Zusammensetzung / Aufbau von Heraklith vrs. Sauerkraut

22.02.2011



Hallo!

Ich möchte gern Sauerkrautplatten zur Innendämmung an einem kleinen Stück Fachwerkwand verwenden (alles sehr verschachtelt, daher nur ein kleines Stück). In dem Stückchen sollen Rohre usw. mit verschwinden, daher brauche ich einen etwas breiteren Aufbau von mind. 20 cm. Nun aber zur eigentlichen Frage: Gibt es einen Unterschied bei der Zusammensetzung heutiger Heraklith-Platten zu den früher in der Ehem. DDR oft üblichen Sauerkrautplatten. Mein Vater hat davon noch so einiges rumliegen. Wenn das von der Zusammensetzung her gleich ist, würde ich das gleich nehmen und mir den Neukauf sparen.

Besten Dank!





Hallo Jasmin,

so weit ich weiß sind die Platten identisch. Das sind grundsätzlich zementgebundene Holzwolleleichtbauplatten ohne weitere Zuschläge. Ob zu DDR-Zeiten dort noch weitere Mittelchen zugemischt wurden entzieht sich meiner Kenntnis.

MfG



Moin Jasmin,



es gibt zementgebundene und magnesitgebundene Heraklithplatten, letztere werden hier öfters empfohlen. Genaueres müssten die Kollegen beisteuern...

Ich hab hier auch noch ein paar rumliegen gehabt, die waren Teilweise aber schon bröselig...war aber auch nur BRD-Ware...

;-), Boris





Hallo Jasmin,



die Platten dürften weitgehend identisch sein. In Westdeutschland waren sowohl magnesit- als auch zementgebundene Platten erhältlich, diese unterscheiden sich äußerlich in der Farbe. Die magnesitgebundenen Platten sind etwas bräunlich während die zementgebundenen grau erscheinen. In Ostdeutschland gab es vor der Wende ausschließlich zementgebundene Lignolith-Platten vom gleichnamigen VEB Lignolith in Wriezen.

Ein Unterschied in Verwendung und Qualität dürfte von den Bindemitteln abhängig sein. Die Magnesitplatten (Nadelholzwolle gebunden mit Kieserit, einem Salzmineral) schützt die Holzfasern besser vor Feuchtigkeit und haftet besser als die Zementbindung.
Die zementgebundenen Platten sind zudem noch etwas schwerer und besitzen eine höhere Wärmeleitfähigkeit. Auch wird den zementgebundenen Platten ein größerer Hang zur Rissbildung nachgesagt, diesen Unterschied habe ich aber noch nicht feststellen können.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Danke



an alle vor allem Herrn Kornmayer für die ausführliche Beschreibung.

Also es sind dann definitiv zementgebindene Platten die wir liegen haben und im Haus auch als Altbestände drin haben. Ja, ziemlich schwer sind die auch dazu. Das mit der Rissbildung sieht man vor allem an den Stoßen. Auch wenn die mit Rissband oder ähnlichem verkelbt sind, kommt das nach einer Weile durch. Ist an allen Stellen, wo die bei uns verbaut sind zu sehen.

Ich werde dann gleich die alten DDR-Platten nehmen. Es kommt ja dann noch mal Lehmputz drauf. Da ist das mit dem besseren Feuchtigkeitsschutz nicht ganz so dramatisch.

Vielien tausend Dank an alle!



Denn...



...putzt aber besser 2lagig mit Gewebe dazwischen, auch Lehmputz reisst zuweilen.

Frohes Schaffen

Thomas



Heraklith



ohne Gewebe würde ich auf keinen Fall machen... ich kenne zwei Heimwerkerdecken mit Heraklith, und bei jeder kann man exakt die Plattenstöße nachverfolgen. Sieht doppelt unschön aus, einerseits weil überhaupt Risse da sind, andererseits weil die Risse so gleichmäßig sind - da sieht man, daß die Konstruktion nicht original ist.