Dämmung der Giebelwand unterm Dach mit HWFplatten und Lehm

18.09.2009



Hallo,

Folgendes Problem für das ich auch nach mehrstündigem Studium dieser Seite kein Lösung gefunden habe. :-)

Und zwar mein Fachwerhaus ist von aussen vollflächig verputzt also kein Sichtfachwerk. Aussendämmung kommt nicht in Frage wegen der Optik. Baue gerade das Dach aus und habe bis jetzt nur das Dach von innen gedämmt mit gutex Holzweichfaserplatten, Dampfbremse, so weit so gut.

Die Giebelwand würde ich nun gerne mit Gutex Holzweichfaserplatten dämmen.

Wandaufbau immoment:

Aussenputz
Fachwerk ca. 16cm, ausgemauert mit Muschelkalksteinen
innen habe ich die Felder mit einem Kalkputz verputzt.

Jetzt das Problem:

Die Fachwerkfelder sind nach innen sehr bauchig und sehr uneben durch verschieden große Steine etc.

Frage 1:

Wie oder mit was fülle ich den entstehenden Hohlhraum insbesondere zwischen HWF-Plattendämmung und dem Fachwerk auf? Ca. 5-6cm teilweise entstehender Hohlraum. Mein Gedanke war auffüllen mit Lehm?

Frage 2:

Wie stark müssten die Holzweichfaserplatten sein? Kann ich dasselbe Material nehmen wie die Zwischensparrendämmung also Gutex Thermoflex gibts von 40mm-200mm.Wenn ja muss ich oder kann ich eine Holzständerwand vorbauen und diese mit Holzweichfaserplatten "ausmauern"? Wäre mir persönlich lieber da die Holzweichfaserplatten doch schon sehr weich sind. Müssen die holzweichfaserplatten vollständig mit Lehm umschlossen sein?

Würde es dann zum Schluss entweder mit Lehmverputzen Oder lehmbauplatten anschrauben und dann verputzen.

Hoffe ich konnte mein Problem gut schildern und warte jetzt natürlich gedurldig auf antworten!

Falls noch mehr Infos gebraucht werden kein Problem



Innendämmung mit Holzweichfaserplatten...



Die geplante Holzkonstruktion mit zwischenliegender Dämmung (Thermoflex wäre mir da zu locker) und aufgesetzten Lehmbauplatten neigt zur Gefahr, dass es nicht zu einem bündigen Kontakt zwischen den Schichten kommt und auch zuviel Fugen entstehen.

Wenn mit Gutex, dann würde ich mit Lehm eine Ebene schaffen und darauf die Thermoroom setzen.

Wenn mit Holzkonstruktion, dann würde ich eine verlorene Schalung mit Stampflehm vorziehen. Statik, etc. muss natürlich geklärt sein.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Danke für den Beitrag bin nun etwas schlauer,
Stamplehm entfällt, wegen der Statik eben. Ansonsten gefällt mir diese lösung sehr gut auch das Thermoroom Produkt von Gutex hat mich überzeugt.

Nochmal kurz zu der Ausgleichschicht aus Lehm das ich eine gerade Wand erhalte, wovor ich dann meine Gutex Thermoroomplatten setze.

Kann ich eine Schilfrohmatte auf die vorhandenen Balken aufbringen als Tragonstruktion für den Lehm mit dem ich die Wand ausgleiche? Nur Lehm auf die Balken wird ja nicht halten. Dann die komplette Giebelwand mit einer ebenen Lehmschícht überziehen? Gutex Thermoroom davor und dann verputzt mit einem Lehmputz.

Gruß Leonhard



Hallo Leonhard Gröner,



wieso gleich die Lehmidee abhaken?

Nehmen Sie nicht schweren Stampflehm sondern Leichtlehm.

Lehm bringt alle Vorteile, die man sich wünscht.

Mein Vorschlag: Traglattung für die Schalung auf die durchschnittlich gewünschte Isolierstärke bringen
-als verlorene Schalung eine heraklitplatte angebracht und zwar von unten wandernd, während hinter jede neu angebrachte Platte die Leichtlehmschüttung eingestampft wird

-als Leichtlehmmischung würde ich eine Blähton-Lehmmischung der verschiedensten Körnung empfehlen, allemal leichter und flächiger verteilt als ein schwerbeladenes Küchenhängeding oder ein vollgestopftes Bücherregal.

Neben der Formschlüssigkeit ist auch ein homogener Wandaufbau gegeben,

Als Putzträger für einen dick aufgetragenen Lehmputz sind diese Platten ideal (diese Meinung ist 10 Jahre alt)

Gruß...J.



kurzer Kommentar



Trotzdem keine Heraklithplatte sofort auflegen, sondern eher mit Schalholzbrettern erst arbeiten.
Heraklith erst nach kompletter Durchtrocknung aufbringen!
Platten sind organisch (Holz!) und neigen bei längerer Feuchteeinwirkung zur Schimmelbildung und gewissen Ausschwemmsituationen.

Grüße Udo



Lassen Sie jegliche Art von Dämmung an der Wand



sein, bringt nichts, ausser Schwierigkeiten.

Auch Lehm ist nicht unbedingt vorzuziehen, weil Lehm dichtet, wer meckern will soll's tun, Lehm wurde und wird auch heute noch zum Abdichten genommen.
Das wird zwar den Herren Lehmputzer und Lehmbauer nicht passen, aber wahr ist es trotzdem.

Lassen die Wand so und nehmen Si Lutfkalkmörtel wie früher.

Grüsse rudi



@ Rudi



Birnen mit Äpfeln?

Nach Deinen Aussagen hin, müssten also alle Objekte, die mit Lehm ausgebaut oder in Lehm erstellt wurden, abgedichtete Gebäude sein.
Ich würde jetzt eher mal sagen wollen, dass Du Deine Aussage nochmals überdenken solltest.

Mit den Abdichtungen im Erdbau hast Du natürlich recht, doch diese Lehme/Tone sind ganz andere Materialien, die genau für diese Anwendung eingepresst werden.

Die Baustoffe für den Gebäudeeinsatz sind aufbereitet abgemagert, mit organischen oder mineralischen Dämmzusätzen vermischt und präzise auf die entsprechenden Einsatzgebite konzepiert.
Ganz einfach einmal mit der Materie befassen und vielleicht das eine oder andere Fachbuch mal zulegen.

Handwerklicher Gruß,
Udo Mühle



Lehmputz dichtet nicht ab sondern ist atmungsaktiv!



Lehm am Boden wird durch seine Verdichtung und lange stehendes Wasser undurchlässig.
Lehmputz wird , wie Udo Mühle dies richtig angemerkt hat anders aufbereitet und besitzt an Wänden und Decken diese Eigenschaften nicht. (Wo sollte auch dort Wasser stehen bleiben?)
Also Rudi: Spritzwasserfest ist nicht gleich Dampfdiffussionsoffen und Lehm am Boden ist nicht gleich Lehm an der Wand.

Für gegenständliches Objekt würde ich ein System von das Lehmkontor http://www.lehmbausysteme.de/ empfehlen.
Das System ist komplett biologisch und rückbaubar.
Diese Variante der Innendämmung ist für Fachwerkbauten und die vor allem in Norddeutschland verbreiteten Häuser mit Klinkerfassaden zu empfehlen.
http://www.lehmbausysteme.de/lehmbausysteme

Liebe Grüsse und gutes Gelingen
Michael aus Wien