Alternativen zur Gipskartonplatte

14.05.2007



Ich hab mich jetzt schon gut 2 Stunden durchs Forum gelesen, aber irgendwie scheint keiner das selbe Problem zu haben ;-)

Ich habe ein denkmalgeschütztes Ständerwerk-Haus Bj. 1943 erworben. Innen war es komplett mit Weichholzfaserplatten ausgekleidet. Da diese Matten schon 64 Jahre alt waren und mindestens 17x übertapeziert, gestrichen, gespachtelt etc. hab ich sie alle entfernt. Jetzt würde ich gerne die Holzwände, die aus massiven Holzbrettern bestehen, wieder verkleiden, und zwar so das man evt. tapezieren und Streichen oder nur "verputzen" brauch.
Am Haus sind keinerlei Dampffolien oder ähnliches verbaut...deshalb, gehe ich mal von einem recht guten "Wohnraumklima" aus, da die Luftfeuchtigkeit einfach so rein und raus kann ;-)
Wie sollte ich jetzt die Innenwände verkleiden. Hatte an Rigips (Gipskartonplatten) gedacht, die sind leicht, billig und gut zu verarbeiten. Allerdings kann ich auf die Holzwände keine Lattung oder so mehr drauf machen, da die Räume eh schon...na sagen wir dürftig sind...wenn ich Rigips nehme, kann ich den dann direkt auf die Holzwand Schrauben ??? Was gibt es für alternativen?
Diese komischen Holzfaserplatten die drin waren, waren ziemlich weich, die haben mir nicht so gut gefallen. und OSB Platten sind zu schwer zu verarbeiten...und teuer ;-)
Nur die nackte Holzwand gefällt mir aber auch nicht.

Vielen Dank im Voraus
Gruß
Eric



OSB



Wieso sind denn die OSB- Platten schwer zu verarbeiten? Gibt es in 12mm 1,25 x 2,5 Meter ohne Nut und Feder. Achte auf 5mm Luft zwischen den OSB- Platten und darauf kannst du deine Gipsplatten schrauben.





Das ging ja schnell...danke :-)

Na sie sind schwer zu verarbeiten, weil sie aus Holz sind und in mühevoller arbeit mit der Säge geschnitten werden müßen und 12mm sind zu viel, wenn da noch 9mm Rigips draufkommt, dann passt es mit den Türrahmen nicht mehr :-(

Die OSB Platten bestehen doch auch nur aus Holz, kann ich dann nicht den Rigips direkt auf die Holzwand schrauben.

Vewirrte Grüße
Eric



Wenn ich das richtig verstanden habe, ...



bestehen die Wände z.Zt. aus rohen Holzbrettern!?

Wenn Sie sowieso über verputzen nachdenken würde ich den Putz doch direkt aufbringen. Das bringt dann den dünnsten Aufbau.

Also z.B. als Putzträger Schilfrohr und dann darauf Lehm- oder Kalkputz. Das braucht man bei entsprechender Putzauswahl dann nicht einmal mehr zu tapezieren!



OSB



Mir scheint, Sie wollen selbst Hand anlegen.
Kleiner Tipp: Holz arbeitet stark und Sie werden immer Risse
sehen, falls Sie den Riehgips direkt auf das Holz schrauben. OSB arbeitet längst nicht so stark.. Also alles in allem haben Sie mehr Arbeit vor sich als Sie sich das im Moment vorstellen können. Und richtiges Werkzeug ist eine Vorraussetzung für gutes gelingen.
Mit Matten und so halte ich für sehr aufwendig und teuer. Das ist wohlgesagt meine Meinung.
Sie sollten die Türbekleidung und Zarge erst abnehmen und dann neu fertigen/ergänzen.



Entschuldigung ...



aber da möchte ich mich doch noch mal einklinken.

Die Rigipsplatten (besser fände ich übrigens Fermacellplatten) würde ich auf gar keinen Fall auf OSB-Platten schrauben.

Warum auch? Ersten brauche ich doch nicht eine volle Schicht unter den Rigipsplatten, zweitens habe ich gerade letzte Woche mal meine Nase an eine OSB-Platte gehalten und bin nicht so überzeugt, dass da nichts schädliches ausgast und drittens ist dann der von Ihnen gewünschte(?) diffusionsoffene Aufbau versiegelt.

Wenn es Platten sein sollen (wegen Schnelligkeit oder Trockenbauweise [mit Tapeten drauf]) dann kann man die Rigipsplatten auch an ganz einfachen Holzbrettern, die zusätzlich auf die vorhandene Holzwand geschraubt werden, befestigen. der Höhenaufbau wäre ähnlich dem mit OSB-Platte.

Direkt (flächig auf das Holz) könnte evtl. Probleme geben. Normalerweise werden solche Platten auf einer Unterkonstruktion befestigt. Den Hohlraum könnte man z.B. mit Hanfstopfwolle verfüllen. Alles diffusionsoffen und natürlich. Wenns der Geldbeutel zuläßt könnte man statt Rigips (wenn es Trockenbau sein soll) übrigens auch Lehmbauplatten verwenden. Die tragen dann auch noch zu einem besseren Raumklima bei.

Die preisgünstigere Methode wäre dann aber sicher wie oben beschrieben - direkt zu verputzen.



Noch ein "Nachschlag" ...



wie dick sind eigentlich die Wände?

Ich frage mich nämlich gerade, ob sie jetzt die komplette Dämmung ausgebaut haben und nun ohne auskommen können!?



OSB



Gebe Ihnen Recht. Mit Tapete ließe sich Riehgips/Fermacell direkt auf das Holz schrauben. Ohne Tapete ist nicht zu empfehlen. OSB ist die Ausbauplatte schlechthin. Wenn Sie meinen das riecht nicht gut, dann gebe ich Ihnen bedingt recht.
Wenn mann seine Nase daran klebt ist das sicher nicht so doll.
Ansonsten ist OSB echt Okay.
OSB und Riehgips ist in jedem Fall Diffusionsoffen. Habe noch keine Beschwerden über Feuchte Wände erhalten.
Und nur Riehgips auf das Holz ist in jedem Fall ein anderer
Preis als mit Verputzen. Das kostet ja richtig Geld, mit dem Verputzen.



OSB



Bei Holzwänden die so alt sind, ist es oft so, dass keine plane Fläche zustande kommt. Beispiel: die Hölzer sind verworfen. In diesem Fall bricht die Gipsplatte wenn sie nicht
dicker dimensioniert wird (20mm). Also mit der flächigkeit kann es Probleme geben.



OSB 5 :-)



Ja, mir ist bekannt, das OSB-Platten die gängige Art ist.

Deshalb gefällt mir der Geruch trotzdem nicht. Es gibt natürlich schlechtere Platten. Es gibt für diesen Anwendungsbereich aber auch andere Alternativen. Da verzichte ich dann gerne auf OSB. OSB an den Stößen verklebt wird übrigens manchmal im Dachbereich als Dampfbremse eingesetzt. Ich habe keine Zahlen parat bezüglich Diffusion, das die Durchlässigkeit aber schlechter wird mit OSB ist sicher nicht zu bestreiten.

Verputzen ... Eric melde dich doch mal, was du von den verschiedenen Varianten hältst, dann kann man weiterhelfen ...



Hilfe...



ich bin ja erschlagen von soviel Antworten :-)

Ich habe ein Ständerwerkhaus...und die Wände sind mit dicken Holzbrettern verkleidet. Dazwischen ist noch die Dämmung etc. es ist nur das betroffen, was man von der Wand sieht...die außenseite quasi. Die Bretter dürften Nut und Feder sein, ca. 3-4 cm stark. Und ja, sie sind teilweise schon "verworfen", sprich keine plane Fläche mehr.

Eigentlich geht es auch nur um die Innenwände zwischen den Räumen. An den Dachschrägen im 1.OG die vorher mit Styropur gedämmt waren (von innen), besteht die 3 cm Lattung noch, da wollte ich einfach die Rigips Platten draufschrauben, da sie da ja hinterlüftet sind.

Und zwischen den Zimmern, sind halt jetzt die nackten Bretterwände, die nicht so schön aussehen.

Das mit dem verputzen, halte ich zu aufwändig, diese Lehmbauplatten interessieren mich da schon mehr...

Wie dick bauen die auf ?
Kann ich die direkt aufs Holz schrauben?
Kann man die tapezieren ?

Hatte schon mit einem Mitarbeiter von der Fa. Rigips gesprochen, und der meinte, im Innenbereich zwischen den Zimmern, ist das kein Problem, da zwischen den Zimmern praktisch kein Temperaturunterschied herscht und so auch keine Feuchtigkeit durch die Wände wandert. Ist den Rigips auch diffusionsoffen, also auch gut fürs Raumklima in einem Holzhaus ???

Das mit den dickeren Rigipsplatten hört sich auch gut an, so könnte ich die Wand wahrscheinlich gerade bekommen, ohne das die Platten brechen...

Oder doch lieber Fermacell, weil das Wohnzimmer, welches vom Vorbesitzer schon renoviert war, auch mit Fermacell direkt auf die Holzwand verschraubt, verkleidet worden ist.

Schon mal vielen Dank

Eric



Ich würde Gipskartonplatten nehmen.



Mit Rigips verhält es sich ähnlich wie mit Weckgläsern oder Tesafilm. Man benutzt einen Markennamen als Synonym für ein bestimmtes Produkt. Mein Nachbar ist CoCa Cola - Aussendienstler. Er ärgert sich immer, wenn vom Trinken einer Cola gesprochen wird, wenn es sich um sein Getränk handelt.
Nun zum Eigentlichen: Es gibt 12,5 mm dicke Einmann - GK - Platten, die quer an einer Wand verschraubt werden können. Sollten keine Bretter vorhanden sein, müssen die Ständer im Abstand = oder kleiner 50 cm sein.
Ich empfehle 20, bzw. 25 mm dicke GK-Platten. Diese können an Deiner Wand problemlos verschraubt werden. Sie benötigen lediglich 100 cm Ständerabstand. Der Plattenstoss kann auch ohne Unterlattung erfolgen. Diese dicken Platten sind auch feuchtraumgeeignet und feuersicher.
Gruß aus der hessischen Wetterau.



Alternativen zur GKP



Hallo Erik,
egal was Du nimmst, eines sollte Dir mittlerweile klar geworden sein:
Ohne Unterkonstruktion kommst Du nicht aus!
Für Gipskarton gibt es besonders flache Trägerprofile für den Dachgechoßausbau, die nur ca. 15 mm hoch sind und sich für Dich gut eignen würden.
Spendier Deinen Türen neue Blendrahmen und vergiß nicht die Schalter und Steckdosen zu erneuern. Ich hoffe, Deine kriegswirtschaftliche Elektroinstallation macht das mit, ansonsten ist jetzt die Möglichkeit der Erneuerung.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Lehmbauplatten



Eric am besten ist due Googlest mal danach.

Ich kenne folgende Marken:

Claytec
Karphoton
Hock

es gibt sicher noch mehr!?

Klimatisch bist Du mit Lehmbauplatten besser bedient als mit Gips. Eine Unterkonstruktion solltest du in jedem Fall machen. ich schreib dir in dein Profil noch mal einen Link unter dem du noch zahlreiche Infos zu Lehmbauplatten, Lehmeigenschaften etc. finden kannst.

Gruß
Henning



Wenn das Geld nicht reicht...



...für Lehmbauplatten, dann wären auch 15mm dicke Heraklith-BM Platten (kosten nur etwa 10 Euro/m2) mit Lehmverputz eine Alternative.

Gruss

Marc



Naja...



es war eiegntlich klar das das nicht leicht wird.
Also diese Lehmplatten sind schon mal nicht schlecht, aber wieviel wiegen die ? auf der Seite von Claytec finde ich nichts über das Gewicht der Platten ?
Im ursprungszustand waren besagte Weichholzfaserplatten direkt auf die Holzwände genagelt. Ich weiß nicht ob weichholzfaserplatten, der richtige ausdruck ist...sie waren sehr weich, liesen sich 4-5 mm mit dem finger eindrücken...und so fasrig wie die Schale einer Kokusnuss...nur etwas heller und die fasern waren nicht so rau und auch kürzer...vielleicht sind sie auch nur durch ihr alter so weich geworden...
Jedenfalls waren die ja auch direkt aufs Holz geschraubt...und ich suche einfach eine alternative. Das mit den Unterkonstruktionen gefällt mir gar nicht...muß ich denn da auch oben und unten quasi Lüftungsschlitze lassen, das die Luft dahinter raus und rein kann, oder kann ich die Platten, welche ich jetzt auch immer nehme bündig an Decke und Boden anstoßen lassen ???

Werde mal den Claytec Berater in meiner Nähe wegen den Lehmplatten befragen...evt. hat der noch nen Tip.

Gruß
Eric



klimalehm Bauplatte



Guten Tag,
sie können sich ja mal auf unserer Webseite www.gruen-ziegelwerk.de unsere klimalehm Bauplatte informieren.

Viele Grüße
aus dem Odenwald





Informative Website,
kann die drei Diaserien unter Produktinformationen empfehlen.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek