Formaldehyd und PCP Austritt bremsen

14.03.2012 Ebse



Kennt sich von euch jemand mit Kairatin aus? Soll wohl eine Art Vlies sein das man auf die betroffenen Wände anbringt damit kein Formaldehyd oder pcp aus den Wänden tritt. Wie bringt man den flies aber genau an? Muss man im ganzen Haus dann nochmal auf diesen Vlies ein weiteren Gipskarton oder ähnliches anbringen? Oder kann man direkt auf dem Vlies verputzen, tapezieren, Natursteinwand anbringen? Wie läuft das genau ab?





Hallo Lottner,

Kairatin ist im Prinzip ein modifiziertes Schafwollflies. Das Schafwollfett wird ausgewaschen und die Faseroberflächen durch das Verfilzen vergrößert (ich glaube das mal so gelesen zu haben). Schafwolle hat anerkannterweise schon immer die Eigenschaft Schadstoffe an sich zu binden und nicht mehr an die Raumluft abzugeben. Das Flies kann man beispielsweise zwischen zwei Gipskartonplatten einbauen oder aber bei einer Außenwandsanierung auch von außen zwischen den Ständern verbauen und erst dann die neue Dämmung einsetzen. Mittlerweile gibt es auch Platten von Fermacell oder Knauf bzw. Rigips, welche mit Kairatin beschichtet sind und ebenfalls Schadstoffe aus der Raumluft an sich binden. Bei Fermacell heißen die Greenline. Direkt auf dem Flies verputzen oder ähnliches geht nicht.

Übrigens, die wenigsten Apotheken haben den BioCheck F von Dräger vorrätig (wird eben selten nachgefragt), kann aber innerhalb von einem halben Tag besorgt werden. Am besten heute vormittag so früh wie möglich anrufen, dann hat die Apotheke den Test auch heute Abend wirklich da. Ich empfehle auch zwei oder mehr Test zu kaufen, so kann man unterschiedliche Räume getrennt voneinander testen, z.B. Schlafzimmer und Wohnzimmer getrennt. Auch hier nochmal ein Tipp: Mach die Messungen nacheinander und nicht gleichzeitig. Es kommt darauf an die Testergebnisse nach genau 2 Stunden abzulesen. Nur dann ist das Ergebnis verlässlich. Nach den zwei Stunden verfärbt sich das Testergebnis von selber auch ohne vorliegen von Formaldehyd sehr schnell dunkler, so dass das Messergebnis dann nicht mehr stimmt und viel zu schlechte Werte anzeigt. Ansonsten bitte genau wie in der Anleitung beschrieben vorgehen!!!

Lasst Euch nicht verrückt machen, wenn Ihr bereits 40 Jahre ohne Probleme in dem Haus gelebt habt, dann kann doch gar kein so großes Problem für die Gesundheit bestehen oder? :-) Die Häuser sind alle unterschiedlich und werden alle unterschiedlich genutzt. Daher kann man nie ein Haus mit dem anderen vergleichen sondern muss jedes Haus individuell betrachten. Damals im Holzschutzmittelprozess war übrigens nicht das Hauptproblem das typische Fertighaus, sondern die Privatanwender von Holzschutzmitteln, die auf eigene Faust die Holzschutzmittel in sehr großen Mengen im Dachgebälk, Fachwerk oder Paneelen verarbeitet haben in der Vermutung ihrem Holz und Haus etwas gutes zu tun. Die vorgeschriebenen Mengen sind dabei natürlich um ein vielfaches Überschritten worden. Bei den Ständern des Fertighauses ist meist ein Tauchverfahren angewendet worden. Dabei ist die Aufbringungsmenge gleichmäßiger. In manchen Fertighäusern wurden außerdem zusätzlich zu den Holzständern V100G Spanplatten verbaut, welche Holzschutzmittel zusätzlich auch in der Spanplatte enthalten. Diese Platten sind vor allem die Problemmacher, denn die Menge der Holzschutzmittel im Verhältnis zu Fläche ist hier größer. Außerdem wurden diese Platten häufg als äußere Platte verwendet, wo sie höherer Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Die Feuchtigkeit ist ein Reaktionsbeschleuniger und macht das Problem nur noch größer.

Berichte doch mal über die Ergebnisse!!!! Achja, am besten mach auch mal nach den 2 Stunden unter guter Beleuchtung vom Testergebnis ein Foto, für später!



Lehm bindet Schadstoffe.



Eine praktikable Variante wäre die Spanplatten mit Lehmputz auf Schilfgewebe zu verputzen. Im Trockenbau könnten Lehmbauplatten Stärke 2 oder 2cm auf die Spanplatten geschraubt werden. Damit diese Preß liegen sollte die Plattenoberfläche zuvor mit Lehmputz dünn (ca 2-3mm) überspachtelt werden.



Klingt alles sehr aufwändig.



Die dauerhafte Aufnahme- und Speicherwirkung eines Schafwollvlieses ist ebenso unsicher wie die einer dünnen Lehmschicht.

Dauerhaft wirksam ist die Maskierung der Schadstoffe mit einem Schellackanstrich. Dazu berate ich gern näher und vetreibe das Produkt auch. Ferner gibt es von Baden-Chemie den Schadstoff-Ex, ein Mittel, das bestimmte Schadstoffe sogar abbauen soll.

Wichtig ist aber in jedem Fall, die Platten nicht allseits dicht einzupacken. Bei Auffeuchtung des Materials kann auch die Schadstoffemmission steigen.

Alles in allem kein Fall für die schnelle Selbsthilfe, es sollte ein Sanierungskonzept vom Fachmann erstellt werden, das ja durchaus auch in Eigenleistung umgesetzt werden kann.

Grüße

Thomas



vertreiben Sie, Herr Böhme das COVA-System



vom Naturfarbenhersteller Livos?



Nein,



ich mache wenig mit Livos. Mein Sperrgrund kommt von Natural.

Grüße

Thomas