Holzständer - schützen oder nicht?

07.03.2006



Ich möchte in einer Etage eines alten Hauses (Baujahr 1904) eine Wandheizung und Lehmputz verwenden. Das Haus hat eine Doppelmauerwerk (gesamt ca. 45cm) ohne Dämmung. Innen ist ein Holzständerwerk, dass mit Ziegel ausgefacht ist. Dazu habe ich div. Fragen aber fangen wir mal einfach an.

Ich habe ein Angebot von einer Baufirma, die alle Holzständer und Türdurchgänge mit Heraklitplatten verkleiden will. Das soll unter anderem das Holz schützen und als Putzträger dienen. Wenn ich mir jetzt aber unter anderem dieses Forum hier ansehe und auch über Google suche finde ich eigentlich immer die Aussage, das Lehm das Holz konserviert. Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage: "Wer hat Recht und wo kann ich genau nachlesen warum?".



Natürlich konserviert der Lehm das Holz,



allerdings haftet er nicht besonders gut daran.
Insovern hat die Baufirma schon recht, wenn sie auf die Ständer einen Putzträger aufbringt.
Das muss aber keine Heraklithplatte sein (lässt sich warscheinlich am besten Verarbeiten und liegt gerade am Lager). Es tun auch Schilfmatten oder Ziegeldraht oder Streckmetall.
Was nun die ökologischste Art ist, kann ja diskutiert werden, aber irgendwas Derartiges wirds brauchen.



Heraklith



Hallo !

Wenn Heraklith, dann aber die magnesit- und nicht zementgebundene Ausführung. Die leigt zwar normalerweise nicht am Lager, ist aber nur unwesentlich teurer.

Viele Grüße,
Karsten



Nicht am Lager...



ist für die meisten Baustoffhändler aber das Problem!
Vor Weihnachten habe ich in DD bei Raab Karcher die letzten 13 Platten geholt, damit ich mit dem Innenausbau anfangen konnte.
Kein Problem ... ist im Standardsortiment ... im Januar wieder da - tönte es mir entgegen. Prima dachte ich, fang ich erst mal an.
Die Ernüchterung kam dann wirklich im Januar: Ja, Bauflaute ist grade ... Bestellung zur in grossen Stückzahlen möglich wegen Preis ... nur zementgebundenes da ...
Letztenendes habe ich mir dann nach endlosen Telefonaten für 40€ Aufpreis die fehlenden 50Platten bestellen lassen - half ja nix.

Aber die Baufirma kümmert sich in der Regel selber ums Material ... ist also nicht deine Sorge. Zum Verkleiden der Holzständer werden auch gerne Reststücken recycled - da ist auch nichts dagegen zu sagen.

Aber wenn wir gerade dabei sind: Kann mir jemand sagen, wie ich magensitgebundenes Heraklith von zementgebunden unterscheide?? Ich habe hier die zwei obengenannten Chargen rumliegen. Die sehen farblich etwas anders aus. Einige Platten riechen sogar leicht nach Zement. Nicht das man mich hier behumst hat!



Zement



Hi !

Die zementgebundenen sind richtig grau, wie Zement halt aussieht, die Magnesitgebundenen hellbeige-gelblich. Im direkten Vergleich sieht man das ganz deutlich.


Karsten



Stellt die Fa.



Heraklith überhaupt zementgebundene Platten her. Ich glaube mal mitbekommen zu haben, dass diese Firma nur magnesitgebundene Platten herstellt?



@ Puruckherr



Die Informationen vom Jens sind so in der richtigen Bahn.
Lehm hat konservierende Eigenschaften, entzieht also dem Holz stets die Feuchte und schützt so vor Schädlingsbefall.
Trotzdem hält der Lehm nur mechanisch und bedarf also einer mechanischen Haftbarkeit.
Da ist zwar ideal 70-stengeliges Schilfrohrputzträgergewebe auflegen, doch die schnellere und auch preiswertere Variante eine 8 mm dicke magnesithgebundene Heraklith-Putzträgerplatte.
Darüber Lehmputz mit Armierungsgewebe und nachher Oberputz wandvollflächig.

Grüße Udo