OSB-Platten doppelt verlegen. Risse vermeiden

16.02.2004



Hallo zusammen,
das ganze Wochenende war im am Überlegen wie man Rissbildung bei Balken- und Deckenverschalung am besten vermeiden kann. Würde es eigentlich was bringen wenn ich auf die Balken 22mm OSB-Aufschraube, dazwischen Holzleim, und dann nochmal 22mm Aufschrauben?

Auf den Boden soll später Estrich (5cm), bzw. Eichendielenbododen (22m) oder Fliesen (Bäder/Küchen/Arbeitsbereiche).

Mein Ziel wäre es halt das ganze so "Rissfrei wie möglich" zu halten.

An den Dachsparren sehe ich die gleiche Problematik. Die kriegen jetzt eine Zwischensparrenisolierung aus Flachs und dann wird der offene Gibel mit 22mm OSB verkleidet. Darauf soll dann Lehmputz oder Baumwollputz. Allerdings gehe ich davon aus, dass die Platten an den Stössen Risse bekommen. Wie würde das hier aussehen wenn man die Platten doppelt verlegt und ggf. noch verklebt?

Viele Grüße
Andreas Göttler





????? Und wie soll der Putz auf den OSB-Platten halten?
gf



na mit Putzträger natürlich :-)



Hallo Herr Flegel, ich würde dann Putzträger in Form von Schilfrohr, Rabitz oder was auch immer günsitg machbar ist aufbringen.

Aber ich seh schon. Ich löse mit dieser einfachen und "dummen" Frage bestimmt wieder eine ganze Diskussionslawine los... um so besser.

Sicher wäre am Einfachsten die Balken sichtbar lassen. Zwischen den Balken Kanthölzer anschrauben, dazwischen die Isolierung und dann mit Nut- und Federbrettern verbrettern. Dann kann das Holz arbeiten wie es will, da ja die Nut-und-Feder das kompensiert.

Ja, so hätt ich es auch gemacht. Wenn meine Frau da nicht was gegen hätte. Die kann "Profilholz" auf den Tod nicht ausstehen. Und sie wissen ja. Es kann der frömmste nicht in Frieden leben wenn die liebe Frau einen anderen Geschmack hat. By the way. Ich finde jetzt Nut-und-Federschalung auch nicht so superedel. Aber es hätte das Problem in seiner Gänze gelöst.

Hat jemand Alternativ-Vorschläge?

Viele Grüße
Andreas Göttler





Auf OSB hält ihnen halt kein Putz, und wenn Sie versuchen, da einen Putztträger festzunageln/-tackern, fluchen Sie sich heiser. Nach wie vor kann ich nur für meine Sparschalung aus Rauspundbrettern werben. Da könne Sie nageln wie der Weltmeister, und die raue Oberfläche sorgt dafür, dass sich Brett, Putzträger und Putz richtig schön verkrallen. Anders beim Bodenaufbau: Da sind doppelt verlegte und verleimte 22-mm-OSB-Platten natürlich schon fast eine Luxusausführung. Fahren bei Ihnen Panzer im OG?
Gruß gf



Ach ja, meine Lieblingsbeschäftigung



neuerdings. Nach Feierabend in irgenwelchen Foren rumtippseln und die Leute zum lachen, schreien, fluchen und mitunter auch zum antworten bringen.

@Herr Flegel, was wäre ein Tag ohne eine Antwort von Ihnen. Nein, bitte nicht falsch verstehen. Ich schätze Ihre sachliche und hilfsbereite Art sehr.

Aber zurück zur Frage.
Also ich möchte zwar nicht unbedingt Panzer fahren, aber ich möchte auch nicht in zwei Jahren wieder anfangen die Schäden von heute zu reparieren. Ausserdem bekomme ich meine OSB-Platten sehr günstig direkt aus Polen (mit Materialanalyse... nur für die, die jetzt gleich wieder Unken dass die verseucht wären mit was weiss ich).

Und wenn ich mir den Preis ansehe für 40mm und 28mm, dann komm ich nicht wesentlich teurer wenn ich die dünneren Platten nehme (meinetwegen auch 18mm) und die verleime.

Rauhspund ist doch sägerauhes holz, besäumt und in unterschiedlichen Breiten und längen. Oder? Wenn ich das jetzt einbaue und mein Giebelsparren (offener Giebel) damit verschale, dann trocknet das doch noch gewaltig aus. In meinem letzten Haus hatte ich zwischen jedem Brett (saßen beim Einbau auf Stoß) drei mm Luft. Würde mein Putz darauf dass denn mitmachen.

Oder machen wir es anders herum. Ich besorge mir extrem trockenen Rauhspund und baue den auf Stoß ein. Dann kommt der feuchtwarme Sommer meinetwegen, dann würde sich die Schalung doch werfen, oder?

Hmm... weiss nicht. Vielleicht seh ich das falsch. Ich dacht mir halt, dass OSB sich aufgrund der Faserstrucktur nicht mehr so arg ausdehnt oder schwindet und deshalb schon mal weniger Risse entstehen.

Aber Sie wissen ja: ich lass mich gern eines besseren belehren.

Liebe Grüße
Andreas Göttler



Ohesbehplatte



Hallo, zumindest als Fußbodenkonstruktion sind zwei Lagen OSB Platten untereinander verklebt und verschraubt und in Nut und Feder verleimt eine superstabile Sache. 2 x 18 mm macht sich schon ganz gut bei einem Balkenabstand von 80 cm. Zum verkleben ist Dispersionsparkettkleber gut geeignet. Schrauben nicht vergessen.
Stefan.





@Herr Göttler: Irgendwas dehnt sich immer aus im Dach: Die Ziegel, die Balken, die Schalung, der Putz - wenn Sie da etwas Steifes wie OSB einbauen, reißt's und zwickt's wahrscheinlich anderswo. Ich würde die Bretter ein paar Wochen im Dachboden lagern und bei "normalem" Wetter einbauen, dann machen ihnen Schwunde und Blähungen nichts - der Putzträger und der Putz kompensieren das allemal, während Ihnen der Putz auf der glatten OSB keine Bindung bekommt. Aber Sie könnten die OSB eventuell mit einer Fräse aufrauen ... Letztlich ist es wahrscheinlich wurscht, was Sie nehmen. Ich bin halt ein Naturholzfetischist ...
gf



Hallo zusammen



@Herr Flegel,
ich hab jetzt mal geguckt. Rauhspund den ich noch von meiner Lehre her kenne ist offensichtlich nicht mehr das was heute als "Rauhspund" verkauft wird. Heute wird Rauhspund als einseitig oder gar beidseitig gehobeltes und mit N/F versehenes Holz verkauft.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe geht es aber um die Oberfläche und die Haftung. Wenn ich gehobeltes Rauhspund nehme, dann hab ich ja auch nicht wesentlich mehr Haftung als auf OSB. Richtig?

Also gehe ich davon aus Sie verwenden sägerauhes Holz. Wo kaufen Sie das und mit welchem Trocknungsgrad. Und jetzt natürlich die beliebte Frage. Was bezahlen Sie für einen m3 und welche Stärke Verarbeiten Sie? 21mm? Und dadrauf kommt dann Putzträger. In Ihrem Fall nehme ich an Schilfrohr, oder? Muss an Decke oder Dachschräge dann gut befestigt werden damit das Gewicht vom Putz das nicht nach unten reisst, oder?

@Herr(?) Procopius
Wär es denn nicht noch besser die erste Schicht nur zu Schrauben und die Fugen zu leimen und die zweite Schicht mit Trittschalldämmung schwimmend aufzubringen? Dann könnten doch die Balken drunter machen was sie wollten?

Und um mit den Vorlieben von Herrn Flegel zu arbeiten. DAnn könnte ja die erste Schicht auf den Balken auch Rauhspund sein. Dann Tritschalldämmung und dann die schwimmende Lage Plattenmaterial...

die Eigentliche Schalldämmung kommt dann zwischen die Balken.

Hab übrigens bei Haga.ch eine interessante Lösung mit Balken und eingehängten Ziegelsteinen gesehen. Machte auch einen brauchbaren Eindruck.

Zum Kleber noch
Dispersionskleber hält bestimmt prima aber ist wohl auch doll chemisch. Gibts was für diesen Zweck brauchbares aus organischem Material? Ich denke mal das muss nicht unbedingt wasserfest sein. Denn wenn in den Aufbau soviel wasser kommt dass es den Kleber anlöst, dann ist der Aufbau eh am Ende, oder? Oder kann ganz normaler Wasserdampf einen organischen Kleber auch schon sowei anlösen dass der nicht mehr klebt?

Viele Grüße
Andreas Göttler





@Herr Göttler: Putzträger ist Schilf, muss natürlich unter Spannung befestigt werden - bei meinen Brettern nicht anders als bei Ihren OSB. Nut und Feder kann sein, muss aber nicht. Ich kaufe das Holz direkt im Sägewerk, wo der Staplerfahrer jedesmal 5 Euro Trinkgeld kriegt. Der zeigt mir dann nicht die ausgesuchte 1 A- Ware, sondern Bretter mit Ästen und einem kleinen Splintanteil und setzt den Stapel in der Halle um: Da kriege ich dann nicht die frischnass geschnittenen Bretter, sondern gut abgehangene, die ich auf der Baustelle noch ca. 4 bis 6 Wochen nachtrockne (gut belüftet aufgesetzt und zweimal umgesetzt). Ich nehme die 28 mm starke Ware, die ich bei höherer statischer Belastung (Fehlboden mit Lehmsteinfüllung) doppelt auf Versatz verlege (mit Spax angepunktet). 1 A Ware kostet 6,50 Euro/qm, die billigere Ausführung zwischen 3,50 und 4,50 Euro, je nach Laune des Staplerfahrers. Am günstigsten ist es an sonnigen Tagen zwischen Brotzeit (10 Uhr) und Mittagspause (12.30 Uhr). Kurz vor Feierabend und ganz früh am Morgen verlangt er einen Ich-hab-keine-Lust-Zuschlag. Anderereseits: Gegen eine Leberkässemmel darf ich immer ein paar Bretter mehr auf den Anhänger schmeißen, und bei einer Flasche Bier hilft er beim Aufladen. Demnächst versuch ich's mal mit einer halben Sau am Spieß. Jaja, es menschelt in Franken ...
Gruß gf



Hallo Herr Flegel,



also 130? für einen m3 Holz ist in wohl ein super Preis. Also werd ich mich mal auf die Suche nach einem Sägewerk in der Nähe machen.

Vielen Dank nochmal für die Info

Viele Grüße
Andreas Göttler





Gern geschehen. Viel Erfolg bei der Suche!
gf (Ich freu mich immer auf Ihre Fragen, ächt!)



OSB OSB OSB OSB



Keiner stellt hier mal die Frage in den Raum, wie es mit der Dampfdichtheit dieser Platten aussieht (enorm hoher Leimanteil!!) und wie sieht es mit den Ausgasungen aus, wenn zum Beispiel Heizungen in Betracht kommen, wo diese Platten dann drin sind?
Und was Deinen Giebel betrifft, würde ich ganz einfach rückgebaute Bretter nutzen oder welche besorgen für 'nen Appel und 'n Ei! Oder beim Sägewerk unbsäumte 25er Schalung holen (trocken!) und diese dann aufbringen.
Darauf dann eine 25 mm Heraklithplatte magnesithgebunden aufspaxen und darauf einen zweilagigen Lehmputz incl. Gewebeeinlage.
Unter der Schalung müßte unter Umständen noch eine windichte Baupapierebene gebracht werden, wegen der Winddichtheit eben!
Und auf den Dachschrägen die gleiche Lösung!
Bild liegt bei.

Grüße von den Lausitzern



Wird aber auch Zeit...



dass Du endlich mal auf meine Baustelle kommst. Ich hoffe dass der Termin am sechsten klappt. Bin ja zwischenzeitlich nach den guten Tips von Günter Flegel bei der Decke auch weg von OSB. Wird also Rauhspund oder ähnliches werden.

Isolierung wird dann wohl Hanfschäben + Kalkhydrat (+Perlit) + wenig wasser. Hast Du eine günstige Bezugsquelle für Hanfschäben.

Rückgebautes Holz hab ich leider kein brauchbares mehr. Werd mir also eines von der Säge holen. Muss das maschinell getrocknet sein, oder genügt einfach abgelagertes Holz. Sägefrisch dürfte ja wohl nicht das passende sein.

Wie lange muss ich das eigentlich im Haus lagern bevor ich es verbauen kann?

Liebe Grüße
Andreas