Dämmung

22.04.2004 Andreas breuer



warum gibt es keine versuche bei fachwerkbauten weichfaserplatten als Putzträger in den gefachen zu befestigen und hinter dem Fachwerk eine holzständerwand ( z.B. kvh ) anzubringen, mit osb zu beplanken und den gesamten bereich vollständig auszuflocken. zwar ist es schwierig die bei den anschlüsen pfosten/riegel eindringende Feuchtigkeit vollständig zu vermeiden, aber ein gewisses maß an feuchtigkeit kann die Zellulose auch aufnehmen, sie ist hochgradig dampfdiffusionsoffen ebenso wie die entsprechenden weichfaserplatten als putzträgerzund man erreicht fasst einen monolitischen wandaufbau, da letztlich alles holzprodukte sind





Hallo,
wir haben schon Fachwerkhäuser von innen geflockt. Von der Befestigung von Weichholzfaserplatten kann ich nur abraten. Zum einen sind diese schwer exakt einzupassen, zum anderen schafft man sich durch die Wärmedämmung der Weichholzfaserplatten die Wärmbrücke in den Balken. Das sollte man tunlichst vermeiden. Wir arbeiten im Fachwerk innen oder aussen mit Weichholzfaser oder aber Flocken. In das Gefache gehört nur eine Leichtlehmstein. Viele Grüße Gerd Meurer



Dämmung



Die Einpassung der mir vorschwebenden weichfaserplatten ( inthermo, als putzträgerplatten )erfolgt durch die einfräsung einer 40mm nut und dem Einbau beim aufstellen. es handelt sich bei dem fachwerk um einen neubau. zudem ist durch die Ausfachung mit lehmsteinen die erneute problematik der taupunktverschiebung in den hinteren wandbereich meines erachtens nicht unproblematisch.die einpassung ist zwar problematisch aber meines erachten nicht unmöglich. lediglich das dauerhafte Abdichten der Verzapfung pfosten/riegel , so wie das taupunktverhalten hinter dem Ständer erscheint mir recht schwierig. ferner wird die wärmebrücke in den Pfosten der äußeren Fachwerkwand dadurch vermieden, dass mit einem Abstand von 6 cm zum fachwerk eine 12 cm ständerwand aus kvh mit aussteifender beplankung gesetzt wird, die das tragwerk für die Deckenbalken darstellt, um die fassadendurchbrüche zu vermeiden. das alles ist als Konstruktion bislang nur angedacht, aber die lehmproblematik ist sein geringer dämmwert, der Feuchte einbau, sowie die nicht zu gewährleistende winddichtigkeit. nach langen jahren der Erfahrung in der Denkmalpflege und im aufstellen neuer fachwerkhäuser bin ich bin überzeugt, dass man im fachwerkbereich nur über die gefachedämmung eine neue ebene bestreiten kann, da alles andere extrem arbeitsaufwendig und damit kostenintensiv ist. danke für die antwort.



Wir haben Weichholzfaser-Dämmplatten...



... als Ausfachung in unserem Fachwerkhaus. Das besondere bei unserem Haus ist allerdings, dass es als Neubau gilt, obwohl es uralt ist (Statiker meint 14. oder 15. Jahrhundert). Wir haben es allerdings im Münsterland abgebaut und im Ruhrgebiet wieder aufgebaut. Die Stützen sind alle mindestens 25x25 cm und sind sowohl innen wie aussen zu sehen. Der Wandaufbau ist von aussen nach innen wie folgt: Putz, 12cm Weichholzfaser-Platte, OSB als Befestigungsschicht, Flachsdämmung in einer Lattung, Lehmbauplatte, Lehmputz. Die Lehmbauplatte war notwendig, da wir im Winter bauen mussten. Die OSB-Schicht ist von innen an den Riegeln befestigt, die alle ca. 14 cm Dicke haben, daher 12cm Weichholzfaser-Platte und 2 cm Putz. Das Eipassen der Platten war tatsächlich ein Problem, dass eine Menge Zeit gekostet hat, besonders, weil wir 2x 6cm eingepasst haben. Das Abdichten der Holzstösse hat mich eine gute Woche Schnitzarbeit gekostet, da überall Keilleisten aus altem Eichenholz eingepasst worden sind.
Das hört sich alles etwas verrückt an, aber es scheint zu funktionieren und wir haben auch innen die Stützen sichtbar. Der Aufbau ist diffusionsoffen und erfüllt die EnEV. Eine Aussenwand gilt allerdings wegen eines Anbaus und Verschalung von aussen als Innenwand und konnte daher mit Lehm-Grünlingen ausgefacht werden.
Weitere Infos und Bilder gibt es auf unserer Homepage (siehe Profil). Eine Firma, die das Ausfachen mit Weichholzfaser-Platten propagiert, ist Unger-Diffutherm. aus deren Internet Seite www.unger-diffutherm.de findet man auch weitere Infos.

Elmar Hugenroth



dämmung



Ich bedanke mich für die unterstützende information betreffend der ausfachung mit weichfaserplatten. mir ist schon klar, daß es schwierig ist diese einzupassen.... jedoch mit der möglichkeit der vorherigen nutfräsung und gemessen an dem AUFWAND DER MASSIVEN AUSFACHUNG relativiert sich das ganze.
andreas breuer zimmermeister/ betriebswirt
historische replikationen
fachwerkhäuser und viktorianische hölzhäuser