aufbau sandsteinfussboden mit fussbodenheizung? Brauch ich einen Estrich?

25.11.2007



hallo,

wir sind mittlerweile mit unserer alten Zehntscheuer weiter gekommen. Jetzt stellt sich die Frage, wie wir den Sandsteinfußboden im EG wieder aufbauen. Die Platten hatten wir rausgenommen und mittlerweile befindet sich ein Betonfundament im EG. Jetzt schlägt unsere Architektin folgenden Aufbau vor:

- Beton
- PE Folie
- 10cm Styrodur
- FB Heizung in Styro Platten (so ein System, wo die Schläuche in Hartschaumplatten eingeclipst werden)
- 4 cm Mörtel als Quasi-Estrich
- Sandsteinplatten im Dickbettverfahren geklebt

Es gibt da 3 Sachen, die mir nicht gefallen
1. die Sandsteinplatten lagen vorher in Sand und das hat erstklassig funktioniert. Wieso nicht wieder in Sand legen?
2. Der Rohbauer sagt: 4 cm Mörtel geht gar nicht, das bricht, da die schweren Platten den Mörtelstrich belasten und das Styrodur drunter nachgibt -> Bruchgefahr. Es müssten mindestens 8cm und dann Fasersestrich sein oder 5cm Anhydridestrich
3. Der Estrich bring wieder jede Menge Wasser ins Haus

Also frage ich mich: brauche ich diese "Estrich"schicht überhaupt. Wieso nicht folgender Aufbau

- Beton
- PE Folie
- 10cm Styrodur
- FB Heizung in Styro Platten (so ein System, wo die Schläuche in Hartschaumplatten eingeclipst werden)
- Auffüllen mit QuarzSand bis ca. 4cm über den FB Schläuchen
- Sandsteinplatten geschnitten in Sand verlegen, mit irgendwas verfugen (oder auch nur mit Sand auffüllen)

Vorteile: kein Wassereintrag im Haus durch Estrich und keine Bruchgefahr.

Was denkt Ihr?

Danke und Gruß, Christoph



Estrich



Hallo !

Mich wundert die PE Folie auf dem Beton, Beschädigung durch die rauhe Betonoberfläche, keine dichten Übergänge zwischen den Bahnen... ist hier nicht Schweissbahn Stand der Technik?

Auf das Styrodur muß nicht noch eine Styroplatte, die Rohre lassen sich auf Styrodur ganz einfach mit speziellen Kunststoffklammern "festtackern". Das wird wesentlich preiswerter sein.

Die Platten in Sand legen hört sich nicht schlecht an, ist vor allem reversibel. Wäre mal eine ganz andere Art von "Trockenestrich".


Viel Erfolg,
Karsten



in der tat...



hallo karsten,

ja in der Tat, diese PE Folie erscheint mit auch eher so eine "wir wissens nicht so genau, aber irgendwas sollten wir mal machen" Lösung. An sich würde ich zur Vereinfachung des Aufbaus ja auch die noch weg lassen. Das Haus ist trocken, war es auch vor Einbringen der Betonplatte schon und wenn da was von unten käme, dann wäre es mir auch lieber, wenn es nach oben weg könnte, anstatt unter der Folie zu gammeln.

Besagt Deine Einschätzung "hört sich nicht schlecht an", dass Du auch meinst der Estrich sei verzichtbar?

Dein Argument "ist vor allem reversibel" unterstütze ich auch so, denn als wir die Platten rein auf Sand herausgenommen haben, war das kein Problem. Es hat zu keinerlei Schäden irgendwo geführt. Wenn die auf Estrich verklebt gewesen wären, dann wären die Platten jetzt sicher alle kaputt.

Ich bin mir aber immer noch unsicher. Benötige ich die "steife Platte" des Estrich doch nicht? Und dann: was für einen Wärmeleitwert hat den die Sandschicht? Isoliert die nicht aufgrund ihres Luftanteils die gesamte Heizleistung der FBH? Es gab Leute, die haben dazu geraten den Quarzsand mit "natürlichem Kalk" zu mischen. Ich weiss aber nicht, was genau "natürlicher" Kalk ist und welches Mischungsverhältnis da richtig wäre.

Bin also für weitere Kommentare dankbar...

:-) c.



Estrich



Hallo !

Ich bin kein Estrichleger und auch kein Fachmann für Fußbodenheizung. Mir hat ein befreundeter Estrichlegermeister nur gesagt das, aus den besagten Gründen, eine Schweissbahn an dieser Stelle Stand der Technik ist, und keine PE Folie. "...und weil es für dich selber ist, zahl ein paar Euro mehr und nimm die dampfdichte Bitumenbahn mit Aluminiumeinlage". Der Vorschlag PE Folie von einer Architektin kommt mir etwas spanisch vor.

Wenn man bedenkt das man Fußbodenheizung auch in Trockenestrich legt, wo man sehr schlechten Kontakt zwischen Rohr und Estrichplatten hat und das auch funktioniert, kann die Lösung mit dem Sand nicht schlechter sein.

Mir spukt noch im Kopf, das sich die Platten im Sand, wenn auch minimal, bewegen können und die Lastverteilung einer gegossenen Estrichplatte besser ist. Fraglich wie die FBH Rohre darauf reagieren..

Auf die Styroplatten und unter die Rohre sollte dann aber noch eine dünne Folie, damit der Sand nicht zwischen die Ritzen rieselt.


Karsten



Man nehme ein Plastik-Rohr



stecke es in einen Sandhaufen, schiebe es eine Weile hin und her und betrachte sich nun die Oberfläche des Rohres.
Richtig; zerkratzt. Dieses wird auch mit Heizungsschläuchen passieren. Durch die schwankenden Temperaturen unterliegen diese nämlich ständigen Längenänderungen. Der Sand wirkt dann wie Schleifpapier und wird die Schläuche beschädigen. Wer weis wie lange sowas hält! Wenn direkt in den Sand, dann nur mit Schutzschlauch. Da hat man aber einen schlechteren Wärmeübergang in den Sand.

mein Vorschlag:
-Schweißbahn
-Dämmung
-FBH-Platten mit Schläuchen
-Fermacellplatten mit satt Flexkleber sauber aufkleben und ringsum gegen Sand abdichten(ggf.Vlies drauf)
-Sand drauf
-Sandsteinplatten

Da die Fermacellplatten auch etwas dämmen ist dies zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber ihr könnt im Rep-Fall die Sandsteinplatten retten.

Gruß Marko





Hallo
Im IG-Bauernhaus Forum gibt es einen Beitrag über einen Aufbau so ähnlich wie du ihn dir vorgestellt hast. Allerdings hat man dort Kupferrohr für die FBH verwendet, kannst es dir ja mal dort angucken vielleicht hilft es dir weiter. Der Nutzer schien jedenfalls sehr zufrieden damit zu sein
Gruß
Dorothée



Ähnliches Problem



Hallo, wir stehen vor einem ähnlichen Problem, wir müssen Deelnplattenaufnehmen und neu verlegen. Als Denkanstoß, wir haben allerdings weder Betonplatte, noch Folie, noch Estrich, noch Schweißfußbahn und auch keine Fußbodenheizung. Ich werde wohl die Platten in Einkornbeton legen, das ist ein Gemisch aus Splitt und Zement im Verhältnis 3-1 trocken im Mischer gemischt. Das Zeug dann mit der Karre ab in die Deele, die Deelenplatte drauflegen, wieder hochnehmen, die Bettung korrigieren, Platte hinlegen, mit Gummihammer zurechtwemsen, nächste Platte. Am Ende des Arbeitstages mit seichtem Strahl aus wasserschlauch Wasser durch die Fugen und unter den Platten her rinnen lassen, dann bindet der Zement ab und die Kiste steht. Ob das Fußbodenheizungskompatibel ist, weiß ich allerdings nicht...
Vielleicht taugt das als Denkanstoß?
Schöne Grüße, Mario Albrecht



geht schon so



habe mittlerweile erfahren, dass es durchaus bereits solche aufbauten gibt. im kloster maulbronn ist sowas (Sandsteinplatten auf Sand) und auf (allerdings elektrischer) FBH verlegt worden. 3 bis 4cm Sand sollen da wohl reichen. Markos Einwand mit dem Zerkratzen der FBH-Rohre werde ich mir noch mal überlegen, aber ansonsten werde ich es dann wohl so machen, wie angedacht. Die Schweissbahn werde ich mir allerdings schenken (unterm Beton liegt eh bereits PE-Folie).

Dorothée, danke für deine Info, jetzt habe ich den Artikel auch gefunden ;-) das war noch sehr interessant bezüglich der Art des Sandes.

Gruß, Christoph



Sandsteinfußboden



An Mario Albrecht:

Bevor Du unangenehme Erfahrungen mit dem Mischen und Verarbeiten von Einkornbeton machst:
1. Splitt und Zement trocken gemischt geht nicht.
Die entmischen sich wieder. Unten liegt der Zement, oben der Splitt.
2. das Einschlämmen funktioniert auch nicht. Mit einem auch noch so seichten Wasserstrahl spülst Du den Zement vom Splitt ab.

Was geht: zementgebundene Liaporschüttung verwenden.
Dazu wird aus Zement und Wasser ein Zementleim hergestellt, das Liapor dazugegeben. So entsteht um die Kügeln eine dünne Zementleimhülle, die für späteren Verbund sorgt und eine Haufwerksstruktur bildet.
Wichtig: unter dem Liapor muß ein nicht verdichtungsfähiger Unterbau vorhanden sein, das mindeste ist ein gut verdichtetes Planum aus Kiessand.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Hallo, Georg Bötttcher.



Dieses Mischverfahren haben wir schon öfter angewandt, wir haben 20 cm Schotter 0/45 verdichtet, und ca. 3 cm stark Zement-Splitt-Gemisch trocken abgezogen. Darauf z. B. 8/10er grauwacke gesetzt, jeden Stein von unten mit Flexmörtel bestrichen, die Steine in den Einkornbeton geschlagen, mit langem Kantholz "ausgerichtet" und dann mit Wasserstrahl seicht besprüht. Das war am nächsten Morgen bombenfest. Gleiche Vorgehensweise mit Deelenplattten und unebener Unterseite, Platte für Platte die Bettung angegelichen, und dann wie beschrieben mit Wasser angefeuchtet, war auch am nächsten Morgen fest. Die beiden Versuche sind jedenfalls gut gegangen. Haben Sie andere/schlechte Erfahrungen gemacht?
Schöne Grüße, Mario Albrecht



Sandsteinfußboden



An Mario Albrecht:
Den Zement hättet Ihr Euch sparen können, das Ergebnis wäre dasselbe gewesen. Auch der Klebemörtel ist albern.
Das "seichte Besprühen" macht dann Sinn, wenn das obere Drittel der Fugen eine trocken eingekehrter Sand-Zementmischung erhält.
Einkornbeton funktioniert nur, wenn der Zement die Körnung umhüllt. Dazu muß er am Splitt kleben. Und das geht nur, wenn entweder der Splitt vorher genässt wird und dann Zement dazukommt oder erst ein Zementleim (Wasser- Zementgemisch) hergestellt und dann Splitt dazugegeben wird.
Trocken erfolgt eine Entmischung, nur bei feuchtem Splitt bleibt etwas Zement kleben.
Die ganze Eierei kann man sich übrigens sparen, wenn man erdfeuchten Beton nimmt (liefert jedes Betonwerk). Haufwerksporige Betone werden nur verwandt, wenn es um Dämmung oder Dränung geht. Und dafür ist ist Liapor als Zuschlag mit seiner runden Struktur natürlich besser.
Für einen Innenbereich reicht übrigens Sand 0-5 mit Kalkzusatz erdfeucht angemischt als Bettung völlig aus.

Viele Grüße
Georg Böttcher