Welche Fassade beim Fachwerkhaus???

05.01.2008



Frohes neues Jahr erstmal!
Habe hier jetzt schon etliche Beiträge gelesen, bin aber irgendwie verunsichert.
Ich besitze ein Fachwerkhaus ( Baujahr etwa 1880 ) kein Denkmalschutz.
An 3 Seiten ist wohl in den 70er Jahren eine Art Vorhangfassade angebracht worden.
Die vierte Seite ist mit braunen Eternitplatten verkleidet.Dahinter dürfte sich ausgemauertes Fachwerk befinden.
Diese Eternitplatten möchte ich entfernen.
Gerne möchte ich die Fassade dann auch gleich dämmen.
Ich bin mir aber nun unsicher, welche Art von Fassade am besten ist.
Eine hinterlüftete Vorhangfassade, oder Styroporplatten direkt an die Hauswand Kleben und dübeln und dann verputzen?
Habe gehört, daß sich wenn man diese Styroporplatten direkt an die Hauswand setzt und verputzt, Schimmel und Pilze schnell breitmachen können.
Ich würde mich über Antworten sehr freuen.
Vielleicht hat ja auch jemand Adressen von Firmen, welche diese Arbeiten im Raum Dortmund ausführen.
Vielen Dank im voraus.

Doro S.



Styropor



ist ein hervorragendes Material für Verpackungschips und bestens geeignet, um einen 30jährigen Junggesellen auf der Rathaustreppe in den Wahnsinn zu treiben. Auf dem Bau hat das Zeug nix verloren. Eine hinterlüftete Vorhangfassade mit diffusionsfähigem Dämmstoff ist wohl die beste Lösung, zumal diese Art der Fassadengestaltung auch traditionell zum Einsatz kam, je nach Region in unterschiedlichen Ausführungen. Z.B. Schiefer, Dachziegel, Bretterverkleidungen, da gibt´s viele Möglichkeiten.
MfG
dasMaurer



Wenn verkleidet war...



...dann ist die einfachere Lösung auch wieder mit einer Verkleidung zu finden.
Nur eben die richtige Aufbauvariante sollte es sein.
Chemische Materialien sind da eher ungeeignet, was man aber beim Durchstreifen der Baulandschaft bereits selbst feststellen kann, ohne ein großer Fachmann zu sein. Vergilbte Fassaden, Vermoosungen, Schimmel, Abplatzungen usw. sind da ausschlaggebende Argumente gegen solche Materialien.
Hier würden wir eine in Lehm gebettete Holzweichfaseraußendämmung empfehlen, auf die dann eine Kreuzlattung kommt, auf der mann eine Holzverschalung (Sichtverkleidung) anbringen kann.
Auch zu Verputzen ist möglich.
Hier ist aber trotzdem angebracht, eine Wärmedurchgangsberechnung vorzunehmen, um die jeweilige Dämmstärke zu ermitteln.

Grüße nach Dortmund

Udo Mühle



Bekleidungen ..



..sind in der Regel immer da angebracht worden , wo es etwas zu verdecken gab , sprich : oft wartet dahinter der Bauschaden vergangener Zeit . Mal abgesehen von Regionen in denen aufgrund immerwährenden Schlechtwettereinflusses - schönen Gruß ins Bergische ;-) - z.b. eine Verschieferung üblich war .
Ergo : nachgucken , was die Vorbesitzer dazu getrieben hat , Eternit aufs Häuschen zu nageln !
Natürlich spricht nix dagegen , wieder eine , dann gedämmte Vorsatzschale anzubringen , Weichfaserplatte und Holzschalung sind hier zu erwähnen , auch tlw. in Eigenleistung zu erstellen !!
Besten Gruß aus Minden ( sollte auch mal eine Dämmung und Wetterschale kriegen - blödes Nieselwetter !! )
Jürgen Kube



Jawohl...



...nachschauen macht Sinn. Die "schönsten" Stellen an meinem Haus waren hinterm Eternit :-).
Wenn du die Platten selber entfernst, unbedingt vorher über die lokalen Vorschriften schlau machen (Landratsamt). Bei uns hier war vorgeschrieben Ganzkörperkondom, speziell zugelassener Mundschutz und zerstörungsfreies Abnehmen der Platten. Bei luftdichter Verpackung konnte man sie dann auf die Deponie bringen. Das habe ich ordnungsgemäß gemacht und niemand konnte was sagen. Es gibt immer komische Nachbarn.
Ein kritischer Blick an die Pfosten um die Fenster kann nicht schaden, da lief bei mir 30 Jahre schön das Wasser rein...Genug Horrorgeschichten.

Gruß Patrick.

P.S.: ich habe die Nummer im Sommer 2006 gemacht bei kuscheligen Temperaturen, schöne Sauna im Anzug, aber niemals aufgeben.



hm



Also auf jeden Fall ist beim Abnehmen der Platten darauf zu achten,dass sie ganz bleiben,vorsichtig in Bigbags stapeln und abfahren lassen.Deponiegebühren sind unterschiedlich.Auf keinen Fall einen relativ dampfdichten Dämmstoff (Polyurethan,Polystyrol)direkt aufbringen.Lattengerüst erstellen,Zwischenräume mit dampfdurchlässigem Dämmstoff (Mineralfaser)ausfüllen und Fassade (Schiefer,Holz)aufbringen.Bei Putz würde ich zu Weichfaerplatten (Steico-Inthermo)) als Träger und Dämmmaterial raten.Sollen Klinkerriemchen aufgebracht werden ,steht ein Mineralfasersystem zur Verfügung.Polystyrolplatten als Riemchenträger sollten
auch auf ein mit MF gedämmtes Lattengerüst geschraubt werden.(ggfs hinterlüften)Das mindert zwar zum Teil die Dämmwirkung,verhindert aber ein Faulen hinter der Dämmung.IN jedem Fall Taupunktberechnung zur Ermittlung der Dämmstärken anstellen.



@thermotec



Die "Styroporklinkerchen-Platten" scheinen Ihnen aber trotzdem ans Herz gewachsen zu sein.
Denn ihre Homapage schreit ja damit.

Wenn Fachwerkfassaden mit Lehm oder historischen Backsteinen vorgefunden werden, so sollte stets darauf geachtet werden, daß weder MiWo, noch hinterlüftete Fassadendämmungen aufgebracht werden.
Die Bauschäden sind täglich zu erkennen, wenn man durch die Landschaft fährt.
Und Mitglieder in dieser Plattform haben mehrfach nun die zurückliegenden "Schandtaten" auszubügeln.

Homogen in Lehm gebettet und nacher mit einem mineralischen Putzsystem verputzt, sind Holzweichfaserplatten ideal für einen langjährige Funktionsweise und gute Bauphysik.

Nachdenkliches

Udo Mühle



nein



die seite befindet sich seit kurzem im Aufbau-mit den klinkersystemen haben wir begonnen.
es folgen Mineralwolle und vorallem Weichfasersysteme.
Steico/Inthermo
Lehm ist mir relativ unbekannt-vielleicht können Sie mir
da auf die Sprünge helfen.
Übrigens veetreibe ich ein modulares Holzbausystem aus der Schweiz (Steko) und da hat Styropor ohnehin nichts zu suchen.