Aufsparendämmung mit OSB-Platten und PUR

01.02.2008



Hallo zusammen,
ich habe eine Frage nicht unbedingt ein Fachwerkhaus betreffend, bin aber durch googeln auf dieses Forum gestoßen und habe festgestellt dass hier sehr viel Wissen vorhanden ist. Ich hoffe deshalb auch "Fachwerk" übergreifend fundierte Antworten zu bekommen.
Nun zu meiner Frage:
Ich möchte das Dachgeschoss eines RH Bj. 1961 ausbauen und habe mir nun überlegt, ob es, da ich ein Wetterfestes und sicheres dauerhaftes Dach haben möchte folgender Art vorzugehen. Auf vorhandene 16 cm Sparen OSB-Platten, dann PUR Aufsparendämmung dann Lattung und Dachziegel. Die OSB weil ich mir sage ich möchte kein Wasser nach Innen bekommen, auch nicht, wenn mir zum Beispiel bei einem Sturm Ziegel wegfliegen würden. Kann man den Dachaufbau in dieser Form machen oder spricht etwas dagegen.



Grundsätzlich ist



eine Aufsparrendämmung eine schwierige und komplizierte Angelegenheit. Dämmung und Verschraubung oder Vernagelung benötigen eine Typenstatik oder eine Statik durch einen Statiker vor Ort, der den Dachstuhl bez der Mehrlasten überprüfen muss. Da sich die Außenabmessungen verändern, wäre ein Gespräch mit dem Bauordnungsamt sinnvoll. vielleicht ist ein Bauantrag erforderlich. Die schwierigste Sache ich aber die Herstellung der Luftdichte. Die OSB-Platten müssen nur in den fugen abgeklebt werden, aber die Anschlüsse an die vorhandenen Bauteile sind nicht einfach, da eine luftdichte Verbindung von der OSB-Platte zum vorhandenen Mauerwerk innen erforderlich ist. hier liegen aber vielleicht die Sparren, die nun alle einzeln eingeklebt werden müssen. Es gibt noch ein paar andere Lösungen, aber dazu muss man die Örtlichkeit kennen, bzw. nähere Angaben bekommen.
Nun zu den Materialien:
- auf OSB-Platten würde ich persönlich wegen einer möglichen Ausdünstung von Schadstoffen verzichten und statt dessen eine Verbretterung wählen. Diese muss dann mit einer Luftdichten Bahn, z.B. ProClima DB+ abgedeckt werden. Zu den Anschlüssen an die umgebenden Bauteile habe ich oben schon einiges gesagt.
- Statt PU empfehle ich Holzweichfaserplatten, z.B. der Fa. Pavatex oder Gutex. Typenstatiken liegen vor. Das Material ist mir lieber, weil es günstiger für den sommerlichen Wärmeschutz und den Schallschutz ist.
- Wenn Ziegel verloren gehen, darf das Wasser nicht bis auf die OSB-Platte (Verbretterung) gelangen sondern muss oberhalb der Dämmung zur Traufe abgeführt werden, und soll dort unterhalb der Rinne abtropfen. Bei den Holzweichfaserplatten geschieht dies durch den Einbau einer wasserabweisenden Platte an der Oberfläche.
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Insgesamt wäre meine Empfehlung eine andere:
- Luftdichte Ebene unter die Sparren, dann sind die Anschlüsse wesentlich leichter und damit auch weniger Fehleranfällig auszuführen.
- Von außen baut man z.B. eine 5 oder 6 cm Holzweichfaserplatten über den Sparren auf. Diese Platte sollte wasserabweisend sein. Die Sparrenzwischenräume mit Zellulose ausblasen oder mit Hanf oder Flachs dämmen.
- Bekleidung von innen nach Wunsch.





Hallo Tom,

Erstmal zum Reihenhaus. Der Formulierung nach gehe ich davon aus, dass das Dachgeschoss noch nicht ausgebaut ist und dem Alter nach die Ziegeln von unten zusehen sind. Wenn jetzt nach Deinem geplanten Dachaufbau die Aufsparrendämmung darauf kommt wir Dein Haus höher werden als das der Nachbarn. Hier würde erst mal ein klärendes Gespräch mit dem ansässigen Bauamt führen, auch hinsichtlich Brandschutz / Brandüberschlag.

Prinzipiell funktioniert das aber mit Platten. Normale Baumarkt-OSB tun es da aber nicht, da müssen sogenannte DWD-Platten drauf. Hier gibt es verschiedene Dachaufbauten, die man sich im Detail zum Beispiel bei der Firma Glunz (www.glunz.de) ansehen kann.

Aber: Nicht einfach ein Detail aussuchen und so ausführen! Das kann – im Besonderen bei den Anschlüssen ziemlich in die Hose gehen. Fachmann fragen hilft meistens (nicht immer). Wo steht den das gute Stück in Rhein-Main, vielleicht komme ich ja mal dran vorbei.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



@ Christoph Kornmayer



Achtung, Tom möchte die OSB-Platte nach innen legen. An dieser Stelle wäre eine DWD grundsätzlich falsch, die sie zu durchlässig ist.





Hallo Herr Heim,

Tom schreibt: "Auf vorhandene 16 cm Sparen OSB-Platten, dann PUR-Aufsparendämmung dann Lattung und Dachziegel. "

Verstehe ich als oben drauf.

Dann halt DWD-Platten, oder ich verstehe es nicht.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





Danke für die Info´s, die Erhöhung sollte, denke ich, kein Problem sein, da die Häuser versetzt sind. Pavatex oder Gutex usw... habe ich aus Gewichtsgründen nicht weiter verfolgt, da ich seitens eines Statikers die Info bekam, das bei einer Innenbeplankung mit Rigibs die Sparren sich ggf. durchbiegen könnten, was statisch lt. Statiker aber noch kein Problem wäre. Aus diesem Grund kam ich auf PUR. Ursprünglich dachte ich mal an folgenden Dachaufbau: 16 cm Sparren, diese aufgedoppelt mit 6x8, dann OSB-Platten und dann Ziegel. Innen Zwischensparrendämmung mit Pavatex, dann Folie und unter den Sparen dann Rigibs. Dies wird aber m. E. vom Gewicht her zu schwer. Deshalb kam ich jetzt in die Richtung PUR und Aufsparendämmung, da dies Gewichtstechnisch deutlich leichter sein dürfte und auch unter dem Aspekt, dass die Dachflächenfenster dann noch ein Stück nach "außen" wandern.



Wieviel Last geht denn noch?



Hallo Herr Kornmayer,
vielleicht habe ich es ja nicht verstanden? Ich meinte nur, dass die OSB-Platte als Dampfbremse nach innen gehört.



Wenn



jetzt bereits Bedenken wegen der Tragfähigkeit bestehen, kommt´s auf ein paar Pfund mehr oder weniger nicht an. Die Dachsparren sind dann eh ziemlich ausgeknautscht und werden verstärkt Bewegung in der Konstruktion verursachen, die dann auf der Innenseite zu Rissbildung führen kann.
Lieber gleich eine Sparrenverstärkung einplanen und eine Zwischensparrendämmung vohrnehmen. Ist technisch einfacher zu lösen( Anschlüsse etc.) und wahrscheinlich preiswerter.
MfG
dasMaurer





Hallo Herr Heim,

ich glaube, jetzt hab´ich es verstanden. OSB innen geht natürlich auch. Ich wollte nur dem Gedanken von Tom folgen, der von oben aufbauen will. Also von innen OSB, von außen DWD.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer