Ytong/Porenbeton als Innendämmung

29.10.2012 joerjen



Hallo Leute,

ich gehe ja immer mal auf anderen Baustellen zum visuellen Stehlen :-). Nun habe ich am Wochenende gesehen, wie Innenwände durch Vormauerung mit Porenbeton leicht gedämmt wurden. Nach einigen Recherchen scheint man sich über die Wirksamkeit nicht so ganz einig zu sein. Was sagt ihr denn dazu?

Im gesehenen Fall wurde vor eine verputzte Wand eine Gasbetonwand hochgezogen - kein Hohlraum zur Bestandswand. Es soll wohl später mit Kalk- oder Lehmputz verputzt werden.



Ich vermute mal eher ...



... dass es sich um Multipor-Mineraldämmplatten handelt.

Zu den Produkteigenschaften finden sich Informationen unter:

http://www.ytong-silka.de/de/content/multipor_innendaemmung_wi.php


Dieses Material haben wir bislang zwar noch nicht als Innendämmung, wohl aber als Dämmung auf einem vorhandenen Porenbeton-Platten-Dach eingesetzt.

Bei der Verwendung als Innendämmung sollte m. E. auf jeden Fall eine fundierte Dampfdiffusionsberechnung, möglichst mit einem Simulationsprogramm durchgeführt werden, dass auch den kapillaren Feuchtetransport berücksichtigt.


In Frage kommen natürlich auch Calcium-Silikatplatten anderer Hersteller.



Multipor / ipor



kann man beim besten willen nicht mit Calcium-Silikatplatten vergleichen.
CASI Platten dienen nur als Feuchtigkeitspuffer und nicht als Innendämmung wie immer wieder behauptet wird, was die WLG schon aussagt.
Fälschlicher Weise wird immer nur das Material für Innendämmung in Betracht gezogen und nicht der richtige Aufbau.
Dieser vareiert je nach Bauvorhaben.....aber das jemanden klar zu machen ist sehr schwierig der auf eine linie eingeschossen ist.

Grüsse Thomas



Na ja, dass ...



... Calcium-Silikatplätten nicht auch als Dämmung fungieren, kann man m. E. so nicht sagen.

Hierzu mal eine zitierte Textpassage aus bba-online, in der die Unterschiede nach meinem Dafürhalten nicht nur sehr schön sondern auch noch zutreffend herausgearbeitet sind:

"Eine hohe Kapillaraktivität und ein gutes Sorptionsvermögen weisen Mineralschaumplatten auf. Mineralische Ausgangsstoffe, beispielsweise kalkgebundener QuarzSand oder auch Anteile von Lehm, werden dabei zu einem feuchtigkeitsunempfindlichen, diffusionsoffenen Dämmstoff aufgeschäumt. Das Material ist durch geringes spezifisches Gewicht und eine hohe Porosität gekennzeichnet, was für eine geringe Wärmeleitfähigkeit sorgt. Die Lambda-Werte liegen zwischen 0,042 und 0,045 W/(mK), etwa bei den Produkten Pura von redstone, iPor von Keimfarben oder Ytong Multipor von Xella. In den Eigenschaften ähnlich ist auch das TecTem Insulation Board Indoor von Knauf Perlite aus natürlicher Perlite und Zuschlagstoffen ( Lambda=0,045 W/(mK)).

Optisch erinnern Mineralschaumdämmplatten etwas an Porenbeton. Anders als dieser bilden sie jedoch kein tragfähiges Mauerwerk und müssen wegen ihrer Druckempfindlichkeit in der Regel verputzt oder verspachtelt werden. Dieser Putz bzw. Spachtel sowie der verwendete Kleber und das Wandfinish (Anstrich) dürfen die kapillare Leitung in der Wand nicht unterbrechen. Die Plattenhersteller liefern abgestimmte Ergänzungsmaterialien entweder mit oder empfehlen geeignete Stoffe.

Ohne zwingenden Grund sollte man, u.a. im Sinne der Gewährleistung, die vorgeschlagenen Systeme nicht verlassen.

Ein noch höheres Wasseraufnahmevermögen als Mineralschaumdämmplatten haben Calciumsilikat-Platten. Allerdings auch eine bessere Wärmeleitfähigkeit und damit eine schlechtere Dämmwirkung. Bei Calsitherm beträgt die Wärmeleitfähigkeit beispielsweise Lambda=0,060 W/(mK), bei Masterclima von redstone 0,0805 W/(mK). Der Anwendungsschwerpunkt der Calciumsilikat-Platten liegt deshalb bei der Verhinderung von Schimmelpilzbefall. Die Kombination aus verbessertem Wärmeschutz, Absorption von eventuell anfallendem Kondensat sowie hochalkalischen Oberflächen schafft ein dem Pilzwachstum abträgliches Mikroklima. Für den Plattenkleber und das Oberflächenfinish ist wieder der Systemgedanke des Wandaufbaus zu beachten.

Calciumsilikat-Platten werden aus Siliziumoxid, Calciumoxid, Wasserglas sowie Zellulose hergestellt und mit Hilfe von Wasserdampf gehärtet. Sie haben eine höhere Druckfestigkeit als Mineralschaumplatten und sind wie diese nicht brennbar (Baustoffklasse A1)."

Quelle: http://bba-online.de/Fachartikelansicht/32212777/Feuchtetoleranz-auch-ohne-Dampfsperre.html





Hallo...

Multipor war auch meine erste Idee, aber auf Rückfrage wurde dies verneint - es war herkömmlicher Porenbeton.



Taupunkt??



Hallo Jörg

hat jemand mal geprüft, inwieweit sich der Taupunkt nach Innen verschoben hat? Wie wurden die Anschlüsse an wanddurchstoßenden BAuteilen gemacht?

Gruß Micha

PS: probiere schon seit einiger Zeit dich telefonisch oder per mail zu erreichen, was leider sehr schwer ist...