OSB Platten schwimmend verlegen auf einer Fußbodenheizung im Kinderzimmer

12.02.2011



Hallo,

ich habe vor OSB Platten schwimmend auf einer Fußbodenheizung im Dachgeschoss zu verlegen. Bei der Fußbodenheizung handelt es sich um ein Trockensystem, bei dem die Rohre in Aluleitbleche eingeklinkt werden. Statt der Fermacell-Platten als Lastverteilungsschicht (E22 / 25mm) wurde mir vom Heizungsbauer auf nachfrage gesagt, das ich auch 22mm OSB-Platten nehmen könnte. Demnach würden die Platten direkt auf den Rohren liegen bzw. nur durch eine Folie getrennt sein.

Nun habe ich aber bei einigen Herstellern gelesen, das es nicht zu empfehlen ist OSB-Platten auf einer Fußbodenheizung zu installieren. Meine Bedenken bestehen darin, das sich die Platten verziehen können durch die einseitige Wärmebelastung. Deshalb wollte ich fragen ob jemand damit Erfahrungen gemacht hat und was schlimmsten falls passieren kann. Würden Hohlräume unter dem Boden entstehen oder könnten die einzelnen Leimstellen reißen? Ach ja habe vor die geschliffenen Platten zu wachsen. Gibt es eine Möglichkeit dem entgegen zu wirken, beispielsweise lagern der Platten in dem Raum für ca. 6 Monate oder so.


Bedenken bezüglich Ausgasung im Kinderzimmer hätte ich eigentlich nicht, da es z.B. von Glunz oder Egger Formaldehydfreie Platten gibt, die zertifiziert sind.


Bedenken bezüglich des höheren Wärmeduchlasswiederstandes gibt es nur teilweise, da dieser nur leicht steigen wird im Vergleich zum Aufbau: Fermacell, Trittschall, Laminat. 0,18 m²K/W

Bei meinem Aufbau würde ich über die Folie eine Trittschalldämmung legen und darauf dann die OSB PLatten. Oder meint ihr der Trittschall hilft nichts? 0,209 m²K/W. Ich denke es würde als Trittschall gut dienen und zudem trotz der höheren Dämmung, da er sich anpasst die Luftbrücken, die ohne ihn da wären schließen, so dass wenn ich mit 0,209 rechne eher etwas positiver rechnen muss, als bei Fermacell mit Luftbrücke dazwischen. Ohne Trittschall läge ich sogar nur bei 0,169 m²K/W.



Ich hoffe auf eure Erfahrungsberichte und das ich nichts vergessen habe

Danke schon mal

Marcus



Fussbodenaufbau



wenn es sich einrichten lässt:Keramik + Estrich sind für eine FBH immer noch die erste Wahl, wegen der höheren Speichermasse und der guten Wärmeleitfähigkeit. Holz/Holzwerkstoffe sind schlechte Wärmeleiter, was hier kontraproduktiv ist in der Kombination mit einer FBH, zumal der Boden von Natur aus schon Fusswarm wäre. eine 1-lagige OSB-Abdeckung halte ich für etwas riskant, weil die Platten in den Fugen doch verkippen können, gerade auch, wenn die Platten schwinden.
2 Lagen OSB haben einen zu hohen U-wert. Eine Trittschalldämmung sollte sich unter der Heizfläche befinden. Zwischen FBH und OSB-Platte wirkt sie ja zusätzlich isolierend. Die OSB-Platten dürfen höchstens 8-10% Feuchtigkeit enthalten, um stärkeres Schwinden und Schüsseln bei Heizbetrieb zu vermeiden. Dürfte schwierig sein, solches Material zu bekommen.



Fußbodenaufbau



Im Dachgeschoss ist aufgrund des Gewichtes leider ein Estrich mit Fliesen nicht möglich, deshalb komme ich ja zu dem Aufbau.
Wäre dann statt der 22mm dicken OSB PLatte es besser 2x 12mm dicke OSB Platten zu wählen und diese miteinander vollflächig zu verkleben? Wärmedurchlass wäre minimal höher. Mit dem Kippen stimme ich dir zu, wobei bei den Fermacellplatten E22 wäre es auch der Fall, die haben eine Stufenfalz, weiß nicht ob das abhilfe leistet.
Die Trittschalldämmung wäre 1,6 bzw. 2mm, gibt es auch als Systemlösung von Jupiter
http://www.fussbodenheizung.de/netbase/images/jupiter/fbh/ideal/konstruktionsuebersicht_ideal_eps%20_1207_acj.pdf
(meine FBH ist von Zewotherm). Dachte damit die Rohre besser geschützt sind und falls es zum Schüsseln kommt das runter treten der OSB Platten nicht so laut ist. Müsste mal schauen wieviel Feuchte die Platten standardmäßig haben.
Wie kommst du auf die 8-10% kann man es irgendwie rechnen, wie sie sich verziehen bei wieviel einseitigem austrocknen und gewisser Fläche?

Vielen Dank schon mal für die Antwort

Marcus



Fußboden



Im Dachgeschoss ist aufgrund des Gewichtes leider ein Estrich mit Fliesen nicht möglich, deshalb komme ich ja zu dem Aufbau.
Wäre dann statt der 22mm dicken OSB PLatte es besser 2x 12mm dicke OSB Platten zu wählen und diese miteinander vollflächig zu verkleben? Wärmedurchlass wäre minimal höher. Mit dem Kippen stimme ich dir zu, wobei bei den Fermacellplatten E22 wäre es auch der Fall, die haben eine Stufenfalz, weiß nicht ob das abhilfe leistet.
Die Trittschalldämmung wäre 1,6 bzw. 2mm, gibt es auch als Systemlösung von Jupiter
http://www.fussbodenheizung.de/netbase/images/jupiter/fbh/ideal/konstruktionsuebersicht_ideal_eps%20_1207_acj.pdf
(meine FBH ist von Zewotherm). Dachte damit die Rohre besser geschützt sind und falls es zum Schüsseln kommt das runter treten der OSB Platten nicht so laut ist. Müsste mal schauen wieviel Feuchte die Platten standardmäßig haben.
Wie kommst du auf die 8-10% kann man es irgendwie rechnen, wie sie sich verziehen bei wieviel einseitigem austrocknen und gewisser Fläche?

Vielen Dank schon mal für die Antwort

Marcus





Hallo,

die Platten von GLunz OSB 3 haben eine Feuchtigkeit von 5-12% und sollten ja somit geeignet sein.

Viele Grüße

Marcus



Ein Verkippen der OSB-Platten...



... bei dem genannten System kann ich nicht sehen.

Die genannten 5 - 12% - das ist schon eine große Bandbreite. Aber die OSB-Platten werden schwimmend verlegt und in der Nut-u. Federverbidnung verleimt - zum Rand ausreichend Fuge lassen. Dann sollte das funktionieren.

Vor dem Wachsen sollten die Platten feingeschliffen mit Parkettöl - Fußbodenöl eingelassen werden. Alternativ zum Wachs gibt es auch ein porenfüllendes Finish-Öl, das weniger Pflegeaufwand mit sich bringt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo,

das Verkippen bei einem einlagigen Aufbau kannst du nicht erkennen? Also 1* 22mm dicke OSB-Platte schwimmend verlegt in den Fugen verleimt?
Was ist der vorteil des Porenfüllenden Öls? Was ist der Mehrpflegeaufwand beim Wachsen? Ich habe meinen Schreibtisch geölt und durch das weiche Holz sieht man recht schnell Macken. Ich dachte wachsen würde die Oberfläche wiederstandsfähiger machen als ölen, oder ist das bei OSB Platten recht egal?

Viele Grüße

Marcus



OSB-Platten ölen



Hallo Marcus,

wenn Du OSB-Platten mit umflaufender Nut- und Feder verwendest und die im Verband (also ohne Kreuzfugen) schwimmend verlegst, dann sehe ich für Deine Anwendung keine Probleme. Ich beziehe mich da auf Dein genanntes Jupiter-System. Die Platten würden da flächig aufliegen. Wie soll es da zu einer "Verkippung" kommen?

Die Platten werden mit normalen Weißleim geklebt. Die Leimschnur in die obenliegende Innenkante der Nut auftragen und dann die Platten zusammen schieben. Die Platten sind hinterschnitten und haben eine Ober- und eine Unterseite - das nicht verwechseln. Zum Rand wenigstens 1cm Dehnungsfuge lassen.

Nach dem Verlegen erfolgt ein Feinschliff mit einer Einscheibenmaschine bis zu einem 120er Schleifgitter.

Wie Du schon von Deinem Schreibtisch her die Erfahrung gemacht hast: Die Strands von den Platten bestehen nun mal aus Weichholz. Zuerst werden die Holzfasern der Oberfläche mit einem Parkettöl - Fußbodenöl gesättigt. Das hat den Vorteil, dass kein Schmutz in die Faser aufgenommen werden kann.

Durch die Verpressung der unterschiedlichen liegenden Strands ist die Oberfläche recht grobporig. Nur geölt würde sich noch Schmutz in diese Poren absetzen können. Deshalb verwenden wir noch das Finish-Öl. Dieses härtet schichtbildend aus. Die Poren werden in diesem Fall mit Naturharzen und trocknenden Ölen gefüllt.

Du kannst zur Porenfüllung auch Wachs aufziehen. Wachs ist aber weicher und schmutzempfindlicher. Irgendwann wirst Du dann mal wieder entwachsen müssen.

Ein wenig bin ich auf das Thema unter

http://natural-farben.de/aktuell/2010-10/osb-platten-behandeln-oelen/

eingegangen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo Frank,

danke für deine ausführliche Anleitung. Ich habe vor die OSB-Platten erst einmal zu verlegen um dann im Dchgeschoss noch weitere Renovierungsarbeiten durchführen zu können. Ist es sinnvoller nach dem verlgen alles zu Schleifen und zu Ölen... damit die Fasern keinen Schmutz aufnehmen können, denn selbst mit abdeckplane kommt es meistens ja doch zu einer Verschmutzung, oder ist es sinniger erst alles fertig zu machen und dann alles zu schleifen und zu ölen, da man es ja sonst vielleicht bei der Renovierung beschädigen würde? Weiß nicht wie wiederstandsfähig das Ölen ist.

Noch eine Frage hätte ich. Ich habe noch eine alte Treppe, die will ich abshcleifen und dann versiegeln. Wollte die Treppe erst abbeizen, aber da sagte man mir das wie z.B. Natronlaufe in das Holz eindringt und es über die Jahre kaputt macht, da man nicht alles neutralisieren kann.
Was würdest du für eine Versiegelung der Treppe empfehlen? Bootslack? Nachteil glänzt, Vorteil sehr haltbar. Oder auch hier nur Ölen?

Danke schon mal

Marcus



OSB-Platte ölen



Hallo Marcus,

wenn möglich würde ich die Sättigung der Holzfaser mit dem Öl vor den anderen Arbeiten ausführen. Das Finish kann dann später erfolgen.

Vor dem Finish kann man durchaus noch mal mit einem Schleifvlies drübergehen, wenn es zu Verschmutzungen gekommen ist.

Was die Treppe angeht, würde ich natürlich ölen ;-)

Allerdings muss der Schleifaufbau passen. Natronlauge kann bei ungenügender Neutralisierung zu Flecken führen. Wenn möglich würde ich den Abschliff ohne Ablauger versuchen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de