OSB Platten als Dampfbremse

20.01.2006


Hallo,

habe eine Frage bezüglich OSB Platten und Dampfbremse.
Ich habe oft gehört dass die OSB Platten als Dampfbremse ausreichend sind. Da muss man natürlich die Stöße abdichten. Meist wird da von den Klebeband gesprochen aber ich würde gerne wissen ob man nicht mit eine Art Dichtkleber (PU-Kleber oder Weiß-Leim) (oder so was ähnliches) in der Nut und Feder das auch hin bekommt (an paar stellen muss ich natürlich mit den Klebeband Arbeiten). Und wenn ja was benützt man den da am besten?
Folgender Aufbau ist geplant,
Dach von außen nach innen (Zwischen Sparen Dämmung);
Ziegeln
Dachlatten
Konterlatten
Holzweichfaserplatten 35mm (Hofatex, Hofafest UD (Diffusionswiderstand µ=5 SD=0,175m)
24 cm Zellulose
direkt auf den Sparen 12mm OSB Platten (OSB3 Kronoply CE-Contifinish (Diffusionswiderstand µ=200, SD=2,4m))
und auf die OSB 10mm Gipsfaser-Platten

Außenwand (Zementfaser- und OSB Platten dienen nicht als Tragende oder Versteifende Elemente (Holzskelett Bauweise (modernes Fachwerk));
Putz
Zementfaser Platen (10 mm Eternit Duripanel (Diffusionswiderstand µ=23, SD=0,23m))
18 cm Zellulose
12mm OSB Platten (OSB3 Kronoply CE-Conti Finish (Diffusionswiderstand µ=200, SD=2,4m))
10mm Gipsfaser-Platten.

Freue mich schon auf eure Kommentare. Schon mal Danke in Voraus für eure meinungen.
Gruß
Alex



Klebeband geht schneller.



Und die Abdichtungsarbeit ist kontrollierbarer.
Mit PU-Kleber oder Leim würde es wahrscheinlich auch funktionieren, ist aber m. E. langwieriger und schwieriger zu verarbeiten. Markenprodukte verwenden: z. B. SIGA.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Dampfbremse



Hallo, ich bin der Meinung, daß das so geht wie angedacht. Eine zusätzliche Dampfbremse halte ich für überflüssig. Ich glaube außerdem, daß eine Verklebung der Plattenstöße dort, wo es Nut und Feder gibt, nicht notwendig ist - wenn die gesamte Fläche noch mit Gipsfaserplatten bekleidet wird, die selber ja auch noch mal verklebt oder verspachtelt werden. Die Randanschlüsse sind selbstverständlich abzukleben. Gibt es denn eine Installationsebene?
Viele Grüße, Johannes Prickarz



3. Meinung



Auch ich würde Klebeband von SIGA zur Abdichtung nehmen, da eine verklebte Fuge abreißen würde, wenn es zu Bewegung der Platten kommt (was nicht ausbleibt). Eine Lage aus Gipsfaserplatten auf den OSB-Platten bewirkt keine Abdichtung der Stöße, da die Gipsfaserplatten im Gegensatz zur den OSB-Platten dampfdurchlässig sind.



Diffusionsoffene Konstruktion



Die geplante Konstruktion ist doch nach außen voll diffusionsoffen, also sind die Ängste auf der Innenseite unangemessen!

Ich plane und realisiere seit 15 Jahren nur Bauten ohne Dampfsperre/-bremse. Ohne Schäden.

OSB 3 gilt meines Wissens ab 24 mm als Dampfsperre.
Selbst wenn durch die winzigen Fugen bissel "Wasserdampf" durchkommen würde, könnte er die große Menge Dämmstoff und die große Fläche an Holzweichfaserplatte leicht durchwandern und nach aussen diffundieren. Beide Materialien sind zwischenspeicherfähig und können Spitzen ausgleichen. Tauwasseranfall ist ebenfalls verdaulich. Die Fuge zur Gesamtfläche ist wie wie ein Tropfen im See.
Allenfalls Holzkaltleim/Weißleim. Warum eigentlich noch Gipdsfaserplatten und spachteln und Schleifen und nochmehr? Die OSB ist eine saubere Oberfläche, die farblich behandelt, gefliest, tapeziert, farblos lasiert werden kann. Meine Fußböden bestehen daraus, behandelt mit Lasuren von Kreidezeit und Livos, mit weißen Pigmenten zur Aufhellung, sogar im Bad. Allerdings in Stärken von 22 und 24 mm. Ebenso Möbel, Fensterbretter... lassen sich daraus fertigen.
Die Kanten werden bei uns rundgefräst uns geschliffen.
Ich glaube, auf www.lebenzform.de sin Bilder von einem Schuhschrank daraus.



Wie jetzt?



Danke an alle die mir geantwortet haben.
Aber ich muß zu geben das ich jetzt genau so schlau bin wie vorher.
Erstmal zu den Fragen:
Prickarz: Installationsebene gibt es nicht.

Ist das Abdichten der Nut und Federn jetzt wichtig oder nicht. Wie ich sehen kann, hat jeder der geantwortet hat beruflich damit was zutun. Also gibt es unter den Experten da keine Einigkeit?! Ist der Energie Verlust da kalkulierbar? Und wenn ja loht sich der Aufwand?

Gruß
Alex





...ich hab nicht nur beruflich damit zu tun, also als planender Architekt mit verdammt langer Haftung, sondern auch als rekonstruierender Fachwerkgehöfteigentümer mit dem Anspruch an 300 Jahre Garantie, als Künstler, Möbelbauer, Innenausbauer etc. Vor allem als einer, der die angepriesenen Segnungen der Baustoffindustrie und insbesondere der Bauchemie immmer unter dem Aspekt der Wohlstandsvermehrung für Hersteller, Transporteure und Verkäufer hinterfragt. Also: Weniger ist mehr. Das System durchdenken: nachvollziehen, was Dampf, Temperatur und abzuleitende Kräfte so anstellen wollen, dann den Bauch noch mal fragen, der ist nämlich ernstzunehmen und manchmal schlauer als der Kopf, dann drüber schlafen und dann handeln. Auch wenn an Geld und Zeit plötzlich mehr erforderlich ist, kommt bestimmt die nachhaltigere Lösung raus. Die Ururenkel werden Eure Totenschädel streicheln.
Mein Dachausbau ist übrigens in Lehm-Spaliertechnik ausgeführt, darüber 12-16 cm Perlite, 3,5 cm Holzweichfaserplatte, Konterlatte, Latte, Deckung. Mehr davon gibts in meinem Profil mit Bild und Text.
Also: Druck rausnehmen, Zeit lassen, klug entscheiden!



nochmal





und nochmal



Hier: 18-22 mm OSB 3 unter dem Fenster, rings um die Wanne, Spülkastenverkleidung, 25 mm Trennwand zum Klo.
Fensterbrett OSB, Kante aufgedoppelt, Dreh-Kipp-Fenster, sonst Festverglasung, ohne Rahmen.
Lehmspalier über dem Fenster. Das ist mein Zwischenspeicher für Luftfeuchtigkeits-Spitzen. Alles ohne Dampfbremse. Im darüberliegenden, nichtausgebauten Spitzboden (über dem Kehlbalken) kann ich in die Perlite-Schüttung reingreifen und die Feuchte per Hand oder per Hygrometer prüfen. Keine nennenswerte Feuchte! Und die dort wohnen, duschen und baden wirklich nicht sparsam!