Kombination unterschiedlicher Holzfaserdämmplatten

19.08.2011



Hallo,

ist es moglich unterschiedliche Holzfaserdämmplatten im Rahmen einer Innendämmung zu kombinieren?

z.B. eine flexible Holzfaserdämmplatte 50-60kg/m³ 40mm und darauf 40mm Holzfaserdämmplatte 150-170kg/m³ als Putzträger.

Wie müsste die Verbindung unter den Platten aussehen?

Gruß Michael



Moin Michael,



zumindest von Steico weiss ich, dass die eine sehr gute telefonische Beratung anbieten, da lässt sich dein Fall besser klären, als hier per Tastatur.

M.E. geht dein Vorschlag nur mit einer Holz-UK, auf die die beputzbaren Platten befestigt werden, die flexiblen dazwischen.

Gruss, Boris



Wozu soll...



...das gut sein?

Eine Platte mit 50-60 kg/m³ ist sicherlich nur für Balkenzwischenräume gedacht, da kann man nix dran oder davor befestigen, würde ich meinen.

Grüße

Thomas



Sandwichpackung ...



Hallo Michael,

schau dir mal die RECO von Unger Diffutherm an (identisch zu RECOin). Ist genau das, was Du vor hast, allerdings erst ab Stärken von 100mm erhältlich.

Die beiden unterschiedlich dichten Platten sind bei Unger über die ganze Fläche miteinander verleimt! ... Kanst Dich ja mal schlau machen, ob davon irgendwelche Auswirkungen auf den kapilaren Feuchtetransport innerhalb der Dämmplatte zu erwarten sind. Würde jetzt mal pauschal sagen ja, nur kann ich nicht sagen ob das so soll oder nicht ( funktioniert mE. eher kapilar brechend und als zus. Dampfbremse denn als Ansatz zur Schaffung einer definierten Kondensationsebene)!

Die dichteren Plattenteile (Putzträger) sind umlaufend mit Nut und Feder ausgestattet. Die weicheren haben stumpfe Kanten, und sind insgesammt weicher als jene von Steico oder Udi für die Zwischensparrendämmung. Zur Befestigung an der Wand brauchst Du einstellbare Dämmstoffdübel (damit läßt sich sauber eine ebene Wand herstellen). Über die Dämmstoffdübel sollen die Weichfaseranteile bei Montage auch um etwa 2cm gestaucht werden. Damit sollen sich zum Einen die unvermeidbaren Fugen an den Plattenstößen schließen, zum Anderen hast Da darüber theoretisch die Möglichkeit ohne Vorarbeiten und zus. Feuchteeintrag direkt auf einer unebenen Oberfläche (z.B. unverputzte Ziegelwand) zu dämmen (Ausgleichsmöglichkeit für Unebeneheiten wird mit +-2cm angegeben, was aber meiner Erfahrung nach nicht realistisch ist).

In die Oberfläche der Putzträgerplatte sind diagonale Riefen eingebracht. Hilft beim Aufbringen der notwendigen mineralischen Dampfbremse (Udi-Multigrund). Einfach mit Lehm oder direkt mit Kalk drauf putzen wird bei diesen Dämmstärken schief gehen!
Die Oberflächen der Putzträgerplatten sind mit Wachs behandelt, aber in meinen Augen noch in einem verträglichen Maß (begrenzte Sperrwirkung kapilarer Feuchtetransport). Beim Verputzen kann es durch das Quellen der Platten an den Wandanschlüssen und in Leibungsecken zu Putzrissen kommen. Anschlussfugen an Balken, oder sonstigen Durchführungen lassen sich einfach und effektiv mit Weichfaserresten "luftdicht" verstopfen. Allerdings sollten diese Fugen dann vor den Putzarbeiten noch dünn mit einer absperrenden Spachtelmasse (z.B. Unger Dispersionskleber für die Leibungsplatten - ähnliches Zeug ist mir bisher nicht bekannt, sonst hätt ich's hier genannt ... ;) ... ). überzogen werden, da es sonst zu Ligninflecken (Ausblutungen aus der Weichfaser) in der Putzoberfläche kommen kann.

Wenn Du sowas machen willst, laß Dir Deinen Aufbau von einem Fachmann berechnen, und beachte die Notwendigkeit einer Dampfbremse - auf jeden Fall bei Dämmstärken > 60mm.
Udi bietet entsprechende Berechnungen auch als kostenlosen Service an, und hilft Dir auf jeden Fall auch bei der Festlegung der erforderlichen Auftragsstärke für den Multigrund.

Gruß aus Berlin,
Stephan



Lehmputz direkt aufbringen



Hallo,

danke für die Antworten.

@ Stephan, auf die Putzträger soll eine Wandheizung installiert und diese dann direkt mit Lehmputz eingeputzt werden dann eine Armierung und der Lehmoberputz als Raumabscluss. Durch die Wandheizung müsste doch auch bei stärkerer Dämmung ein direktes arbeiten möglich sein, oder irre ich mich da?
Dampfbremse ist eher Kontaproduktiv, da das Wasser in den Inneraum diffundieren muss.
Gruß Michael



Ich zweifle...



...an der Dauerhaftigkeit des Ganzen, insbesondere in Verbindung mit WH und dicker Putzschicht. Da hängt viel Masse an nahezu Nichts.

Soweit ich das bei den mit mir bauenden Firmen beobachten konnte, funktioniert folgender Aufbau sehr gut:

DOSER DHD 50N (Rohdichte 0,25) Stufenfalz vollflächig mit Lehm ansetzen, Stufenfalz nach innen, Latte 70x25 im Stufenfalz, mit der Wand verdübelt. Auf der Latte die Kammschiene für die WH, Lehmputz.

Grüße

Thomas



Wenn das Wasser eh schon von der Wand in nach Innen...



... geleitet werden soll, dann finde ich den Mix zwischen Flexplatten und festeren Platten nicht sehr hilfreich.

"Dampfbremse ist eher kontaproduktiv, da das Wasser in den Inneraum diffundieren muss."

Hier würde ich möglichst kapilarfähiges, homogenes Material wählen (gleiche Dichte, geiche Faser, etc.) - die Variante von Thomas ist da ein guter Tipp - auch wegen der geplanten Wandheizung.

@portl
nachdem du nun im zweiten Beitrag freundlicher Weise verraten hast, dass das mit der Dampfbremse nicht geht und Du eine Wandheizung anbringen willst, wäre noch ein dritter Beitrag von Dir hilfreich:

Es wäre für die Beteiligten hier sehr hilfreich, wenn wir wüssten aus was Deine Wand denn so besteht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Wandaufbau



Damit habt ihr wohl Recht ;-). Also dier Wandaufbau ist eine Wachwerkwand mit Lehmwickeln. Im 1. Gefach über der Schwelle wurde mit mauerziegel ausgemauert. Im Innenbereich befindet sich auf der Wand ein Lehmputz. Da die Fachwerkwand weiterhin sichtbar bleiben soll, ist dann nur die Innendämmung angesagt.

MfG Michael



Dann wäre der Aufbau....



... von Thomas eine sinnvollere Alternative zu dem Plattenmix.

Grüße

Frank



Warum nimmst Du nicht



egal ob von Dooser, Pavatex oder Gutex die putzfähige Dämmplatte in einem Aufbau sollte die erste Wahl sein.

Und bei der Innendämmung gilt die Devise viel hilf da nicht viel, die ersten Zentimeter sind die wichtigsten.

Grüße aus Koblenz