Verlegeplatte oder Spanplatte

14.05.2005



Hallo zusammen. Ich habe wegen gestückelten und ca. 8cm durchhängenden Bodenbalken meinen schönen Diehlenboden rausreissen müssen. Jetzt wurden die Balken mit beidseitigen Stahlträgern neu zusammengeschraubt und es ist neuer Boden auf den Balken fällig. Ein Freund meinte ich sollte eine Schüttung auf den Zwischenboden aufbringen (wo früher Schotter war) und darauf dann frei schwimmende "Einmannfertigestrichplatten" verlegen. Mir kommen diese Platten reichlich unstabil vor auch wenn sie doppelt gelegt werden! Währe es nicht besser Sperrholzplatten mit NF zu verlegen? Wie befestige ich diese am besten an dem freigelegten Balkenwerk? Was meint ihr was ich am besten machen sollte?



Was spricht dagegen,



hallo christian,
entweder die alte Dielung oder eine neue Dielung zu verlegen?
Das mit der Schüttung auf der alten Stakung ist nicht zu empfehlen, da die Stakung nicht für diese Belastung ausgelegt ist.
Grüße Lukas



So hab ich´s gemacht...



Hallo Christian,

ich muss mich der Meinung von Lukas anschließen.
Ich hatte das gleiche Problem in meinem Haus.

Zum Ersten:
Bitte belaste die Zwischenböden nicht mit so viel Gewicht.
Sie bekommen dann ja die komplette Gewichtslast und die Wegelast ab, wenn sich Personen darauf aufhalten.
Dafür sind sie sicherlich nicht ausgelegt.
Bei unserem Arbeiten hat sich ein Kollege unvorsichtigerweise auf die Zwischenlage gestellt und wäre fast in der darunter liegenden Wohnung gelandet.
Zum Glück ist dabei nur ein Brett des Zwischenbodens gebrochen und nicht die darunter liegende Spalierdecke mit abgegangen.

Nun zu meiner gewählten Lösung des Schüttungsproblems (kannst Du in meinem Profil sehen):
Das mit der Schüttung halte ich trotzdem für eine gute Idee.
Damit kannst Du den Körperschall minimieren.
Als Schüttung nimmst Du am besten eine leichte Schüttung wie Perlite oder Staubex.
Nur sollte diese ein ganz klein wenig Luft zur darüber liegenden Lage haben oder komprimierbar sein.

Aus statischen Gründen musste ich die erste Lage Oberboden (ich habe dafür aufgrund der Festigkeit und Biegesteifigkeit OSB-Platten in 22er Dicke genommen) mit den Holzbalken verschrauben. Ansonsten wäre der Boden zu instabil geworden. Klär das bitte dringend vorher mit Deinem Statiker!
Zum Verschrauben auf jeden Fall Vollgewindeschrauben. Ansonsten kann der Boden anfangen zu quietschen. (Dabei teilen sich allerdings die Geister)

Ich habe darauf dann Holzfaserweichplatten gelegt und danach noch eine Lage OSB.
Damit minimiere ich den Trittschall.
Funktioniert recht gut....nur ganz weg bekommt man die Schallübertragung damit auch nicht.
Und man nimmt in Kauf, dass der Boden mehrere Zentimeter höher wird...

Darauf kommt dann meine neue Dielung.

Den Höhenausgleich hast Du ja scheinbar schon durch.
Das ist nämlich etwas komplizierter...

Ach ja ... die Fermacellplatten.
Die sind bei mir als zweiter Oberboden (Anstelle der zweiten OSB-Platten) in den Bereichen, die Nass werden können (Küche / Bad) . Die Platten werden ja sowohl verklebt als auch geschraubt. Dadurch ist die Sicherheit des darunter liegenden Holzes besser gewährleistet.

Der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass ich auch nur ein Laie bin, der sich - notgedrungen wie die meisten - diesem Thema angenähert hat.
Falls Du Zweifel haben solltest kontaktiere lieber noch mal einen Fachmann.
Bei Fragen, melde Dich bitte einfach.
Mein Kontakt steht in meinem Profil ;-))

Viel Erfolg nach Bayern,
Carsten

P.S.
Melde Dich doch einfach auch bei Fachwerk.de an.
Dann kann man sich immer mal wieder über die Baufortschritte austauschen ;-))



danke



für die ausführliche Antwort. So wie es aussieht habe ich da falsche Tipps bekommen. Ich selber dachte mir auch das Spanplatten drunter müssen und dann die Fermacell oben drauf. Bin gespannt wann der Boden bei meinem Freund durchbricht;o) der hat nur die Fermacellplatten mit Schüttung und Last auf der Stackung verlegt. Was spricht eigentlich dagegen die Stackung micht mehr aus kleinen Brettern sondern grösseren Spanplatten zu machen? Muss die Stackungslage schwimmend sein?



PS:



wie du den Balken gestückelt hast so wars bei mir auch und deshalb hing es durch. Ich hoffe du hast wenigstens durchgehende Schrauben verwendet die man ordentlich festziehen kann, nur dann dürte es halten. Meine 6Stück Stückelbalken habe ich mit beidseitig angelegten 3mtr langen Stahl u-Profilen 60x50mm und 8 M12 Schrauben der Güte 8.8 mit je 200 N festgezogen. Das war ein Abenteuer das sich hoffentlich gelohnt hat. Als ich die Schalungsstützen im EG an der Stückelbastelstelle entfernt habe hing die Decke nur noch 1cm durch. Vorher waren es 8 und somit hatte ich mal wieder ein kleines Erfolgserlebnis in meinem Horror Haus ;o)!!