Nasse Steinplatten

29.12.2012 fachwerk1711



Wir haben einen alten Hof, der aus einem Fachwerkhaus und einem Bruchsteingebäude besteht. In der Deele das Fachwerkhauses und in einigen Räumen im Bruchsteinhaus sind wunderschöne alte Steinplatten verlegt. Leider werden diese Platten bei feuchter/nasser Wetterlage immer komplett nass. Was können wir machen, wenn wir diese Räume zu Wohnzwecken nutzen möchten?





Lösung 1: das war schon immer so und hat bis jetzt sehr lange gehalten. Dass der Fußboden feucht wird, könnte man tolerieren. (Geht wohl nicht)


Lösung 2: Im Haus ist's wärmer als früher und der Luftaustausch ist geringer, daher gibt's an den kalten Fußböden Kondenast. Also weniger Raumtemperatur einstellen und mehr lüften, .....wenn's draußen wärmer ist als drinnen, aber nicht!
(geht vielleicht)

Lösung 3: Platten vorsichtig ausbauen, neuen Bodenaufbau, Platten wieder rein.
(geht das überhaupt?)

Aber: den Steinfußboden haben die Altvorderen ja nicht in die paar früher geheizten Wohnzimmer verlegt (eben aus dem besagten Kondensat Grund und wegen der Kosten), sondern nur in Wirtschafts oder Durchgangsräume, die fast so kalt waren wie draußen und wo sie einen mechanisch stabilen Fußboden brauchten. Die hatten wahrscheinlich das Problm nicht, dafür war ihnen öfter kalt.
Wenn's sich mit der Nutzung verträgt vielleich doch ein paar Grad weniger und eine Lüftungsverhalten wie im Keller.
Dann müsste man diese Räume aber von den warmen Räumen einigermaßen gut trennen, ganz besonders im Sommer.

Lösung 3 könnte funktionieren, ist aber am aufwendigsten.
käme das in Betracht?

Es ist nicht so einfach möglich, Fläche, die als Wirtschaftsraum konzipiert war, in komfortablen Wohnraum umzugestalten.

gruß G



Für eine...



... dauerhafte Nutzung als Wohnraum führt wohl kein Weg um die Lösung 3. laut GEhlerding herum.

LG,
sh



Vielen Dank



Vielen Dank für die rasche Antwort. Das Seltsame ist, dass es bei diesen Räumen bisher noch keine Wärmeveränderung gegeben hat. Die Deele am Fachwerkhaus ist noch nicht isoliert und das völlig undichte Holztor lässt die Kälte rein und die anderen Räume sind Flure im Bruchsteingebäude, an dem noch gar nichts verändert wurde. Kann das Nässe sein, die gegen die Häuser drückt und durch eine Drainage behoben werden könnte?
Lösung drei ist wohl unumgänglich, aber wir habenBedenken, dass wir es nicht schaffen, die Platten wieder so gut zu verlegen, wie vorher und sie gehen teilweise bis unter die Mauern :-( ein Horror diesen Boden zu zerstören.



Umfeld?



Durch bauliche Veränderungen in direkter Nachbarschaft, z.B. Erhöhung des Bodenniveaus, Bodenversiegelung oder aber Neuverlegung von Abwasserrohren etc. kann es bei länger anhaltendem Regen zu völlig neuen Nässesituationen kommen.

Ob es sich dabei nur um irgendwo mangels geeigneter Abflussmöglichkeit stehendes Oberflächenwasser oder eine grundlegend geänderte Grundwassersituation handelt, lässt sich nicht immer auf Anhieb sagen, sollte aber auf jeden Fall gründlich untersucht werden.

So blöde waren die Altvorderen nicht, dass sie Nässe in der Deele duldeten, wenn dies baulich vermeidbar war und ohne Änderung irgendeines Faktors sind Platten, die zuvor immer trocken waren, nicht plötzlich nass.

Ohne diese Rahmenbedingungen geklärt zu haben, würde ich auch keine der o.g. Vorschläge zur Wohnraumnutzung realisieren.

Bei uns gibt es z.B. im Keller erst seit einem Hausanbau beim Nachbarn vor ein paar Jahren einen regelrechten Bach im Keller, der nur durch Weiterleitung per Rohr zu einem anderen Nachbarn, der einen Pumpensumpf hat, in Schach gehalten werden kann.

Oft sind es Kleinigkeiten nach dem heutigen Stand der Technik, die woanders ihre Auswirkungen haben: Es wurde z.B. statt des Grubenlehms der zwar für eine gewisse Grundfeuchtigkeit sorgt, größe Wassermassen aber nicht durchlässt, Drainagekies an die zuvor abgedichtete Wand verfüllt. Das Regenwasser fließt nun nicht mehr oberflächlich über das früher wirkungsvoll geplante und realisierte geländegefälle ab, sondern sickert in tiefere Schichten und wandert von dort in die alten, nicht abgedichteten anderen Keller, die früher leicht feucht und kühl, jetzt aber nass sind.

Das Beispeil war jetzt zwar nicht direkt zum Thema, sollte aber aufzeigen, dass die Ursachen für Euer Nässeproblem evtl. schon im größeren Zusammenhang zu suchen sind, denn dass irgendetwas in Gegensatz zu früher nun geändert wurde, dürfte ja wohl klar sein.

Viel Erfolg bei eurem Projekt und guten Rutsch (nicht auf den nassen Bodenplatten)!

Christian



diese



Erscheinung kann ich in Nachbarhäusern, die noch Zemntfliesen aof Mörtelbett haben, aber auch in der neuen Garage auf dem lackierten Fußboden beobachten. D a s ist normal, solang der Fußboden etwa die gleichen Temp. wie das Erdreich hat (Tau auf der Wiese ist die gleiche Erscheinung). Entweder lebst Du damit (es sind ja nur wenige Tage - und die lassen sich noch reduzieren, wenn das Fenster/Tür an den entsprechenden Tagen geschlossen bleibt) oder Du erneuerst den Fußboden - und du machst einen Neuaufbau mit Dämmung und den gleichen Platten - wie das geht: ein anderes Thema.
PVC-Belag drauf bringt jedenfalls nichts !!
Ansonsten freu die der guten Wettervorhersage: Mein Nachbar kann immeer sagen, wann es regnen wird :-)



Nasse Steinplatten



Wir haben es so ähnlich ,bei uns ist aber nur der Flur ,Ziegel im Lehm verlegt,darüber geputzt.Wenn es längere Zeit regnet ist der Flurboden ständig feucht,ich denke das Problem erledigt sich zum Großteil wenn ich den Lehm gegen eine kapillar brechende Schicht austausche.

Grüße Martin



das



glaub ich nicht, ausschlaggebend ist die Temperatur an der Oberfläche des Bodenbelages und die relative Luftfeuchte. Ob Sand oder Lehm unter den Ziegeln - das macht wenig aus. Die Temperatur könnte sich um wenige (!) Grad ändern ....