OSB wie/womit Grundieren für Streichputz?

30.06.2009



Wir sind grade beim Dachgeschossausbau - es wurden die Decken und Wände mit OSB beplankt (DB+ Dampfbremse ist darunter). Jetzt stehen wir vor der Aufgabe, diese ungeschliffenen OSB 3 Platten zu beschichten. Ich wünsche mir eine helle Putzstruktur - aus Geld und Zeitgründen aber OHNE zu verputzen, OHNE vollflächig zu Tapezieren mit Malervlies als Zwischenschritt, OHNE zusätzliche Beplankung und ohne Anschleifen der Platten als Vorbereitung. Die Plattenstöße sollen kaum mehr sichtbar sein, daher kommt auch Ölen/Lasieren nicht in Frage. Das Ergebnis muss nicht 1a werden, aber akzeptabel. Am liebsten würde ich mit Lehm oder Kalk alles "zuschlämmen", bzw. Streichputz verwenden... Stellt sich nur die Frage der Anhaftung auf dem glatten OSB Zeugs? Also, zuerst kommt das klassische Spachteln der Fugen mit eingelegtem Armierungsgewebestreifen, danach schwebt mir als Grundierung/Haftbrücke vor:
a.) ganz dünnlüssig angerührtes Spachtelzeugs- z.B. von Uniflott, mit Deckenbürste verstrichen (der erste Versuch heute macht einen guten Eindruck, der Lehmschlamm haftet prima darauf)
b.)Gekkosol feinkorn von Kreidezeit (silikat/Wasserglasgrundierung) leider nicht billig aber immerhin schon weiss und leicht füllend
c.)verdünnt aufgestrichene Dispersionsfarbe, evtl mit Sandanteilen (noch nicht probiert)
d.) Lehmputz Haftgrund von kreidezeit...

... hat jemand weitere Ideen oder Erfahrungen, oder Alternativen?
Danke!

PS eine ähnliche Frage gab es hier im Forum schon mal- aber vor Jahren. Inzwischen haben sich vielleicht neue Produkte ins Spiel gebracht, oder mehr Leute Erfahrungen mit derselben problematik gemacht?



...mmhm...



Erfahrung: nein; theoretische Bedenken: ja; Tipp: ja

Aus der Theorie heraus hätte ich Bedenken die Platten einfach so zuzuschlämmen. Durch den Produktionsprozess bildet der Kleber einen dünnen Film auf der Platte, dem ich einen ausreichenden Haftgrund und einen dauerhaften Verbund nicht zutrauen würde.
Wenn bei diesem Thread nix tiefgreifenderes bei rumkommt, würde ich die technische Abteilung des OSB-Platten-Herstellers mal anrufen, die probieren auch so einiges aus, ist mir zumindest von Egger in Wismar bekannt.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



auf OSB-Platten haften sowohl unsere LehmFarben als auch



unsere TEX-BIS LehmStreichputze. Zur Untergrundvorbereitung
muß mit LehmFarbengrundierung LFG-1 oder unserer LehmStreichputzgrundierung LSG-1 vollflächig grundiert werden.
Weitere Infos finden Sie auf unserer homepage www.texbis.de



natürlich haftet lehmstreichputz oder lehmfeinputz



hallo,
aber wer haftet dann-wenns nicht mehr haftet?
osb Beschichtung mit lehm würde ich nur mit risko seitens des bauherren machen.
gruß frank



Zwischenbericht von der Baustelle



Dankeschön für die Anregungen! Bei meinen Recherchen und Selbstversuchen kam nun folgendes raus: wenn man direkt auf osb Streichen möchte, muss zunächst verspachtelt werden, mit Vlieseinlage und Nachschleifen und nochmal Spachteln u Schleifen, wie hier schon mal erwähnt(...zeitaufwändig, für mich ein spassfreier Akt). Wenn das nicht sauber gemacht ist, sieht man nachher ALLES. An Farben habe ich dann Geccosol Feinkorn und Alabasta Streichputz, sowie gefüllte Sumpfkalkfarbe versucht. Beide erstgenannten haften sehr gut an, ohne anschleifen oder Grundierung, die Sumpfalkfarbe ist dagegen Käse, weil einfach zu dünnflüssig. Allerdings kommt auf manchen Platten Lignin (?) vom Holz durch. Das müsste also spätestens nach dem 1. Anstrich einzeln abgesperrt-abgetupft werden (ich hab im Keller noch einen Eimer Nikotinfarbe gefunden - damit gehts, soll aber auch mit Schellack gehen). Nunja, alles recht zeitraubend und ein Gedöns. Und woher weiss ich, wieviele meiner paltten dieses Problem verursachen werden? Alternativ könnte man Malervlies großflächig verkleben, danach Streichen. Der angeratene, sehr teure Industrie Kleber auch dem Eimer soll aber seeehr dick mit dem Spachtel aufgetragen werden. Was kann da noch atmen, frag ich mich? Lesando Profondo soll auch als Kleber gehen - allerdings müsste hier wohl vorher die OSB platte angeschliffen werden, damit der Kleber besser haftet (och nööö, 100 m2 Decken und Schrägen schleifen?) Meine jetzige Lösung ist Rauhvlies (Rauhfaser-Vlies) tapezieren - ohne vorher zu spachteln, zu Grundieren oder anzuschleifen, danach 1 x Streichputz (oder Farbe) drauf, und gut ists. Ob die Rissüberbrückung dauerhaft klappt, weiss ich natürlich erst nach 1-2 Jahren. Aber für Tapezierer scheint die Methode ganz normal zu sein.
Viele Grüsse vond er Baustelle



Nanana



"Aber für Tapezierer scheint die Methode ganz normal zu sein."

Ich weis ja nicht welche Tapezierer du kennst, die aus meinem Bekanntenkreis bereiten einen Untergrund auf jedenfall anständig vor ! D.h., sie unterlassen es nicht Stöße zu spachteln, zu schleifen und wenn notwendig den Untergrund zu isolieren!
Hört man OSB-Platten eigentlich atmen?



Verputz auf OSB hält nicht



Hallo,

bei meiner Ständerwand aus (unverleimten) OSB hat der Maler vorgeschlagen, zu grundieren und mit Alabasta nachzustreichen.
Nicht zu empfehlen, da nach einigen Wochen alle Stöße durchschauen und der Verputz dort teilweise schon abblättert.
Ich habe reklamiert und jetzt beplankt er die eine schlimme Seite mit Rigips(?), die anderen armiert er mit Glasvlies und streicht noch einmal.

Ob das hält?
Hat jemand einen besseren Vorschlag?

Zum Tapezieren:
Eine andere OSB-Wand hat er mit Untertapete tapeziert, die hält aber auch nicht, sondern reißt.