ist vorgesehen?

Grüße

Thomas



Vergleichsfrage



... alles wichtige & richtige Fragen von Thomas.
Zwei fehlen aber noch!

Was sind das für Spanplatten und mit welchen OSB wird verglichen. ... Es gibt Spanplatten Typ P1 bis P7. Bei OSB gehts von 1 bis 4. Nicht wundern wenn der Holzhändler dumm kuckt wenn man danach fragt! Der wird nämlich scheinbar öfter nach dem Preis als nach dem Spanplattentyp gefragt.

Mehr Infos zu Kennwerten und Anwendung gibt es hier:

http://www.tischler-ole-welzel.de/

unter der Rubrik Holzwerkstoffe. Speziell Dokument Spanplatten nach DIN ...

Gruß aus Berlin,



Praktisch...



...liegt aber meist die OSB 3 im Lager, und die würde ich den auch hier verbauen.

Der Hinweis auf die bunte Welt der Spanplatten ist richtig.

Grüße

Thomas



...



... da Otto Normalo mit seinen kleinen Abnahmemengen im Holzfachhandel meist erstmal schräg von der Seite angeschaut wird, bis er vielleicht mit dem Einkaufswert doch irgendwie überzeugen kann, wird Otto Normalo vermutlich doch eher zu den günstigen Baumarktprodukten greifen, die auf dem Sonderangebotsstapel dann doch meist nur OSB2 sind.

Auch würde ich wegen der Quelleigenschaften eine V100-P5 klar einer OSB3 vorziehen. ... Wie gesagt! Dabei käme es auf den Zusatz P5 an, woran es meiner Erfahrung nach selbst bei Holzfachhändlern scheitern könnte. ... Sogesehen sind sie mit OSB3 oder besser OSB4 schneller am Ziel.

Die Tragfähigkeit ist eine Frage des Abstands zwischen den Lagerhölzern und der Dicke der Platten. Nach Letzterem staffelt sich auch der m²-Preis.

Übrigens! Falls sie doch ein günstiges Angebot über V100 P5 aber mit dem Zusatz G vorliegen haben, würde ich davon absehen. Diese sind mit Holzschutzmittel behandelt und somit mit Vorsicht zu genießen.


Gruß aus Berlin,



Spanplatten



Feuchtehemmende 22 mm Spanplatten oder 18 mm OSB sind beide ideal und dauerhaft



@ Roland



Die Stärke der Platte ist vom Lagerholzabstand abhängig, kennst Du den? Was Selberbauer aus Viertelwahrheiten machen können, findet man auch hier im Forum.

Feuchtehemmend, wozu? Der Untergrund MUSS fachgerecht abgedichtet sein. Wenn die Lagerhölzer unter der Platte verfaulen, stirbt der Boden trotz feuchtehemmender Platte. Vielleicht sogar noch eher, da die "feuchtehemmende" Platte sicher auch dampfdichter ist. Die OSB 3 kann keine Baufehler (Dampf von unten) kaschieren. Sie ist aber die gängigste Platte, deswegen von mir empfohlen. Allenfalls in Bereichen, wo im Unglücksfall Wasser kommen könnte (Küche), wäre mir auch die OSB 3 ihrer begrenzten Feuchteresistenz wegen wichtig. Ansonsten tut's auch die OSB 2.

@ Ute

Grundsätzlich muß mit der Platte immer ein selbstständig hinreichend tragfähiger Boden geschaffen werden. Sicher ist es außerdem sinnvoll, die Dielen durch die Platte in die Lagerhölzer zu schrauben. Am Plattenunterbau dürfen Sie deshalb nicht sparen. Es hat sich bewährt, die Platten in Nut und Feder zu verkleben.

Grüße

Thomas



Die Spanplatten sind 22mm mit Nut und Feder



stammen aus einer Turnhalle und sollen neuwertig sein. Keine Ahnung was für ein "P" - wußte bis eben den Unterschied gar nicht. Danke für den Link. Der Anbieter (Abrissunternehmen) wird's vorauss. auch nicht wissen. Kann ich es den Platten irgendwie ansehen?

Ursprünglich waren 18mm OSB geplant, aber 3,50/m² fand ich die Variante Span überlegenswert.

Tragfähigkeit
Abstand der Lagerhölzer aus Unkenntniss n.n. entschieden. Dachte, dass 40-50 cm ausreichend sein sollten, weil OSB/Span schon die Tragfähigkeit sicherstellen.

Feuchtigkeit
Dran gedacht. Vorhandener alter Fußboden: Beton, 2cm (alte) Dämmmatte, 5 cm Estrich. Ist trocken, da Fußboden zw. 80 und 100 cm über Erdreich liegt (mit Sand aufgefüllt). Auf dem Foto am Sockel erkennbar.Dennoch zur Sicherheit Folie und Isofloc zwischen den Lagerhölzern geplant.

Habe heute mit einem Tischler gesprochen, der mir von Spanplatten wg. Formaldehyd abgeraten hat!?

Habe mittlerweile auch neue Überlegungen zum Fußbodenaufbau insgesamt. Führt hier aber zu weit u wird daher ein neues Thema.

Danke schon mal für die rege und sehr hilfreiche Beteiligung.

Gruß Ute



Keine alten Platten!



Und insbesondere keine, die keine Beschriftung haben. Das Thema Formalin sollte man sich nicht in's Haus holen. 3,50 EUR für Abrissplatten ist der pure Witz. Die Entsorgung auf der Halde kostet 80 EUR/t aufwärts. Als zertifizierte formalinfreie Platten kann man den Abriss geschenkt nehmen, allerhöchstens.

Als Abdichtung taugt die Folie nicht viel, eine sauber verlegte Schweißbahn wäre meine Wahl.

Ich würde eine 22er OSB und Lagerhölzer mit max. 45cm lichtes Maß nehmen. Das wird dann ein stabiler Boden.

Grüße

Thomas