Weichfaserplatte nicht ganz eingebettet




Hallo,

Innendämmung eines 250 Jahre alten FW-Hauses:

habe zur Innendämmung Pavatex Diffutherm dick satt mit Lehm belegt und dann mit Schrauben auf die Lehmwand aufgebracht.
Da diese horizontal wie vertikal extreme Kurven aufweist (bis 10 cm auf 1 m), sind die Platten manchmal auf Spannung. Klopft man sie ab, hört man, dass die Platten nicht überall satt aufliegen.
Da die Wand niemals so gerade werden kann, dass alle 100x60 Platten hohlraumfrei aufliegen werden, ist meine Frage, ob ich die Platten nicht besser ganz weglassen soll.

MfG
M.G.



Nachteile der Systeme


Aufbau einer Holzweichfaserinnendämmung (DHD): mechanische Befestigung an der Traglattung

Genau aus diesen Gründen, die Sie jetzt haben und vielleicht auch aus der Situation heraus, daß Sie sich zwar gut und fundiert beraten lassen haben, bleibt stets der Faktor übrig, wie funktioniert dieses gewählte System genau bei mir im Bau und wie sah die dazugehörige Objektberatung bei Ihnen aus.
Nut-Feder-Systeme bilden fertig eingebaut stets eine in sich geschlossene Scheibe. Wenn jetzt die Wände, so wie in Ihrem Fall sehr uneben und der Altbausubstanz entsprechend mitgehen, ist es natürlich klar, daß es nunmehr genau dieses Phänomen gibt, daß Sie im Untergrund Hohlstellen merken und auch haben.
Es kann sogar soweit kommen, daß es die Dübelverankerungen partiell im Untergrund herauslösen kann, da ja die 100er Scheibe stets in eine Ebene sich bringen möchte.
Genau dieser Umstand hat uns zu dem Entschluß geführt, uns am Markt nach anderen Holzweichfasersystemen umzuschauen, die diese Gegebenheiten wesentlich besser kompensieren.
DHD Doser-Systeme bestehen aus Stufenfalzplatten, die durch die vorgefundenen welligen Untergründe wesentlich homogener angebracht werden können oder auch als lattentragendes Innensystem verarbeitet werden kann.
Zwischen die Latten wird Lehmausgleich gebracht, durchtrocknen gelassen (wegen Schwindung!!) und danach mit einer Zahnkelle eine Kontaktschicht zwischen die Latten aufgekämmt und die Platte homogen eingebettet und mechanisch befestigt.
Ohne Latten sieht es fast genau so aus, da die Platten aufgrund ihrer Maßung gegenüber Diffutherm kleiner sind und durch die Stufenfalzung wesentlich optimaler angebracht werden können.
Die Entscheidung für Holzweichfaserplatten war so schon die richtige, doch Sie merken, daß es stets einer Gesamtberatung bedarf, wenn möglich, durch Fachberater vor Ort oder durch Fachbetrieb mit längerer Erfahrung.
Wenn Sie nunmehr einen 2-lagigen Lehmputz mit Armierungseinlage (Glasfasergewebe 13x13 mm!!)aufbringen, dürfte es eigentlich kaum Probleme für die Zukunft bringen.
Bis eben auf die Spannungssituation, wie voran bereits erläutert.
Zu weiteren Fachfragen stehen wir gern bereit, um auch weiterhelfen zu können.

Lehmige Grüße
Udo



DHD Doser



hört sich in meinem Fall nat. optimaler an. Vielen Dank für den Tip, wenn auch zu spät.
Leider haben die wenigen ökol. Baustoffhändler im Großraum Köln schon ihre "hauseigenen" Dämmsysteme, wodurch die Wahlmöglichkeiten sinken, wenn es mal eben schnell gehen muss.

Abgesehen von der Spannung: Ist die Gefahr von Tauwasserbildung in den Hohlräumen gegeben? (es sind 40er Platten, die Wand besteht aus 14 cm Lehmgeflecht)



Eher weniger,



da die Holzweichfaserplatte bereits ein guter Feuchtigkeitsspeicher ist und auch der Lehm enorm wegnimmt und ablüftet.
Trotzdem wäre eben eine fast 100%ige Untergrundhaftung super, da es so eben keine Temperaturabrisse gäbe.
Ist oberflächlich ein Lehmptuz aufgebracht worden?

Weiche Holzgrüße
Udo



Ja, wird noch...



Ich war gerade dabei, im Nachbarzimmer des Rechners die Platten anzubringen, als ich merkte, dass das so nicht perfekt läuft, von daher auch schon mal herzl. Dank für die Unterstützung;)
Für den aufputz habe ich Lehm-Ober und Feinputz in Säcken von Claytec, allerdings wird mich das Anbringen der Platten noch etwas in Anspruch nehmen, zumal das Ausgleichen des Untergrunds Lehm ohne Ende und Zeit schluckt, weil man überall zuschneiden und improvisieren muß.



Hmmmm



Eigentlich nicht so direkt, denn man macht erst den halbwegs planenen Untergrund, läßt ihn durchtrocknen und nachher nochmals etwas dünner drüber und die Platten einbetten und befestigen.
Ubrigens ist der Erdfeuchte Lehmputz preiswerter (über ein Drittel!), besser verarbeitbar und der Feinputz gegenüber Oberputz natürlich auch noch mal etwas intensiver.
In welcher Region bist Du zu Hause, kannst ja auch mal durchtelefonieren.

Lehmige Grüße
Udo



Im Oberbergischen. Nähe Gummersbach.



Der Untergrund ist eigentlich plan. Bis auf die tiefen Löcher einer herausgetrennten Zwischenwand und eines herausgenommenen Heizkörpers ist eine schöne glatte Lehmwand vorhanden.

Diese ist leider ziemlich gebogen, weil auch die Aussenbalken sehr dick und krumm gewachsen sind. Auch die ehem. Trennung zwischen den Zimmern stellt eine Herausforderung dar. Ebenso die untere "Rähm???"(Aussenbalken, der die Deckenbalken trägt), steht teilweise 10 cm über der glatten Wand, teilweise ist er bündig. Desweiteren ist die Zimmerdecke ca. 1,9 -2,0m hoch, und dazwischen liegen keine Balken, sondern halbe Bäume als Deckenbalken, um die ich mit den Platten herumarbeiten muß. Auch hat mir der Installateur Kupferrohre (Heizung, Wasser) ganz eng an die Lehmwand gelegt, die ich mit den 40 mm Platten gut versteckt bekomme.
So lege ich jede Platte an, und schaue, wie ich sie bis zum nächsten Hindernis am besten einsetze, und arbeite demnach noch mit Putz nach.

Telefonieren gerne, wenns nichts ausmacht (bin allerdings ab morgen für 2 Tage unterwegs).

Der Erdfeuchte Lehm ist aber nur als Kubikmeter zu beziehen, oder? Man sagte mir, den muß ich mir kommen lassen, und ich wusste erst nicht, ob ich 'nen ganzen Kubikmeter verbrauchen würde (ist mein erster Raum mit Lehm).