OSB oder Rauhspund

04.04.2005



Hallo,
in meinem Neubau bekomme ich einen begehbaren Bodenraum, den ich auch nur als sogenannten Dachboden nutzen möchte.
Der Balkenanstand beträgt 80 cm. Sollte man für den Fußboden OSB-Platten oder Rauhspund wählen? Was ist tragfähiger?



die Tragfähigkeit ist



abhängig von der Dicke, kann damit also beeinflusst werden.
Nachdem die Spanplatten wegen ihrer Formaldehyproblematik in Verruf gekommen waren, freuten wir uns die OSB-Platten mit baubiologischem Prüfzeugnis zu haben. Vor ca. 3 Jahren wurden jedoch die Rezepturen geändert. Von da an wurden PUR-Leime eingesetzt. Nun ist es mir, bis zum Nachweis einer Unbedenklichkeit nicht mehr möglich diese Platten zu empfehlen. So nehmen wir doch, wo immer es möglich ist, einfach das Vollholz dann brauchen wir uns über die Inhaltsstoffe keine größeren Gedanken zu machen.
Verbretterung wie in der Skizze dargestellt. Jedes Brett/ Auflager min 2 Nägel. Brettstöße max. 1,0 m breit immer auf einem Deckenbalken bzw. Kehlbalken und um min 2 Felder versetzt. Das ergibt eine saubere stabile Konstruktion.



Anschlußfrage



Nur ganz kurz:

Welcher Schraubentyp/Länge sind
für 28mm Rauhspund geeignet?
Geht in überwiegend neue Eichenbalken,
vorbohren oder 'Gewalt' anwenden?
(hasse rundgedrehte Schraubenköpfe)

Vielen Dank,
Philipp Kawalek



Nägel



28*65 oder 31*70
Schrauben haben eine geringere Tragfähigkeit. Eine für tragende Verbindungen zugelassene (achten sie auf das Ü-Zeichen auf der Verpackung) Spax-Schraube 30*60 hat kann eine Kraft von 0,15 kN übernehmen. Ein Nagel 28*65 0,30 kN.
Ob entsprechend dickere Schrauben gewählt werden können ist abhängig vom Balkenquerschnitt.
Laut Zulassung werden die Schrauben in Holzverbindungen nicht vorgebohrt.





wie ist das mit Feuchte, die vielleicht durch die luftdichte Folie des DG-Trockenbaus an Fehlstellen in die DG-Dämmung eintritt und sich unter dem Fußboden des ungedämmten Dachbodens bildet? Kann die Feuchte durch OSB hindurch oder empfiehlt sich eher Rauhspund? Oder gar kein Boden im Neubau, wegen der hohen Feuchte?



Fehlstellen



darf es in der luftdichten Ebene nicht geben.
Holz hat den Diffusionswert 40 und ist damit diffusionsoffener wie eine OSB-Platte mit einem Wert von 143





Hallo,
wenn der Raum später doch als Wohnraum genutzt wird auf jeden Fall OSB verwenden (saubere Verarbeitung etc. möglich).
Falls Raum "nur" als Dachboden verwendet wird reicht Rauhspund.





@Oliver:

Kannst Du Deinen Vorschlag mal begründen?
Ich habe es bewußt andersrum gemacht,
und bin auch mit Arbeitsablauf und Ergebnis zufrieden.
Desweiteren bin ich der Meinung,
das raumlanger Rauhspund statisch vorteilhafter als unhandliche, unflexible und müffelnde OSB-Platten ist.

Zur Befestigung habe ich übrigens Torx-Schrauben in 5x60 verwendet, keine einzige abgedreht. :-)

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



Das war doch eine gute Entscheidung!





@ Fred Heim



Ist die tabellarische "Tragfähigkeit" Schraube / Nagel im Fußbodenbereich überhaupt relevant?

Daß Nägel (auch die noch fester haltenden alten Vierkantnägel) im Laufe der Zeit unter bestimmten Bedingungen lose werden (Nachnageln erforderlich, weil Dielen knarren etc.) ist sicherlich unbestritten. Bei Schrauben habe ich das noch nicht beobachtet. Wie passt das mit den Tabellen zusammen?

Grüße

Thomas



@Thomas Böhme



Hoffentlich habe ich die Frage richtig verstanden!
ich habe gegen eine Verschraubung nichts einzuwenden, es müssen für tragende Verbindungen zugelassene Schrauben mit einem entsprechenden Durchmesser sein und diese sollen wie oben beschrieben (Skizze 1. Antwort) eingebaut werden. So ergeben sich von Nagel zu Nagel und Balkenauflager zu Balkenauflager kleine Diagionalen im Holz, die in der Summe die Steifigkeit ausmachen.
Es werden bei der Berechnung einer solchen Scheibe natürlich nicht die Tabellenwerte angesetzt. Der Schlupf der Nagelung, wird über Beiwerte berücksichtigt.
Nachnageln kann tatsächlich manchmal erforderlich sein, nicht nur weil der Boden knarrt.
Das Ganze ist nicht meine Idee sondern ist in alten DIN-Normen und in der Literatur so wieder zu finden. Auch aus dem Studium kenne ich diese Berechnungen.
Und das Ganze funktioniert natürlich in Verbindung mit einer ausreichenden Zugverankerung der Balken mit den Außenwänden. Verschwinden diese Verbindungen, weil sie beim Umbau stören oder weil sie durchgerostet sind, kann man die ausbeulenden Wände als Ergebnis sehen, sowohl im Fachwerk wie auch im Mauerwerksbau.



Ich betrachte das Ganze halt aus der Sicht eines Dielenverlegers,



und unser wichtigstes Verbindungsmittel ist die Dielenschraube von SPAX 3,5 x 45, je Brett 1x verdeckt geschraubt. Beschränkt auf die Verlegequalität der Dielung betrachtet, hatte ich damit noch keinerlei Probleme,kann naturgemäß den 100-Jahrestest zur Dieleschraube aber auch nicht bieten.

Der Vorteil der Teilgewindeschraube, auch heranziehen zu können,ist für uns da eben auch wichtig.

Grüße

Thomas



Tja



kann ich ja verstehen, aber 1* verdeckt geschraubt gibt keine Deckenscheibe, sondern einen besonders schönen Boden. Dann muss eben die Scheibe darunter eingebaut werden. Wird halt ein bischen stärker.



Die alte Frage



nach der Notwendigkeit einer Deckenscheibe. Wenn auch im Altbau häufig erforderlich, ist sie im konkreten Falle (Neubau)wohl verzichtbar.

Grüße

Thomas



Alte Frage



Richtig! Auf die Deckenscheibe im Neubau kann dann verzichtet werden, wenn es durchgehende Ringbalken gibt.





Hallo,

zur Frage Rauhspund oder OSB.
Bei uns ist es Gang und Gebe OSB für Wohnflächen zu nutzen.
Bei Verwendung von Rauhspund (bei Wohnflächen) wird zusätzl. eine Korkschicht aufgetragen.
Befestigung (Rauhspund) erfolgt übrigens mit Nägeln (bei Vewendung als Dachboden).
Vorteil für OSB liegt eindeutig in der Verarbeitung (meine Meinung).