Platten, Renovierung, Modergeruchsentwicklung

19.11.2015 Noec



Hallo,
wir haben ein Okalhaus 117 aus dem Jahr 1968 gekauft.
Die Messungen des Baubiologen haben keine gesundheitlich bedenklichen Werte ergeben.
Jetzt möchten wir vor dem Einzug renovieren. Worauf muss man ganz besonders achten?
Im Zuge der Renovierung sollen die Küche, das Badezimmer, die Gästetoilette komplett gemacht werden. Die Zimmer sind mit Parkett ausgelegt, der nur bearbeitet werden soll.
An der Decke sind die Platten, die beim Bau des Hauses verwand wurden. Diese sollen verkleidet werden ohne das die alten Platten abgenommen werden.
Ist es sinnvoll von Innen zusätzlich Platten an die Wände anzubringen, vielleicht mit Dampfsperre, um einem Modergeruchsentwicklung vorzubeugen.
Was sollte man man bei der Renovierung beachten um eine ausreichende Belüftung zu gewährleisten?

Ich wäre sehr dankbar für Denkanstösse und Ideen bzw. Erfahrungen, da wir noch am Anfang stehen...
Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
Noec



Okalhaus überprüfen und sanieren



Auf welche Schadstoffe hat der Baubiologe das Gebäude untersucht?
Auf Formaldehyd,Lindan,PCP etc und auf Schimmelpilze?
Habt ihr die Laborwerte vorliegen?

Wenn keinerlei Belastungen vorliegen bracuhen keine Dampfbremsen/-sperren eingebaut werden.

Wieweit zusätzliche Dämmungen eingebaut werden hängt auch von früheren Sanierungen ab und welchen Aufwand ihr jetzt betreiben wollt.
Habt ihr einen Energieausweis und die Energieverbräuche der letzten Jahre?

Andreas Teich





Die Laborwerte wurden am Telefon durchgegeben und liegen noch nicht in Schriftform vor. Überschreiten wohl nicht die Richtlinien des Umweltbundesamt.

Ein Energieausweis liegt vor. Dieser besagt:
Energiebedarf 189,9 kWh
Primärenergiebedarf 212,3 kWh
jeweils QuadratmeterxJahr

Das Dach wurde vor 11 Jahren neugemacht und ansonsten sind keine weiteren Sanierungen vorgenommen worden.
Die Fenster sind die Holzfenster mit doppelter Verglasung vom Bau des Hauses mit elektrischen Rollläden.



Okalhaus-Sanierung



Es wäre auch günstig, von den letzten 5-10 Jahren die tatsächlichen Energieverbräuche zu bekommen.
Wenn Sie die Kundennr beim jeweiligen Versorger angeben sollte das zu bekommen sein.
Oder vom bisherigen Eigentümer/Bewohner

Bei den Daten wären Dämmmaßnahmen sinnvoll.
Woraus besteht die Fassade?

Bei Empfindlichkeiten kann evt auch der Einsatz von geprüften Schimmelspürhunden sinnvoll sein- die können zerstörungsfrei Belastungen feststellen, die nicht offensichtlich sind und von Menschen (noch) nicht bemerkt werden.

Andreas Teich



Hallo Noec



Und erst mal herzlichen Glückwunsch zum Hauskauf.

Bei Okalhäusern der damaligen Zeit wurden keine Dampfsperren verbaut.
Ich schließe mich der Frage von Herrn Teich an, aus welchem Material besteht die Fassade.

Den Modergeruch durch zusätzliche Innenbeplankung vorzubeugen wird langfristig nicht funktionieren.
Der Modergeruch kommt zu über 90% aus der Dämmung (Glaswolle) der Aussenwände. Sollte die Fassade aus Eternit- / Asbestplatten bestehen würde sich beim erneuern der Fassade der Tausch der belasteten Glaswolle empfehlen.
Auf keinen Fall von Innen öffnen.

Eine solche Maßnahme ist auch KFW-Förderfähig.

Schöne Restwoche

Rudi





Erstmal herzlichen Dank für die schnellen Antworten :)

Es handelt sich tatsächlich um die Eternit-/Asbestplatten in der Vorder- und Hinterfront. die seitlichen Außenwände sind Mauerwerk, so hat es der Eigentümer beschrieben.

Wisst ihr ab welchen gemessenen Werten ein Modergeruch wahrgenommen wird, oder ist dies individuell unterschiedlich?
Oder sind sonst Vergleichswerte zu bekommen? Zur Lindan und PCP- Bestimmung wurden Proben aus dem Holz des Dachstuhls genommen. Die restlichen Werte sind aus der Raumluft.

Wir beabsichtigen vorerst eine Renovierung von Innen.
Sollte es ratsam sein dort bestimmte bindende Anstriche zu benutzen. Zumal wir die Decke aus optischen Gründen auch verkleiden wollen bzw. einen Teil der innenliegenden Wand mit Naturstein zu verziehren.
Jedoch soll natürlich nicht die Luft- und Feuchtigkeitszirkulation dadurch stark beeinträchtigt werden.

Fragen über Fragen und nochmal vielen Dank für die Antworten!
Noec



Hallo Noec



Habt Ihr euch das Haus nich angesehen, für den Geruch gibt es sicherlich Grenzwerte, Chloranisole ist das Zauberwort.
Aber da es sich um Geruch handelt, verlasst euch auf eure Nasen ;-)
Riecht wie ein alter Weinkorken.

PCP / Lindan aus dem Dachstuhl?
Die Schadstoffe aus den Holzschutzmitteln lösen sich im Ständerwerk, auch hier sind die Aussenwände die intensivste Quelle.

Formaldehyd, ausgasung der Verleimung in den äusseren Spanplatten.

Wenn du Lust hast ruf einfach mal an, Tel. Nr. auf meiner HP.

Schönen Abend.

Rudi



Hallo nochmal,



eigentlich dachte ich geantwortet zu haben... hat wohl nicht geklappt :)

Also sinngemäß nochmal:

Wir waren natürlich im Haus gewesen und es roch jetzt nicht außergewöhnlich schlimm für mein Empfinden (dafür, dass es jetzt mehrere Monate leersteht).

Darüberhinaus hat man uns vorgeschlagen nicht nur die Decken sondern auch die Wände komplett mit Rigips zuverkleiden.
Ist dies empfehlenswert? Oder birgt es irgendeine Problematik in sich?
Sollte die Tapete drunter vollständig entfernt werden. So wie es aussieht würde sich dies äusserst schwierig gestalten.
Gibt es vielleicht hier Erfahrungen dazu?

Ich danke im Voraus für die Antworten,
viele Grüße
Noec