Optimaler Trittschallschutz bei Holzbalkendecke?

19.01.2004



Ich bin dabei den Fußboden meines Fachwerghauses zu sanieren. Die alten 4 - 5m langen und ca. 30 cm breiten Holzdielen sind wie üblich, direkt auf die Balken genagelt worden, mit dem Ergebnis, daß sich der Trittschall durchs ganze Haus verbreitet. Also, wie erreiche ich den den möglichst optimalen Lärmschutz? Spannplatten auf die Balken schrauben, danach eine Perlite-Schüttung (2-3cm?) dann eine "schwimmende" Lage Weichfaseplatten gefolgt von einer Lage Spannplatten und abschließend wieder die Dielen auf die Spannplatten genagelt?
Gut, eine Lage Gehwegplatten wären wohl optimal, möchte ich den alten Balken aber nicht mehr zumuten. Bei 3,70m Raumhöhe spielt die Aufbauhöhe des Fußbodens nicht die wichtigste Rolle.
Mich Quälen folgende Fragen: Spannplatten oder lieber Gipsplatten? Die erste Lage auf den Balken schon schwimmend? Auf Gummi oder Puropor? Die Dielen auf Spannplatten oder lieber auf Lattung nageln?
Wer hat Erfahrung zu diesem Thema und kann mir weiterhelfen?
Für konstruktive Antworten möchte ich mich vorab schon mal bedanken
mfg
hanno rink



Lehm- oder Sandschüttung



Für Schallisolierung wird viel Masse benötigt. Den weiteren Bodenaufbau schwimmend, damit der Schall nicht durch die Konstruktion übertragen wird. Auf schwimmenden Lagerhölzern kann man dann die Dielen vernageln.



Schallisolierung



Wie Herr Schwarz schon schrieb, wird für optimalen Schallschutz viel Masse benötigt. Es kommt also zunächst darauf an, die Randbedingungen zu kennen und dann ein Schallschutzziel zu definieren. Erste Frage: Was kann ich der Statik zumuten ? Zweite Frage: Welchen Aufwand will ich mir selber zumuten ? Kann oder will ich die gesamte Decke eventuell neubauen ? Falls ja, kann man die alte Füllung , falls vorhanden, herausnehmen. Sie bringt hier zwar Masse, aber nicht an der richtigen Stelle. Dann kann man die Balken durch Annageln von Furnierschichtholz verstärken. Die Balkenzwischenräume lassen sich mit leichtem Dämmstoff befüllen, die Deckenunterseite mit an Federschienen abgehängten Platten ausbilden. Oben kann man dann auf Gummiunterlegstreifen Rauhspund oder OSB (nicht unter 24 mm) aufnageln, dann Rieselschutzfolie, 5 cm Glühsand (diesmal an der richtigen Stelle als Ersatz für den schweren Einschub.) schließlich Trockenunterbodenelemente oder Weichfaserplatte.
Das bringt um die + 10 dB TSM.
Weniger geht natürlich auch und ist mit weniger Aufwand verbunden.



Schallisolierung



Zu Herrn Beckmann: Glühsand sollte keinesfalls als tragende Schüttung verwendet werden, um darauf irgendwelche Elemente zu verlegen. Sand neigt zuweilen zum Wandern, das heißt, daß er sich durch die Benutzung des Bodens von höher belasteten Stellen wegbewegen kann und somit Unebenheiten erzeugt. Es gibt für diesen Zweck extra schwere Schüttmaterialien, die von der Form der Körner her nicht wandern können.

S. Procopius, Restaurator im Parketthandwerk



@Herrn Procopius



Danke für den Hinweis, habe das zwar schon immer befürchtet, schließlich kennt man ja Wanderdünen- ich habe bei den entsprechenden Bauvorhaben - bis zwanzig Jahre alt - aber noch keine entsprechenden Beobachtungen machen können. Die Methode ist sicherlich sehr alt, da schon in den sechziger Jahren von Bobran empfohlen.

mit freundlichem gruß