Dachboden dämmen mit Holzfaserplatten

23.06.2008



Ich habe hier schon einige (auch sehr interessante) Beiträge über die Dachbodendämmung gelesen aber noch kein eindeutiges Ergebnis daraus schließen können:

Ich möchte meinen Dachboden zum Kaltdach (Ziegel auf Lattung) hin gerne isolieren.

Der Bodenaufbau ist von unten nach oben: Decke (OG) Putz, Holzlattung, Lehm-Stroh-Schlacke-Füllung, Holzlattung/Holzboden.

Ich habe mich für die Dachbodendämmung mit Holzweichfaserplatten entschieden. Welche Dicke wäre da sinnvoll? Hat jemand hier seinen Dachboden damit gedämmt und entsprechende Erfahrungen gemacht?

Muß ich unter die Holzfaserplatten eine Dampfsperre machen oder geht es auch "offen" = die Holzfaserplatten einfach auf dem Dachboden auslegen ?

Ich würde den Speicher weiterhin gerne als Lagerraum für etwas "KrimsKrams" (Kartons, Bücher, Stühle) nutzen. Kann ich auf die Holzfaserplatten etwas abstellen und der Kaminfeger muß auch ans Kamin hin kommen?

Danke schon mal für die Tipps





Hallo,

ich würde auf den Weichfaserplatten einen etwas druckfesteren Belag verlegen, vorzugsweise eine dünne OSB-Platte. Vielleicht auch nur in Form von Laufgängen.
Auf eine Dampfsperre sollten Sie beim Kaltdach verzichten.
Der "Krimskrams" erhöht die Brandlast, die Feuerwehr wirds nicht freuen.

Grüße vm Niederrhein



Aber...



... was ist, wenn unter der kalten OSB-Platte (dampfbremsend) die durch die Holzdämmung diffundierende Feuchtigkeit kondensiert ? Es tropft durch die Decke.

Als Abdeckung würde ich eine diffusionsoffenere Schicht empfehlen (Holzschalung ?).
Eine Dampfbremse unter der Dämmung wäre auch empfehlenswert.

Grüße aus der sonnigen Vorderpfalz





Hallo,
OSB - Platten sind relativ stark dampfbremsend,das ist richtig. Rechnerisch wird eine Tauebene unter der Platte entstehen. Aber keine Angst vor diesem Horrorszenario:
Wenn man "Laufgänge" verlegt, dann passiert das eben nicht.
Im Übrigen halte ich eine Dampfbremse unter der Dämmung zwar für möglich aber für ein überflüssiges und dem Kaltdachprinzip eben nicht entsprechendes Bauteil.
Wenn Sie trotzdem noch Sorgen haben: Mit Bohlengängen zum Laufen und einer Bretterlage zum Lagern sind Sie immer auf der sicheren Seite.

Grüße



Aja,



vielen dank schon mal an alle!!! Ich werde dann auf die Dampfbremse verzichten. Von der Firma PAVATEX habe ich gehört gibt es extra festere Holzfaserplatten, auf die man auch mal einen Karton mit "KrimsKrams" stellen kann. Darf aber nicht zu schwer sein.

Bezgl. Plattendicke wären natürlich 2 Schichten á 80mm optimal. Ich denke, daß aber 120mm auch reichen müssten...





Hallo,
ich habe einen sehr ähnlichen Deckenaufbau und bin ebenfalls an der Dämmung mit Holzweichfaser. Die Holzdielen, die direkt auf die Balken genagelt wurden, habe ich entfernt. Darauf lege und verschraube (nur am Rand) die HWF-Platten. Untere Schicht 100mm, drauf dann noch einmal 60mm Nut+Feder. Die entfernten Dielen lege ich später auf die Platten und verschraube manche davon mit einer oben liegenden Dachlatte (Randbereich), damit diese nicht verrutschen.

Viele Grüße,
P. Voßler



...klingt interessant



dieser Aufbau. Also auch OHNE Dampfbremse. Wie machst du es an den Anschlüssen zu den Dachschrägen und zum Kamin - irgendwie abkleben oder einfach auf Stoss...?

Ich bin auch der Meinung, daß diese "super hightech Membranen" trotzdem nach ein paar Jahren nicht mehr so diffundieren, wie sie sollen und es dann Probleme mit Nässestau geben kann. Außerdem kann eine Holzweichfaserplatte (laut GUTEX) bis zu 2,2 Liter Wasser pro qm aufnehmen, ohne erhbelich an Dämmwirkung zu verlieren - und diese Feuchtigkeit gibt sie dann gleichmäßig auch wieder ab.



Ja, auch...



...ohne Dampfsperre.
Mein Dachstuhl ist so aufgebaut, dass die Schrägen (Sparren) nicht direkt am Hausrand aufliegen, sondern das Gebälk der obersten Geschossdecke noch weiter darüber hinaus geht. Erst gut einen Meter nach der Außenwand liegt das Dach auf. Daher kann ich die Platten einfach bis zum Rand hinlegen. Allerdings überlege ich, zwischen altem Boden und den Platten im Randbereich abzudichten (Schaum? Nicht so gerne, weiß aber noch nicht), damit kein Wind eindringt.

Zum Schornstein helfen ein paar cm Steinwolle, lassen sich etwas dicht quetschen und passen sich dem rauhen Putz am Kamin an. Dazu besteht keine Brandgefahr. Das wäre auch für eine Verbindung an Dachschrägen etc. hilfreich. Ich habe 4 cm dicke Steinwolle hier, die ich in Streifen schneide und einlege, wo es nötig ist. War auf einer anderen Baustelle übrig, viel brauche ich ja nicht.

Die unteren Platten selbst lege ich einfach aneinander, dicht & stabiler sollte es durch die oben liegenden Nut-Feder Platten werden...

Viele Grüße aus dem Schwarzwald!