Dachdämmung mit Pavatherm und Einblastechnik

30.12.2005



Hallo,
ich möchte die Schräge über dem Wohnbereich neu dämmen (Baujahr 1962). Bisher ist die Schräge (2m) über dem Wohnbereich mit Glaswolle ausgelegt (soweit zu erkennen, sehr unterschiedlich).
Da der Wohnbereich schon seit langem tapeziert und neugestaltet ist und ich diesen Bereich nicht wieder aufreissen will, möchte ich vom Speicher her diesen Bereich neu dämmen. Die Sparrentiefe ist jedoch nur 12 cm und kann also nicht aufgestockt werden. Unter dieser Einschränkung möchte ich zumindest diese vorhandene Sparrentiefe optimal ausnutzen.
Hierzu habe ich vor, die vorhandene Glaswolle aus dem „Schubkasten“ herauszufischen und anschließend Pavatherm-Platten mit einer Stärke von 10 cm (die Eisenträgerauflage ist mit 2 cm eingeklinkt) zurechtzuschneiden und von oben überlappend in den Schubkasten reinrutschen zu lassen. Dabei stellen sich 2 Probleme: 1. Rutschen die Platten einwandfrei runter und erhalte ich einen relativ dichten Anschluß an die Sparren ohne zu verklemmen bzw. zu verkanten? 2. Ich habe noch 2 cm Luft. Diese beiden Probleme wollte ich ggf. unter zur Hilfenahme der Einblastechnik lösen, um auch eventuell vorhandene Hohlräume zu vermeiden.
Frage: Wäre die Vorgehensweise unter der einschränkenden Prämisse, dass eben nur 12 cm Sparrentiefe zur Verfügung stehen grundsätzlich vernünftig und kann ich den verbleibenden Hohlraum per Einblastechnik „versiegeln“?
Ratschläge werden sehr gerne entgegengenommen.

Ulrich



Einblasen von 2cm.............



............. ist unmöglich.

Herr Lamberty,
folgendes haben wir als Zellulose-Fachbetrieb schon öfters ausgeführt:
-Kanthölzer 40/60 mit einer Nut 20/20 herstellen( bei Ihnen 200cm lang)
-Kanthölzer rechts und links vom Sparren in den "Schubkasten" einführen, und mittels "rüttelns" an die außen Seite des Sparrens bringen.-Klappt immer!
-oben mit Nagel fixieren
-Zuschnitt von 18mm bit. oder latexierten Weichfaserplatten(meist sind diese 250 x 75 cm)
-Nut-Innenmass minus 1 cm
- Platten in den Schubkasten einlaufen lassen(geht oft probemlos)
-8-9 cm Hohlraum dann mit Zellulose ausblasen

War dies anschaulich genug - bei Rückfragen könnten wir am Wochenende auch das kostenlose telephonieren nutzen.

p.s. 12 cm dämmen ist besser als 12 cm kalte Luft !

Mit freundlichen Grüßen

Horst Paulik



Dachdämmung



Frage an Herrn Paulik: wo liegen die Weichfaserplatten ? ( zur Dachhaut oder "unten" auf der Decke ). Ich habe ein ähnliches Problem, wollte auch Platten einschieben mit aufgenagelten Dachlatten oben und den Hohlraum zur Hinterlüftung nutzen. Die Platten müssten dann aber an die Dachschalung gedrückt werden, unten liegen sie auf der Aussenmauer auf und oben im Dachboden kann man sie ohnhin annageln.

Beste Grüsse u. danke
Gotthard Senf



... Dachschalung....



Die Weichfaserplatten sollen die äussere Hohlraumbegrenzung zu den Dachziegeln sein.
Bei 2m Latten und Licht (Taschenlampe) kann jede Latte kontrolliert werden, oder korrigiert werden, so dass der Sitz unten wirklich auch Aussen ist.
Herr Senf, Sie erwähnten eine Schalung- ist damit eine Verbretterung gemeint? Und was befindet sich dann darauf?
Unter Umständen kann auch gegen eine Schalung Zellulose geblasen werden.( sd- Wert Problematik)

mfg
Horst Paulik





Guten Morgen Herr Paulik,
vielen Dank für den Hinweis. Wenn ich Ihren Vorschlag richtig verstehe, bedeutet dieser, dass zum Dach hin weiterhin ein 2 cm Luftraum verbleibt. Ihr Vorschlag bedeutet insoweit, dass auf jeden Fall ein fugenloser Schluß zu den Seiten der Dachsparren erreicht wird (und damit mögliche Hohlräume vermieden werden), der beim Zurechtschneiden der Pavathermplatten nicht in dieser Exaktheit erreicht werden kann.
Wäre es da nicht einfacher, den kompletten Schubkasten einzublasen oder müssen bei dieser Einblastechnik Besonderheiten beachtet werden?
mfg
Lamberty



Einblasen........



Den Schubkasten mit Zellulose fugenfrei zu dämmem ist möglich.
Vorüberlegung aber: Was befindet sich oberhalb der Schalung(falls vorhanden). Bauphysikalisches Prinzip bitte beachten: Von Innen nach Aussen immer "offener" werden. sd-Werte von Bauteilen geben da einen Hinweis.
Das von mir beschriebene System bezieht sich auf Dachböden, wo die Ziegel sichtbar sind. Gegen Ziegel Zellulose zu blasen ist nicht fachgerecht, deshalb muss eine äussere Hohlraumbegrenzung erstellt werden.
mfg
Horst Paulik





Hallo Herr Paulik,
auf den Sparren liegen Bretter und darauf ist "Spanischer Natur-Schiefer"? verlegt. D.h. man kann somit den kompletten Schubkasten einblasen und sich die Zwischenarbeiten der Kanthölzer und Weichfaserplatte sparen. D.h. es käme eine "einfache" Einblastechnik zur Anwendung, die doch wesentlich einfacher abzuarbeiten ist, als Platten zurechtzuschneiden und verklemmungsfrei einzuführen. Die Dämmwerte werden wohl besser sein, wie der bisherige Zustand mit der Glaswolle (verrottet ist sie nicht), die ja schon mehr als 40 Jahre als Isolierung diente.
Auf jeden Fall war es gut, dass ich mich mit meiner Frage an dieses Forum gewandt habe, denn durch die Hinweise bekommt man mehr Verständnis über mögliche Techniken und worauf in der praktischen Ausführung geachtet werden muß.
mfg
Lamberty





Dachdämmung
Sehr geehrter Herr Paulik, danke für die schnelle Antwort. Das von mir beschriebene Dach ist mit Schiefer gedeckt, also auf den Sparren Holzschalung, Dachpappe und dann Schiefer. Aber in den anderen Antworten habe ich schon fast alles mitbekommen. Ich wollte nur eine Hinterlüftung mit der Platte erreichen.
Was ist eigentlich der sd-Wert ?
Besten Dank und herzliche Grüsse
Gotthard Senf