Wandfliesen auf Asbestplatten?

07.08.2005



Hallo, nachdem ich hier auf meine Frage bzgl. Mehrlast und Terracottafliesen so engagierte Antworten bekommen habe (wir werden morgen nochmal den Fliesenleger kontakten, er hatte im Kostenvoranschlag selber schon etwas von Entkopplung geschrieben), versuche ich es nochmal mit dem heiklen Thema Asbest. Die Küche unserer Altbauwohnung ist in den 80er Jahren renoviert worden, dabei wurden auch weiße Wandfliesen verlegt - auf einer merkwürdigen grau-melierten, ca. 1 cm dicken, sehr harten und glatten Platte, die dort, wo sie geschnitten ist, ausfasert. Hat jemand Erfahrung: war in den 80er Jahren Asbest in der Altbaurenovierung noch Gang und Gebe? Wurden überhaupt Eternit o.ä. asbesthaltige Platten als Untergrund für Wandfliesen verwendet? Mit der Bitte um eine schnelle Antwort, schöne Grüße
Ruth Cordes
Ruth Cordes



Eternit



Es war sicher nicht die Regel Eternitplatten für diesen Anwendungsbereich zu nehmen. Vielleicht war es aber für den speziellen Handwerker oder Erbauer seinerzeit normal. Eternit war noch in der Mitte der 70er Jahre ein beliebter Werkstoff.

Entfernen Sie diesen Werkstoff und lassen Sie Ihren Fliesenleger einen besseren Wandaufbau planen. Dies ist mir von hier aus, mit den vorliegenden Angaben, derzeit nicht möglich. Nette Grüße



eternit oder



hallo,
es könnte sein dass es sich um sog. Gipsfaserplatten handelt, die unter der Name Fermacell verkauft wurden. Falls es diese Platte sein sollte sehe ich kein Anlass zur Sorge. Diese Platten bestehen aus Gips (meist Naturgips aus dem Südharz in der 80er Jahren)und Zellulose. Sie wurden sehr oft als Fliesenträger in Nassräume benutzt. Diese Platten sind nicht so hart wie Zementfaserplatten.
m.f.g.
J.E.Hamesse



Herr Hamesse



hat recht. Das könnte es auch sein. Wenn sich die Platten ähnlich wie Gipskartonplatten brechen lassen, dann sind es vermutlich Fermacellplatten.
Lassen sich die grauen Platten nur kaputt schlagen oder schneiden wie Natursteinfliesen oder Natursteinfensterbänke, dann sind es wohl eher Eternitplatten. Viel Erfolg



Asbestzement brechen?



Wenn Sie eine Asbestzementplatte brechen, schießen Sie sich selbst in's Knie. Genau das sollte keiner machen. Aber ich schätze, eine Gipskartonplatte kann man mit einem Messer einritzen, eine Asbestzementplatte nicht, wäre dann eine Testmöglichkeit. Ansonsten, wenn Asbestzement nicht geschnitten oder ähnliches wird, ist es nicht weiter kritisch. Nur, wenn es gesägt, gebrochen etc. wird, würde ich mehr als eine Staubmaske nehmen.

Viele Grüße
Stephan Schöne



Vielen Dank, das Problem ist gelöst.



Es hat sich tatsächlich um Fermacell-Platten gehandelt, auf der Rückseite der ersten, die wir von der Wand entfernt haben, war "Fermacell" aufgedruckt. Schön, wenn es mal so einfach ist. Aber vielen Dank für die Tips, Sie haben uns sehr beruhigt.



Danke



für die Rückmeldung. Das ist schön, daß die Platten bleiben könnten.
Glücklicherweise hatte Herr Architekt Hamesse rechtzeitig geschaltet und an Fermacell erinnert.
Fröhliches Weiterbauen!



fermacell



hallo,
Danke für den Lob.
Meistens ist das Leben eines Architekten von Neid und Missgunst begleitet, von Auseinandersetzungen und von "Links"mittelverfahren.
Dieses Forum ist eine Ausnahme. Auch wenn ich ab und zu mal die richtige Antwort treffe, lerne ich auch sehr viel aus diesem Forum.
Wir sind, ohne uns gegenseitig zu kennen, schon ein richtiges flexibles team geworden.
Weiter so...
J.E.Hamesse