Sauerkohlplatte an die Außenwand

24.07.2008



Zum Gruße an alle Fach(werk)bauer!
Mich interessiert mal Eure Meinung zu dem Außeneinsatz von den sogenannten Sauerkohlplatten (Klimalitplatten). Die zementgebundenen Holzwolleplatten sollen, da ich sie von einem alten Grundstück umsonst bekomme meine Putzträger für einen Außenputz sein. Bisher kann ich mich noch nicht entscheiden mit Holzfaserplatten oder wieder mit der Flachsplatte im Ständerwerk als Dämmstoff zu arbeiten. Aber Fakt ist, dass in unser Dorfbild nur eine verputzte Fassade passt. Die Fragen lauten also: Wie haltbar sind überputzte Klimalitplatten und welchen Dämmwert bringen die von hause aus mit. Dementsprechend kann ich meine restlichen Dämmstoffe berechnen. Vielen Dank für alle Beiträge, die mir weiterhelfen können. Ciao Grischa



Außenwand



Wie ist denn der Aufbau der vorhandenen Außenwand?

Viele Grüße



Sauerkrautplatten als reine Putzträgerplatten für Außenputze sind jederzeit



zu empfehlen.Die haben sich in nun fast 100 Jahren gut bewährt. Allerdings haben die keine gute "Dämmleistung". Eine Kombination mit dahintergepackten Hanf- oder Flachsmatten ist in jedem Fall sinnvoll.



Es



spricht nichts gegen die Sauerkrautplatten, aber wir so oft sind die Details der Ausführung wichtig.

D,H, Der Aufbau sollte monolotisch sein. Auch die Putze und die Farbe spielen eine wichtige Rolle.

Grüße





Vielen Dank für die Antworten!

Der bisherige Aufbau besteht aus einer schlichten 100 Jahre alten 32er Ziegelwand von der der alte Außenputz runter muss.

Der neue Aufbau könnte von innen nach außen sein:
Kalkfarbe auf Zementputz, dann die 32er Ziegelwand, Holzständerwerk mit Flachsplatten wobei sich die Dicke nach Dämmwert und Dicke der Sauerkohlplatte richtet. Schließlich die fraglichen Klimalitplatten mit tja, welcher Art von Putz drauf und welchem Außenanstrich!?

So könnte das werden. Oder lieber nich?
Ciao Grischa



Hallo,



statt dem Kalkzement putz könntest du auch auf einen hydraulisch Kalk wechseln z.B Schäfer-Krussmark Putz.

Kalkanstrich ist super hier kann ich Dir nur Sumpfkalkfarbe empfehlen die in den frischen Putz gepinselt werden muß.

Innen würde ich zu Lehmputz raten. Ist einfach zu Verarbeiten und macht ein schönes Raumklima. In den Unterputz auf den Platten gehört auch, egal welchen Putz Du verwendest ein Gewebe rein.

Grüße Gerd



Außenwand



Eine "32-iger Ziegelwand" - könnte das Sparmauerwerk sein?
Eine normale 1,5 Stein dicke Wand ist im Rohbau 36,5 cm dick (ohne Putz).
Falls Sparmauerwerk vorhanden ist, sollte der Zustand vorher genau geprüft werden, auch im Hinblick auf die Tragfähigkeit der vorgesetzten Schale.
Zementgebundene HWL- Platten sind für den Zweck bestens geeignet.
Zum Verputz empfehle ich alternativ ein mineralisches Leichtputzsystem mit vollflächiger Armierung und strukturiertem Oberputz.
Besondere Beachtung sollten Fenster- und Türlaibungen und die sichere Befestigung der Platten erhalten.
Es darf keinesfalls Luft hinter die HWL- Platten gelangen!
Der Anstrich sollte sich nach der jeweiligen klimatischen Belastung der Fassade richten.
Bei Schlagregenbeanspruchung rate ich zu einem dichteren, aber noch diffusionsoffenem System wie Silikat- oder einer Silikonharzemulsionsfarbe.


Viele Grüße





„Sauerkrautplatten“ …die Vergangenheit holt einen immer ein!
Ich hatte die Dinger für immer aus meinem Bewusstsein gestrichen und jetzt diese Frage hier, furchtbar. Als Lehrling hab ich 600m² von diesen Dingern aufgenagelt, war ne prima Sache. Es war Winter(-6C) 30cm hoher Schnee und ich musste die Dinger 200m weit schleppen ohne Handschuhe(die Arbeitshandschuhe im Arbeiter und Bauernstaat waren immer irgendwie vergriffen (und das obwohl die Finger nur am Daumen frei beweglich waren). Die Wattejacke war mir viel zu groß, die Filzstiefel schwer wie Ziegelsteine, hatte immer Blasen an den Fersen und ich glaub neben der Leupe die ich da in den Schnee gespurt hatte verlief eine Blutspur.
Ich hab mir nämlich permanent die Hände an dem Schei.. aufgerissen.
So war das damals als Stift am Bau. Trost gab nur die Aussicht das nächstes Jahr ein neuer Stift anfängt an den man dann solche Arbeiten weiter delegieren kann.

Zum eigentlichem Problem. Georgs Aufbau würde ich im Außenbereich ebenfalls Favorisieren. Aufgrund des Zementanteils(wenn auch nur gering) im Leichtputz bleibt man hier eher im System, Platte ist ja Zementverleimt, was eher Schutz bietet vor Ausblühungen, kommt es doch mal zur Hinterfeuchtung. Ebenso ist es mit der Farbwahl. lieber etwas Dichter. Dringt zuviel Feuchtigkeit ein, egal ob sie schnell wieder ausdiffundiert, wirkt das fördernd auf die Korrosion der Befestigung der Platte und in der Folge kommt es zu Flecken auf dem Kalkputz(ausgenommen natürlich Edelstahlschrauben oder Nägel, wir hatten damals nur gewöhnliche Drahtnägel die obendrein auch noch Butterweich waren. Hau mal so ein ding gerade in die Wand erst dann kannst du dich Handwerker nennen!).
Auch hier wirkt der Zementanteil im Putz positiv, bewirkt er doch einen Korrosionsschutz. Die Frage der Haltbarkeit liegt also bei dir. Wird die Platte fachgerecht verbaut und vor Witterungseinflüssen geschützt wird sie dich sicher überleben.
So und nun versuch ich mal die Sauerkrautplatte wieder zu vergessen.

gruß jens



DANK Sauerkohl



Mensch, danke alle miteinander!
Hab mich köstlich amüsiert Jens. Ja, mir gings auch so als Lehrling im Staate der Planwirtschaft. Dank an Georg und Gerd! Ich werde dann mal dieses seltsame Baumaterial aus der Vergangenheit holen und nach Euren hilfreichen Tips losarbeiten. Ja ich weiß auch das es kein schönes Bauen ist und die Frage im Fachwerk-Forum eher peinlich war. Aber die Hütte muß fertig werden und das Geld wird knapp. Da wird man dann ebend erfinderisch.
Besten Dank Ciao Grischa





Also ich kann weder an deiner Frage noch an dem Baustoff was peinliches erkennen!
Unnu sieh zu das was wird und die Fassade vorm Winter fertig is. Ich sag nur Filzstiefel, Wattejacke und keine Handschuhe?!

gruß



Die Verarbeitung von Sumpfkalkfarbe ist eine sehr sensible Sache.



Großflächig verarbeitet brauchts viele Hände, ideales Wetter ,keinesfalls so heiße Tage wie jetzt.Da immer naß in feucht (Fresco-Technik) gestrichen wird, muß der Untergrund immer gut feucht gehalten werden. Damit die Oberfläche einigermaßen wischfest wird, darf die Kalkfarbe nicht zu fett sein. Sumpfkalkfarben perfekt zu verarbeiten ist eher die Arbeit von Restauratoren oder von spezialisierten Malerfachhandwerkern.
Deshalb rate ich eher zu Silikatfarben.





Und mit der Verarbeitung von reinen Silikatfarben, sprich Wasserglas und Pigmenten, kann der Laie auch ein ganz schönes Problem und eine versaute Fassade bekommen !
Deshalb rate ich Laien immer eine Silikatdispersion zu verwenden !



Ich stimme Ihnen zu Herr Lingl, wenn es sich um Reinsilikatfarben



handelt.Die sind wirklich sensibel in Ihrer Verarbeitung.



Ich kann



hier nur die Kalkfarbe oder die Reinsilikatfarbe empfehlen!

Eine Dispersionssilkatfarbe ist hier wirklich nicht zu empfehlen!

Bei Silkatanstrichen sind vor dem Streichen sehr lange Trocknungszeiten einzuhalten.

Anbei ein Foto von meinen Haus mit Kalkputz und Sumpfkalkfabe.

Grüße Gerd