Dachaufbau mit Naturschieferplatten

18.11.2008



Guten Tag zusammen,

wir möchten oder müssen unser Dach neu eindecken lassen, da sich die aktuelle Eindeckung (Naturschiefer) so langsam verabschiedet. Leider ist das Dach auch nicht so wirklich gedämmt - weder wärmetechnisch noch schalltechnisch (6cm Styropor zwischen den Sparren).
Nun geht es um einen sinnvollen Dachafbau, den ich mir wie folgt vorstelle:
- Naturschiefer
- diffusionsoffene Vordeckbahn (sinnvoll? / nötig?)
- Schalung (wegen der Schieferplatten)
- Holzweichfaserplatten (Dicke? / Hersteller?)
- 8cm Aufdopplung der Sparren
- 18cm Zwischensparrendämmung (Zellulose?)
- 12mm OSB-Platte, abgeklebt als innere Dampfbremse (weil ich denke dass dies einfacher umzusetzen ist als mit eine Dampfbremsfolie mit Konterlattung und der Aufbau unter den Sparren geringer ist)

Nun stellt sich mir die Frage, wie und ob man die Schalung und die Holzweichfaserplatten kombinieren kann?
Die Schalung brauchen wir ja für die Schieferplatten.

Wie verhält es sich mit Schrauben / Nägeln, die die OSB-Platte durchdringen?

Vielen Dank
Andreas Thies



Der Aufbau ist grundsätzlich OK,



aber zwischen Holzweichfaserplatte und Schalung gehört eine Konterlattung und dieser Spalt von ca. 4 cm soll belüftet sein.
Die OSB-Platten kann man nageln oder Schrauben. Das hat keinen Einfluss auf die Luftdichtung. Allerdings müssen die Fugen und die Anschlüsse zu den anderen Bauteilen (Wände, Drempel, Gauben, ...) abgeklebt werden. So ist die OSB-Platte natürlich keine fertige Oberfläche. Es folgen eine Lattung und eine Beplankung nach Wahl. Da halte ich die Verlegung einer Dampfbremse z.B. ProClima DB+ für sinnvoller, einfacher und kostengünstiger.



Dachaufbau mit Naturschieferplatten die 2.



Hallo,

ich konkretisiere mal den Aufbau:

- Naturschiefer
- diffusionsoffene Vordeckbahn (nötig?)
- Vollschalung 24mm imprägniert (zum Aufnageln der Schieferplatten)
- Konterlattung (3 x 5cm), hinterlüftet wenn nötig
- 18/22mm Holzweichfaserplatten, bituminiert (Hersteller?)
- 8 x 8 cm Aufdopplung der Sparren
- 18cm Zwischensparrendämmung (Zellulose zum Einblasen? oder Alternativen)

unter die Sparren:
- 15mm OSB-Platte, abgeklebt (als innere Dampfbremse)
- 4cm Lehmbauplatte
- Lehmputz

oder: (eventuell günstiger und einfacher umzusetzen als „Heimwerker“?)
- Dampfbremsfolie /-pappe, verklebt
- Konterlattung
- Gipskarton- oder HWL-Platten (oder was?)
- (Lehm)putz

Es handelt sich um ca. 215m² Dachfläche mit 3 kleineren Gauben.
Im zu dämmenden Dachgeschoss befinden sich 3 Wohnräume und 2 Speicherräume.
Hinzu kommt, dass ein Raum 4 Hauptkehlen (also so etwas wie 4 „Giebel“) hat – da ist das mit der zu hinterlüftenden Vollschalung etwas problematisch.

Vielen Dank
Andreas Thies





- Naturschiefer
- diffusionsoffene Vordeckbahn (nötig?) --> aus meiner Sicht ja, kann aber bei einer hinterlüfteten Schalung auch eine Bitumenpappe sein
- Vollschalung 24mm imprägniert (zum Aufnageln der Schieferplatten) --> ob die Impräglierung erforderlich ist müsste noch geklärt werden.
- Konterlattung (3 x 5cm), hinterlüftet wenn nötig --> Hinterlüftung wenn irgend möglich ja !! Lattung 4*6
- 18/22mm Holzweichfaserplatten, bituminiert (Hersteller?) --> Latexvergütet z.B. Fa. Pavatex Platte Isolair L
- 8 x 8 cm Aufdopplung der Sparren
- 18cm Zwischensparrendämmung (Zellulose zum Einblasen? oder Alternativen) --> Zellulose ist OK altern: Hanf, Flachs, Holzweichfaser, Zellulosematten, Holzflexplatten

unter die Sparren:
- 15mm OSB-Platte, abgeklebt (als innere Dampfbremse)
- 4cm Lehmbauplatte --> gute Idee, aber Statik beachten !!
- Lehmputz

oder: (eventuell günstiger und einfacher umzusetzen als „Heimwerker“?)
- Dampfbremsfolie /-pappe, verklebt
- Konterlattung
- Gipskarton- oder HWL-Platten (oder was?) --> Schilfmatte
- (Lehm)putz --> Statik beachten !!



Ergänzung zur IBN



-Naturschiefer
-Vordeckbahn (Schalungsbahn ja, muß nicht difof.reicht bituminös)bei Hinterlüftungsebene
-Schalung N+F mind. 24mm je nach Sparrenbundmaß
- KL 24x48 reicht um 2 promil Lüftungsqerschnitt einzuhalten
- Chm. Holzschutz nach DIN 68800-3 nicht erforderlich da nicht belüftetes geneigtes Dach mit Einstufung in die Gefährdungsklasse 0. Schalung ,für die kein Statischer Nachweis erforderlich ist, wenn mann sich an die Fachregel des Dachdeckerhandwerks hält.
- Vergesst die Entlüftung nicht

Gruß Ronny



Rückfrage zur IBN



Danke erst einmal an den Herrn Heim.

@Ronny:
Mit Entlüftung meinen Sie diese Dachraumentlüfter, die theoretisch in jeden Sparrenzwischenraum gehören?
Gibt es da auch die Möglichkeit den First zu entlüften (bei Naturschiefer)? Was wäre denn die finanziell günstigere Variante?

Um eine Belüftung im Bereich der Giebel / Kehlen zu erreichen stelle ich mir vor, dass mann einen Dachraumentlüfter recht dicht an der Kehle anbringt und dann die benachbarten Konterlatten unterbricht - damit eine Luftzirkulation entstehen kann



Noch eine kleine Bemerkung



eine Luftschicht unter 4 cm gilt meines Wissens nach nicht als Unter- oder Hinterlüftung. Bei einer Pfannendeckung , die nicht dicht ist und außerdem noch eine Traglattung aufweist mögen 2,5 cm ausreichen. Zwischen 2 Schalungen, Weichfaser und Rauhspund sehe ich das etwas anders.





"Dächer >5° DNG Mindestlüftungsqerschnitte sind in der DIN4108-3 geregelt und betragen mind.200cm²/m Be & 50cm²/m Entlüftung bis 9m Sparrenlänge".Das ist die Mindestanforderung. Mehr geht immer.
Kann Durch Lüfterfirstbleche, Flächenlüfter oder das Anheben der Firstrollschicht erfolgen.
Bei den Kehlen können zur Belüftung die Flächenlüfter eingesetzt werden, aber bei eingebundenen Kehlen weit genug über den Kehlauslauf setzen und den Wasserlauf beachten.
KL sollen auch in KNG°unterbrochen sein um Kondens-, Treibschnee- oder sonstiges Wasser in die Kehlunterkonstruktion zu leiten,sonst zieht sich das Wasser an der KL und könnte sich kapillar in die NL ziehen. Das alles wird Ihr Dachdecker wissen, wenn sie Ihn sorgfälltig auswählen (Referenzen).

@ IBN
Fachregeln,DIN oder WTA sind zum lesen da.
Habe darüber zwar auch meine eigene Meinung, aber e bisl müss´mer uns dran halten.Wissen sie das mit den 4 cm ganz genau oder glauben sie es zu Wissen?

Gruß Ronny



@ Ronny



Offensichtlich weiß ich es nicht, sondern habe mir meine Regel selber gemacht, wobei ich aber denke, dass sie gut nachvollziehbar ist. Dazu hatte ich dann jetzt noch einmal die Gelegenheit. Man macht ja so manche Dinge Tag ein Tag aus und denkt nicht mehr immer darüber nach, wo es denn nun hergekommen ist. Ich versuche mal zu erklären, wie ich mir meine Regel zurecht gelegt habe.
Die Din 4108-3 nennt eine mindest Luftschichtdicke von 2,0 cm, soweit richtig. Die 200 cm²/m betreffen den freien Lüftungsquerschnitt an der Traufe. 200 cm² kommen zu Stande, wenn ich die 2 cm starke Luftschicht an der Traufe komplett offen lasse. da es aber empfehlenswert ist hier einen Insektenschutz einzubauen, muss ich die Höhe des Zuluftbereiches an der Traufe vergrößern um die erforderlichen 200 cm² zu erreichen. Das tue ich, indem ich die Unterlüftung mit 4 cm festlege und an der Traufe Lochbleche oder ähnliches anordne. Natürlich sind hier auch andere Konstruktionen möglich und je nach Konstruktion nicht immer 4 cm erforderlich.
Die 4 cm habe ich tatsächlich vom Mauerwerksbau übernommen und habe mich gefragt, warum beim Mauerwerksbau 4 cm die absolute Untergrenze sein soll und bin der Meinung, dass diese 4 cm dem Dach, wenn eine geschlossene Schalung eingebaut wird, auch gut tun. zugegeben, dass hat dann nichts mehr mit Fachregeln, DIN oder WTA zu tun, sondern liegt in meiner Verantwortung als Planer.



Was bedeuten denn



die Abkürzungen KNG° und NL?

Also die Konterlattung sollte unterbrochen sein. Heißt das über die komplette Länge (was war noch gleich KNG?) oder nur im Kehlen- bzw. Traufbereich.
Aus Kostengründen kommt für uns nur ein Kehlblech in anthrazit in Frage (es sind fast 30m Kehle!).
Was mir noch nicht klar ist: wie kann man den First ausführen?
Da habe ich nun stundenland im Internet gesucht. Meistens ist die Rede von 5cm Überstand. Aber den kann man ja nicht entlüften - denke ich. In jedes Sparrenfeld Entlüfter einzubauen erscheint mir die aufwendigere und teurere Lösung zu sein. Deshalb habe ich nach irgend einem Firstblech gesucht, das entlüftet ist.

Vielen Dank einmal an alle für die Hilfe!!!

Grüße
A. Thies





@ IBN
Ich gebe Dir ja recht, dass der Lüftungsqerschnitt von 4cm auch OK ist. Muß aber nicht sein. Zugegeben bei Doppelschaligen Aufbau bei Schiefer gestaltet es sich etwas schwieriger, aber z.B. bei Ziegeldeckungen Kante ich mir mein Lochblech eh etwas größer, damit ich an der Traufe etwas Sturz bekomme.
Ich finde es ja super, wenn es Planer gibt die sich selber ne Rübe machen.

@ Andreas
KNG - Kehlneigung
NL- Nagellöcher

Normal gebe ich meine Kniffe nicht so Preis, aber ruf doch mal durch dan erkläre ich dir eine vernünftige Ausführung deines First. Nummer gibts auf meinem Profil.

Gruß Ronny



Danke erst mal an alle.



@Ronny
ich werde nächste Woche auf Ihr Angebot zurückkommen.