Deckenaufbau im Neubau (komplette Holzdecke???)

22.11.2008



Hallo zusammen,

eigentlich wollten meine Frau und ich ein Blockhaus bauen. Leider wird es jetzt wohl eher ein Holzständerhaus. Nichts desto trotz haben wir uns gedacht: Wir wollen so viel Holz wie möglich!
Daher kommt jetzt auch meine Frage bzw. meine Überlegung und ich hoffe Ihr habt mir ein paar Tips.
Folgende Situation:
Wir planen, wie bereit geschrieben ein Holzständerhaus zu bauen (bauen zu lassen).
Die Decken zwischen den Geschossen würden wir gerne soweit es möglich ist, komplett aus Holz bauen. Das Haus hat 3 Stockwerke. Im EG ist eine Einliegerwohnung geplant und im 1.OG und DG soll unsere Wohnung sein.
Der Gedanke war nun, in allen Stockwerken sichtbare Balken einzuziehen, auf diese dann (von oben) einseitig gehobelte Holzbretter zu befestigen, und dann darauf einen Bodenaufbau für einen Dielenboden zu machen. Jetzt sind wir uns aber absolut unsicher wie dieser Bodenaufbau aussehen soll. Wäremeisloierung ist schon mal kein Thema, da alle Stockwerke bewohnt und beheizt sind.
Wir dachten an folgenden Aufbau (von oben gesehen):
Dielenbretter
Lagerhölzer mit Schüttung oder Faserplatten dazwischen
Dämmstreifen unter die Lagerhölzer (gegen Trittschallübertragung)
Papier damit die Schüttung nicht durchrieselt
von unten gehobelte Bretter
Deckenbalken

(So ähnlich wie hier:
http://www.woodline.de/default.asp?pn=1040&am=677 )

Jetzt haben wir aber keine Ahnung ob das in irgendeiner Weise überhaupt Sinn macht....
Wie würdet Ihr den Bodenaufbau gestalten?
Welche Materialien würdet Ihr nehmen?
Vor allem Fragen wir uns ob das zwischen der Einliegerwohnung und unserer Wohnung ausreicht...
Der Trittschall und Raumschall sollte dort schon gut gedämmt sein.


Ich hoffe Ihr könnt mir ein paar Tips geben.
Ach ja, es sollte natürlich möglichst günstig sein :-)

Grüße,
Stefan



Deckenaufbau



Was bei dem Deckenaufbau fehlt, ist Masse.
Die braucht man um die Decke vorzuspannen, das vermeidet Schwingungen bzw. Resonanzen und dämpft Luftschall.
Dafür kann man z.B. Gehwegplatten oder Betonpflaster nehmen.
Dazu kann Euch der Entwurfsverfasser sicher Genaueres sagen.

Viele Grüße



Das wäre bei woodline die ...



zweite Variante auf der genannten Seite. Die Masse muss mit der Statik abgestimmt werden.

Ihr solltet mit der Holzbalkendecke keine Höhenunterschiede erfahren, die Ihr ausgleichen müßtet. Deshalb macht festes Plattenmaterial mehr Sinn als eine Schüttung.

Neben allen möglichen Betonplatten werden auch gerne ungebrannte Vollklinker im NF-Format verwendet - sog. "Grünlinge".

Aufbau von oben:

- Dielenbretter
- Lagerhölzer mit Zelluloseschüttung oder Faserplatten dazwischen (ich empfehle das N+F-System von GUTEX mit der Verlegeleiste)
- Holzdämmplatten nach Anforderung der Höhe - mindestens 6mm
- Platten, Steine, Grünlinge als Masse nach Statik
- Rieselschutz - an den Wänden wannenförmig hochgezogen und an den Rändern abgeklebt (Schallschutz).
- Von unten gehobelte Bretter

Tipp: von vornherein nach dem Rieselschutz einen Streifen Holzdämmplatten in der gewollten Aufbauhöhe am Rand anlegen - so, dass alles was aufgebaut wird, nie direkt an die Wand gerät. (Schallschutz).

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



wie wärs mit einem regionaltypischen Fachwerkhaus ?



Hi,
wo wohnt ihr?
mit historischen Bauholz kann man sehr schön regionaltypische Fachwerkbauten rekonstruieren .
man kann ja durchaus aus anderen Regionen(denen man sehr nahe steht)konstruktives einbringen .
das ganze wird unter Umständen günstiger als alles nagelneu zu bauen .
Ökologie wäre ja kein widerspruch bei alten charaktervollen Häusern.
unter umständen kann man ja ne Bohlenstube einrichten ob schwedisch,alemannisch(oberdeutsch) oder mitteldeutsch-somit ein Hauch Blockbauweise..augenzwinkernd..
Gruß Marc
PS:Nein ,ich bin nicht verschwägert mit historischen Baustoffhändlern !



Ich hoffe, ihr



habt einen Planer und Statiker der sich mit Holzrahmenbau auskennt. Das wäre jedenfalls Grundvoraussetzung um zu einem guten Ergebnis zu kommen.
Die Decke zwischen den beiden Wohnungen muss Brandschutz und Schallschutzbedingungen erfüllen und ist aus diesem Grunde vermutlich mit einer sichtbaren Balkenlage nicht machbar.
Die anderen Decken müssen wahrscheinlich keine Bedingungen erfüllen (wo soll gebaut werden) und sind so machbar wie beschrieben. Es gibt gute fertige Systeme von Herstellern wie Pavatex, Gutex, Doser, Steico, ... die man hier gut einsetzen kann.



Hallo,



wenn Ihr noch nicht so richtig entschlossen seid, schaut doch noch 'mal bei "www.thoma.at" nach.

Das System "Holz 100" begeistert mich - und mehr Holz geht nicht. Ohne Chemie, Dampfbremsen, Dämmstoffe - halt 100% Holz.

Grüße

Thomas



bei der gelegenheit



hab ich mal eine laienhafte frage, auf die gefahr hin, daß sie fehl am platz ist. ich stell sie trotzdem: was ist eigentlich von einem aufbau mit deckenziegeln (ziegeleinhängdecke) als alternative zu halten im hinblick auf schall-, brandschutz? das würde mich interessieren (reine neugier, weil halt irgendwann mal irgendwo gesehen). bin dankbar für aufklärung zu dieser frage. viele grüße, carmen



Ziegeleinhängedecke



ich nehme an in Deckenbalken und nicht in Betonträger?
Welche Brandschutzanforderungen werden denn gestellt? Ist es ein einfamilienhaus, werden vermutliche keine Brandschutzanforderungen an die Decke gestellt.
Beim Schallschutz kann man durch diese Ausführungen erhebliche Verbesserungen erreichen. Die Balkenlage wird dann aber in aller regel nicht sichtbar sein.
.
Holz 100 gefällt mir auch, aber ohne Dämmstoffe geht es bei diesem System auch nicht. Holz hat den Dämmwert 0,13 und ist damit Dämmtechnisch nicht besser als ein durchschnittlicher Leichthochlochziegel. Siehe die Ausführungen von Erwin Thoma, mit Holzweichfaserplatten als Dämmmaterial.



@ Fred



Zertifizierter Wert für Holz 100: 0,078. Erreicht wird dieses Plus gegenüber massivem bzw. verleimten Holz durch die dünnen Luftschichten zwischen den einzelnen Brettlagen und ggf. zusätzliche leichte Profilierung der Hölzer.

Je nach Wandstärke (17-35cm) und geplanter Dämmwirkung fällt der äußere Aufbau mit Holzweichfaser und Verkleidung bzw. Putz sehr unterschiedlich aus. Bei einer 35er Holz 100 Thermo - Wand hat die (dann dünne) HWPL) eher die Funktion eines Putzträgers, als die einer Dämmung. In jedem Falle müssen die Wandplatten außen verkleidet werden, um die Hirnseiten der Holzdübel zu schützen.

Grüße

Thomas



@ Thomas



den Wert kenne ich auch. Er wurde aber nicht in die Zulassung übernommen. In der Zulassung steht 0,13 wie beim Vollholz und das ist für unsere Nachweise bindend.



ziegeleinhängedecken



es gibt einhängedecken aus Ziegel für holzbalkendecken, bei denen die balkenuntersicht sichtbar bleibt. ich wollte nur den hinweis geben, weil das thema "masse" (schallschutz) angesprochen wurde, und weil ich mich aus eigenem interesse seinerzeit nach einem nicht gar so aufwendigen deckenaufbau umgesehen habe. eventuell wäre das ja doch eine alternative? diese firma in österreich (sicher auch noch andere!) stellt solche einhängziegel her: www.leitl.at
viele grüße, carmen



@ Fred



Ja, ja, die Zulassungen...

Auch wenn man in Deutschland höchstoffiziell mit dem einen Wert rechnen muß, darf man ja doch die deutlich bessere Dämmung dank tatsächlich besserer Werte geniessen. Wichtig ist letztendlich ja eher, wie teuer das Heizen tatsächlich ist, und nicht, wieviel es laut bundesamtlicher Lex Dämmung kosten müsste. Logisch ist es ja wohl, daß viele dünne Luftschichten zwischen den Brettlagen für eine Verbesserung der Werte des massiven Holzes sorgen. Die entsprechenden Zertifikate sind von der TU Graz, und ich gehe davon aus, daß die Messungen korrekt sind.

Gar nicht berücksichtigt ist ferner die thermische Trägheit des Holzes und die hervorragende, Ziegel & Co. deutlich in den Schatten stellende Speicherwirkung des Holzes.

Schön und selten, daß 'mal Etwas besser ist, als zugelassen. Meistens ist es ja eher anders herum.

Grüße

Thomas



Hallo Thomas



auch ich gehe natürlich davon aus, dass die TU Graz richtig gemessen hat. Ich wurde allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass Herr Thoma (ich hoffe das stimmt auch so) eine entsprechende bauaufsichtliche Zulassung schon vor Jahren beantragt, aber nicht bekommen hat. Woran kann das liegen? In erster Linie schätze ich, dass hier unterschiedliche Versuchsanordnungen und Zuschläge zum tragen kommen. Wenn aber jeder Antragsteller auf seine persönliche Art messen läßt, kann das nicht zu vergleichbaren Ergebnissen führen.
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Über die Qualitäten von Holz, denke ich brauchen wir nicht zu diskutieren. Was mache ich aber, wenn ich meine Nachweise führen muß (!!) und kann nur die 0,13 aus der Zulassung ansetzen und das vielleicht unter den verschärften Bedingung Mitte 2009. Aus diesem Grunde mag ich es einfach nicht, wenn jeder mit irgendwelchen nicht nachvollziehbaren oder verwendbaren Zahlen wirbt und ich den Kunden hinterher sagen muss, dass die Zahlen nach deutschem Recht gar nicht angesetzt werden dürfen. Das hebt nicht gerade die Stimmung und tut auch dem Herrn Thoma oder anderen Herstellern nicht gut. Man kann und soll ja mit den Qualitäten werben, man darf auch in einem Nebensatz erwähnen was die TU Graz gemessen hat und das man mit diesen Werten ja viel besser ist als das rechnerische Ergebnis. Dann kann das jeder glauben oder nicht. Aber ein Unterschied von 0,13 zu 0,078 ist für das Erreichen des Grenzwertes nach EnEv schon erheblich.
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Ich habe dann mal überlegt, dass man ein solches Messergebnis vielleicht auch rechnerisch in einer Vergleichsrechnung überprüfen können müsste. Damit komme ich aber nicht annähernd an einen Wert von 0,078.
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Was soll man tun? Ich hoffe, dass Herr Thoma, der ja schon lange versucht auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen uns bald verwendbare Zahlen für die besondere Qualität seiner Materialien liefert.



@ Fred



Deinem letzten Satz kann ich natürlich nur zustimmen.

Woran es freilich liegt, daß hier dieser Wert, und da jener gilt? Wurde hier auch gemessen, oder nur das Tabellenwerk bemüht? Amtliche Ressentiments?

Grüße

Thomas



Bin jetzt kein Forumsjurist...



...aber wer hat eigentlich dem Thomas hier für drei von vier Beiträgen jeweils einen Punkt bei "widerspricht den Forumsregeln" gegeben????
Kennt sich da jemand mit dem Anklicken nicht aus oder habe ich zwischen Thomas' Zeilen irgendwas richtig Gemeines überlesen.

Grübel, Grübel...

Patrick.



@ Thomas



stimmt natürlich, diese Frage wird wohl erst einmal offen bleiben. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass herr Thomas die Messergebnisse nicht vorgelegt hat. Ich glabe, ich werde an dieser Stelle noch einmal nachhaken.
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@Patrick, stimmt, war mir noch gar nicht aufgefallen, gleichen wir es doch einfach aus!



geht so nicht



Hallo Stefan,

unter Deine Dielung und auf die Betonplatte muss zwingend eine Dampfsperre

der blockhausdoktor



???



war das vielleicht eine Antwort, die auf eine andere Frage gedacht war?