Fachwerkhaus von innen mit Hertaktaplatten gedämmt !

15.12.2010



Hallo zusammen !

Wir möchten ein Fachwerkhaus kaufen und haben jetzt erfahren, das der Verkäufer 1999 einen Teil der Aussenwände von innen mit Heratektaplatten gedämmt hat. Das sind quasi dünne Heraklithplatten mit Styroporinnenlage, insgesamt ca 3 cm dick, die direkt auf die Wand "geklebnagelt" wurden. Nachdem ich jetzt einiges über Innendämmung, Taupunkte und Styropor im Fachwerkhaus gelesen habe, ist mir etwas schummrig geworden und ich würde gerne Eure Meinung dazu hören. Das Fachwerk ist mit Bimsstein ausgemauert und die Wände sehen von innen sehr gut aus, da sind keine feuchten Stellen zu sehen und es riecht auch nicht muffig oder so.
Aber vielleicht ist der Moder ja auch hinter Heratekta eingesperrt und kann sein wahres Gesicht nicht zeigen ...
Also, was meint Ihr ? Runter damit ? kann´s gut gehen ? Wir würden natürlich ungern einen Raum der tiptop in Ordnung ist in einen Rohbau verwandeln.

Vielen Dank für Eure Antworten,

Kirsten





Klar kann so was auch gut gehen, selbst wenn derartige Aufbauten rein rechnerisch versagen müssten funktionieren sie gelegentlich doch oft auch erstaunlich lange Störungs- oder besser Schadfrei.

Das hängt natürlich maßgeblich vom Nutzungsverhalten und von der Verarbeitung ab. Die Verarbeitungsqualität kennt meist keiner mehr.

Ich halte 10 Jahre aber auch nicht für ausreichend um Aussagen zu treffen ob eine Konstruktion angemessen lange Störungsfrei funktioniert.


Grüße aus Schönebeck





Als Innenwanddämmung sind die 3cm HWL Platten eine schlechte Lösung.
Einen Schaden würde ich da aber noch nicht vermuten.
Wenn Sie das Haus kaufen möchten sollten Sie sich über eine richtige Innenwanddämmung Gedanken machen, eine die Energie spart und das Fachwerk erhält. In diesem Fall müssen die HWL Platten eh runter.
Wenn Sie es richtig machen wollen kommen Sie um den Rohbauzustand nicht drumrum.





Als Innenwanddämmung sind die 3cm HWL Platten eine schlechte Lösung.
Einen Schaden würde ich da aber noch nicht vermuten.
Wenn Sie das Haus kaufen möchten sollten Sie sich über eine richtige Innenwanddämmung Gedanken machen, eine die Energie spart und das Fachwerk erhält. In diesem Fall müssen die HWL Platten eh runter.
Wenn Sie es richtig machen wollen kommen Sie um den Rohbauzustand nicht drumrum.



Hallo Kirsten



ich hatte im Haus auch solche Platten mit Styroporeinlage, die waren aber schon 30 Jahre drauf. Ich habe Sie dann entfernt und zwischen Styropor und Putz war stellenweise Schimmel. Es war aber nicht so schlimm. Der saß dort wo vor der wand große Möbel gestanden hatten und so eine Luftzirkulation unterbunden war. Es muss also nix passieren, wenn du aber schlafose Nächte hast, dann nimm die Platten ab.

Gruß J. Simon



Vorwand aus Heraklith



Von Seiten der Dampfdiffussion gibt es bei dem Aufbau keine Bedenken, da der sd-Wert der Styroporplatte höher liegt als der des Bimssteins. Fraglich ist, ob es eine Luftschicht zwischen Wand und Vorwand gibt. Dort kann es durch Luftströmung und Undichtigkeit der Konstruktion zu Problemen mit Feuchtigkeit kommen, da hält der Bimsstein jedoch einiges aus, schwerer ist das für das Fachwerkholz. Blower-Door Test dient da zur Problemfindung oder eine Einblasdämmung aus Dämmstoff der etwas Feuchte verträgt in den Hohlraum. (Vorsicht aber bei Innendämmung - vorher erst berechnen lassen!)
Gruß Heino
Zimmerei & Lehmbau Langer GmbH & Co. KG
Heino Langer
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