Giebelwand - wie dämmen?

08.12.2007



Guten Abend,
habe eine Frage:

Wir haben den Dachstuhl unseres alten Bauernhauses (Bj. ca. 1830, Denkmal)zimmermansmäßig herrichten und das Satteldach neu eindecken lassen, auf die Sparren haben wir 22er-Holzfaser-Dämmplatten schrauben lassen; zwischen die Sparren haben wir selbst mit Flachs gedämmt. Der Dachraum soll Vollwohnraum werden.
Das Giebelfachwerk wurde neu hergestellt (18-20 cm Balkenstärke, 2 x 35 qm in zwei Ebenen gedacht an der Kehlbalkenlage), die Giebel sind ebenfalls mit 22er-DP geschlossen, und außen mit Lärchenholzschalung versehen. Giebelfenster kommen noch rein.
Fotos sind in meinem Profil einsehbar.

Meine Frage: Wie sollte man die Giebelwände (im Selbstbau) ausdämmen? Raumseitig wollen wir Heraklithplatten bzw. Wandheizungs-Lehmplatten ans Fachwerk schrauben. (Entsprechend auch die Traufseiten, wo zuvor noch eine Lattung raumseitig unter die Klimabahn kommen soll.
Sollten wir die Giebel-Gefache einfach mit Flachs ausfüttern, den haben wir noch übrig.

Oder wären wir mit etwas Massivem besser beraten, hinsichtlich Brandschutz, Schallschutz, Wärmehaltung: Strohleichtlehmsteine oder Liapor-Steine?

Ein Giebel (West) ist voll wetterseitig, also höhere Windlast.

Danke für jeden tip

Jürg



Mal sehen,



ob ich das richtig verstanden habe. Von der Dämmplatte bis zur geplanten inneren Beplankung sind 18- 20cm Platz. Dann würde ich 60mm Dämmstoff einbauen, dann die Gefache mit 11,5cm innenbündig ausmauern, z.B. Lehmsteine und dann den inneren Aufbau. Damit habt Ihr ´ne anständige Schalldämmumg, der Brandschutz ist sichergestellt und die Ausmauerung stellt eine ausreichende Dampfbremse dar. Und Wärmespeicherung ist auch gegeben.
MfG
dasMaurer



Auch wenn man mich nachher wieder



vielleicht wieder kritisiert, verweise ich auch hier noch einmal auf EnEV, die einzuhalten ist. Gibt es einen Nachweis, dann kurz nachsehen, welcher Wert gefordert ist.
Ansonsten hört sich der Vorschlag von Ulrich Warnecke gut an. Von innen luftdichte Ebene, Schilfmatte ca. 25 mm und Lehmputz. Ergibt einen Wert von knapp 45 W/m²K bei gefordert max 45. Die Dampfdiffusion funktioniert auch ohne Dampfsperre, ich habe aber etwas Bedenken dass es dann doch etwas durch die Ritzen zieht, vor allem in den Ecken und an den Übergängen zu den Deckenbalken und dann hier vielleicht auch Kondensat entsteht. Vielleicht hat aber jemand noch einen Kniff parat.



Giebelwand - wie dämmen



Hallo Herr Wernecke,
hallo Herr Heim,

das erste Foto irritiert vielleicht, da es nur das Feld der - auf einer Seite - mittlerweile eingebauten Fenster zeigt. Um die Fenster herum sind die 22er-Pavatex-Platten mit Nut/Feder auf Kanthölzer vor dem neuen Giebelfachwerk aufgeschraubt und winddicht abgeklebt. Durch die Platten geschraubt, trägt die Lattung/Konterlattung die so hinterlüftete Lärchenverschalung (s. Foto).

Eine bündige Giebel-Ebene hat unser Grobtischler nicht hinbekommen, und hat deshalb noch die Kanthölzer ca. 6cm stark vorgesetzt. Daher stehen uns zur Dämmung genau gesagt 18 cm Fachwerkdicke + ca. 8cm Hohlraum zur Verfügung.

Wir müssen die max. Traglast in den Giebeln wohl noch berechnen lassen, denn da hängt jetzt schon viel Holz dran.
Mit Strohlehmsteinen auf 28 m² Giebelfläche wird das bestimmt eine extreme Last.
Andererseits denek ich mir, verteilen sich die Zugkräfte doch wohl via z.T. neuem Ringanker aus Balken und via der Dachlattung insgesamt...?

Den vorab berechneten U-Wert von 0,45 erreichen wir locker.
Wegen Zug+ Dampfdiffusion: Wir dachten daran, raumseitig auf das Fachwerk noch eine DeltaVent-Bahn zu spannen, und dann mit Heraklithplatten o.ä. als Lehmputzträger. abzuschließen.

Ist das alles zu aufwändig gedacht?
Danke für Eure Antworten,

Jürg Schwarz



Wenn Ihr



Wegen der Statik Bedenken habt, sollte man sich das vor Ort anschauen, Aber das meiste habt Ihr ja schon drangehängt, und wenn´s bis jetzt hält. und das eigentliche Gewicht, nämlich die Ausmauerung ist ja Lasttechnisch mittig in der tragenden Konstruktion und bringen somit keine zusätzliche Kippgefahr für die Wand.
MfG
dasMaurer



Hört sich



insgesamz ganz gut an. Das Gewicht sollte tatsächlich geprüft werden. Delta-Vent ist aber eine Unterdachbahn und vermutlich für den Einsatz als luftdichte Ebene nicht zugelassen.



Gefachebenen



Diese würden wir mit Lehmsteinen (950 kg/m³) homogen ausmauern.
Dreikantleisten (15x15) umlaufend nicht vergessen!
Lehm ist natürlicher Holzschutz und reguliert die Holzfeuchte hervorragend.
Außerdem ist er auch sehr geschmeidig und geht einiges an Bewegungen mit.
Zur Innenflächigkeit bis Höhe Holzflucht mit Lehmgrundputz ausputzen oder in Lehm gebette Heraklithplatten auffüttern.
Nacher Fläche überspannend die innere Lage magnesitzgebundene Heraklithplatten anbringen.
Welche Stärke ist angedacht?
Darauf ist dann problemlos eine Wandheizung montierbar und unter Wärme zu verputzen.
Die Winddichtungsanschlüsse im Dachbereich und an den Wandstellen sollten fachgerecht ausgeführt und abgeklebt sein.
Hier wäre ein Baupapier von pro clima zu empfehlen!
Darauf dann Kreuzlattung und die Endbeplankung.

Grüße Udo