Taufeuchteproblem im Dach zu erwarten?

12.11.2008



Liebe Fach(werks)leute,

ich möchte das Dach eines Nebengebäudes neu eindecken. Mittelfristig möchte ich den Dachraum auch bewohnen und dann Isolierung und Optik noch etwas aufpeppen - die Sparren sollen aber sichtbar bleiben (Aufdachdämmung).

Im ersten Schritt soll das Dach (Satteldach, Holzsparren, 33°) mit Sandwichdachplatten (oben und unten Blech, dazwischen PU-Ausschäumung 100 - 200 mm) eingedeckt werden. Dazu sollen auf die bestehende Sparrenebene oben, mittig und unten Pfetten (z.B. 12 auf 12er Hölzer) aufgedoppelt werden, die die Platten tragen.

In einem zweiten Schritt soll der Dämmwert noch erhöht werden, indem der Raum zwischen Sparren und Sandwichplatte mit Holzweichfaserplatten ausgefüllt wird.

Frage: die Sandwichdachplatten fungieren ja als Regendichtung, als Thermoisolierung und als dampfdichte Ebene. Es entsteht doch prinzipiell ein Taufeuchteproblem, wenn ich von innen zusätzlich dämme, oder? Ist das auch bei Holzweichfaserplatten ein Problem? Muß ein belüfteter Spalt zwischen den zwei Dämmebenen bleiben oder werden sie direkt aneinander gestoßen/ geklebt?

Schönen Gruß!



Wer macht denn sowas?



Wer hat Ihnen denn den Floh ins Ohr gesetzt?
Schon mal über ein ordentliches Dach nachgedacht?
Bei 33° DNG ist das durchaus möglich.

mfG Ronny



Außer dem Floh ....



100 - 200 mm ist ja eine ganz schöne Bandbreite. Wenn 200 genommen werden, dann brauchts ja die Holzdämmplatte gar nicht mehr - oder soll die noch für ein gutes baubiologisches Gefühl herhalten?

Wenn Holzdämmplatte, dann wäre eine direkte Verbindung mit der Sandwichplatte sicherlich die bessere Variante - aber wie befestigen? - Hintakkern geht ja wohl kaum ...

Bei diesen rationellen Sandwichplatten bleibt noch die spannende Frage, wie die Dämmung zum Kniestock, bzw. Mauerbank geführt wird. Konvektionsfrei wäre ja das Wunschdenken.

Mein Ding wäre das alles nicht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ja, aber, aber, ...meine Gründe:



Sandwichplatten, weil
- günstig zu bekommen
- schnell zu Verarbeiten (DG wird genutzt!)
- Wasser-, wärme- und dampfdicht in 1 Arbeitsgang
- Kosten absetzbar solange Lagerhaus (unbeheizt)
- große Spannweite => leichtes ausnivellieren
- Unterseite = fertige Ansichtsseite solange Lagerhaus
- glatte Oberseite => optimale Konvektion hinter PV-Modulen

Holzweichfaser, weil
- mir unter 180 mm PU der U-Wert nicht reicht
- schallschluckend

@Frank Lipfert
Anschluß von Dachdämmung (PU) an Außenwanddämmung (Steinwolle-WDVS geplant). Luftdicht machen innen, vielleicht wie im Hallenbau mit Blechkantteilen und Dichtstreifen. An welcher Stelle genau wird Konvektion ein Problem?

Montage der Holzweichfaserplatten: auf Sparrenachsabstand zuschneiden und rechts und links auf Sparren auflegen.



Taufeuchte im Dach



Hallo Ingo,
ich habe eine Frage an Dich:
wenn das alles so vorteilhaft ist wie Du glaubst, warum werden dann Satteldächer nicht im großen Stil mit diesen Sandwichplatten, die es schon seit Jahrzehnten auf dem Markt gibt, eingedeckt?
Sind die anderen alle blöd und nur Du schlau?

Viel Spaß beim Nachdenken



mögliche Konvektion....



die Beschreibung des Aufbaus ist noch nicht ganz klar. Aber wenn z.B. die Sparren von der Warmseite auf die Kaltseite durchragen und alles andere schon dicht ist, dann wirst Du jede Menge Wasser in die Balken lenken.

Du schreibst als Vorteile:
"- große Spannweite => leichtes ausnivellieren"

Wie lang sind denn die Platten und wie stark bewegen die sich zwischen Kälte und Wärme? Die große Spannweite kann da schnell zu einem Problem werden.

"- Wasser-, wärme- und dampfdicht in 1 Arbeitsgang"
dampfdicht ist doch kein Vorteil - das ist ein gravierender Nachteil.

Wie siehts denn mit dem Schallschutz aus? Blech und Plastikschaum versprechen da i.d.R. keine guten Werte.

Grüße

Frank



Ja, hallo,



in jeder Frage steckt ja auch eine Aussage, sehr geehrter Herr Böttcher. So lese ich, dass Sie mir Blödheit vorwerfen. Vielleicht sollten wir uns mal vor der Tür treffen? Eigentlich bin ich aber hier, um Lösungen mit eingeschaltetem Gehirn zu finden.

@Frank Lipfert
Die Sparrenköpfe liegen auf dem Außenmauerwerk und kragen nicht aus. Die aufgelegten neuen Pfetten könnten genauso mit Außenkante Außenmauerwerk abschließen. Dachüberstand am Ortgang wird es regionaltypisch, wenn auch nicht hübsch, von höchstens 5 cm geben. Beides, Sparren- und Pfettenköpfe würden später mal, wenn der derzeit unbeheizte Lagerraum mal zu Wohnraum wird, dann von der Fassadenisolierung überdeckt werden.

Ortganglänge knapp 6 m. Macht bei Stahlblech zwischen 20° Frost und +60°C max unter der PV gut 6 mm Delta l. Daher System-Halteschellen oder aber Löcher für Stockschrauben im Blech überdimensionieren und überdeckende EPDM-Scheiben nutzen. Dieselben Stockschrauben tragen das PV-Gerüst.

Das atmende Dach ist wahrscheinlich das bessere. Aber die Dampfdichtheit wird ja bei Stehfalz- oder Gründächern auch gelöst.

Schallschutz - in der Tat, an z.B. Zellulose und Ziegel reicht das lange nicht ran. Aber das Gebäude ist einzelnstehend und das Dach liegt 1..2 Geschosse höher, als alle anderen Gebäude.

Die eigentliche Frage ist: ob, wie und wieviel darf nachträglich unter den Sandwichplatten gedämmt werden? Es gibt da diese 20% Regel innerhalb der dampfdichtesten Ebene. Können sich die Holzweichfaserplatten darüber hinwegsetzen?

Schöne Grüße



Dacheindeckung



Hallo Ingo,

die Platten sind gut und rationell, habe selber welche auf einem Gewerbeobjekt Verlegen lassen und mache das jetzt auch mit Wänden. Rationeller gehts nimmer.
20 cm PU reichen allemal wegen der guten WLG (in der Regel 030). An den Kanten, im Übergang zum Kniestock nimmt man, wie richtig geplant, verzinkte Kantbleche, die mit Kompriband eingedichtet werden, sieht ein bißchen gestückelt aus, wenn es der Dachdecker macht, kann man beim Metallbauer aber auch in längeren Stücken kanten lassen.
Eine innere Zusatzdämmung ist demnach nicht nötig. Wenn Sie es trotzem wollen: 8 cm wegen der Optik sind akzeptabel und verübeln einen geringfügig anfallenden Kondensatanfall, den es allenfalls jenseits der -15% und bei extremem Innenklima geben kann, auch nicht.
Wenn Sie wollen, rechne ich Ihnen das mal.
Aber achten Sie vorher darauf, daß der Dachdecker die Elemente, die in Schrumpffolie ankommen, auch alle ausgepackt hat. Sonst gucken Sie nicht schlecht, wenn die Platte auf Folie geklebt nur noch durchhängt. Unglaublich aber wahr.
Wenn Sie einen passenden Kleber finden ist das o.K., mir fällt aber keiner ein (will nichts heißen, Henkel hat alles).
Falls doch nicht kann mit selbstschneidenden Schrauben und Unterlegscheiben gearbeitet werden, oder Sie sehen mal die Dübelsortimente der WDVS-Hersteller auf passendes zubehör durch.

Warum man Dächer anders baut ? Weil Tradition und Ingenieurbau wenig miteinander zu tun haben.

Viel Erfolg und Grüße vom Niederrhein



Auch



wir haben bei unserer Halle diese Sandwich- Platten benutzt. Die Halle ist zweigeschossig, wobei das obere Geschoss für Mietswohnungen ausgebaut wurden. Allerding muss für eine höherwertige Nutzung noch eine Schalldämmung dran. Sonst hört man es regnen. Ich denke, das die Holzweichfaserplatten das ideale wäre. Fest mit dem Untergrund verklebt und eventuell noch mit Dämmstoffdübel verschraubt. Als Abschluß noch eine Dampfsperrfolie und die Endbehandlung (Holz oä) Wir haben das bei uns gemacht und sind sehr zufrieden. Gruß H. Köhler



Sehr geehrte Damen und Herren!



Ich habe geglaubt diese Plattform hier nennt sich Fachwerk.de und nicht wie baue ich am besten ein Gewächshaus
oder eine Fabrikhalle! Habe mich da scheinbar getäuscht. Naja irren ist menschlich. Ich hatte außerdem den fatalen Irrglauben, dass es bei einer Plattform die sich
" Fachwerk.de" nennt und bei deren Nutzern eine Grundeinstellung zu gewissen Dingen vorhanden sein sollte.
Zur Zeit habe ich leider den Verdacht es ist wie bei Baumarkt.de! Wie helfe ich Fragenden am billigsten Ihr Gewächshaus zu bauen.



das Thema ist sozusagen "off topic" ...



... aber dennoch kann man doch darüber schreiben.

Und mir scheint Ingo kann von den Erfahrungswerten der Teilnehmer etwas für seinen Bau mitnehmen.

Schwerpunkt wird deshalb Fachwerk bleiben - da habe ich keine Bedenken.

Grüße aus Frangn



@ Frank Lipfert.



Sicherlich kann man darüber schreiben und selbst ich starte den Versuch.Doch wie ist denn die Situation?
Es werden zum Teil Fragen zu Baukonstruktionen gestellt, die unser sensibles Verständnis für Gebäude in den Grundfesten erschüttert. Oder würden sie in einem Oldtimer-Forum fragen, wie sie am besten einen Spoiler montieren ?
Wenn man dan doch den Versuch gestartet hat, den netten Fragenden in die "für Mein Verständnis von Bauen" vernünftige Richtung zu führen( vielleicht auch mal mit ironischen oder sarkastischen Methoden),so kommen Antworten
bei denen ich mich frage, wieso fragen die eigentlich, wenn se eh schlauer sind wie Weisbrot. Ich kann mir eventuell vorstellen, dass es zu einem Sport von einigen Fragenden geworden ist, mal zu sehen ob einer oder mehrere von den "Fachwerkern" unser Grütze gut finden und befürworten.
@
Ach so Leute!Hätte ich fast vergessen. Meiner einer ist sehr ökologisch eingestellt, aber vielleicht sollten sich einige fragen ob pro EnEv nicht die bessere alternative wäre.


Grüße aus Meißner Landen Ronny



Die Einleitung war konsequent ...



Ingo fing an mit

"Liebe Fach(werks)leute,..."

Den überzeugten Fachwerker wollte er gar nicht ansprechen. Er wollte vermutlich möglichst eine Bestätigung für sein Vorhaben abrufen und das von Fachleuten die lieb sind.

Insofern war die Fragerei von Ingo überflüssig, denn das Ergebnis hat er schon in der Anrede vorgegeben.

Nun hat er seine fachlichen Streicheleinheiten und kann weiter seine perfekte Plastikbude bauen.

Wohnen möchte ich da nicht.

Grüße

Frank



@Ronny Herbst



Guten Morgen,

nicht schlecht der Vorschlag mit dem Gewächshaus. Wenn ich mich so umsehe, finde ich nämlich die Gewächshäuser (vulgo:"Wintergärten")mit ihren Plastik- und Aluminumgerippen, den viel zu breiten Rahmen und einer höllisch aufwendigen Technik alle recht besch.....
und viel zu teuer. Vielleicht kann man sich ja hier mal wirklich austauschen, wie man auf das elementare reduzierte Gewächshäuser (oder Wintergärten) vorstellt.

Grüße vom Niederrhein



off topic



Liebe Leute und Fachleute,

zugegeben, das Material Sandwichplatte gehört nicht zum Einzugsgebiet von Fachwerk.de. Das war mir vor der Frage bewusst und war mir durchaus eine Hürde.

Dennoch denke ich, dass es gerade hier die Leute gibt, die sich mit der Feuchteproblematik insbesondere auskennen und die sich - anders als im Neubau von der Stange - durch die Konfrontation mit den wildesten Konstruktionen, die einem bei der Sanierung begegnen, auch in diese Konstruktion eindenken können.

Also, vielleicht nicht ganz der richtig Ort für die Sache, aber von der Sache her offenbar nicht so falsch gedacht, dass es nicht ginge.

Vielen Dank für die Sticheleien und Streicheleien!

Ingo (wie gesagt, Erfahrung sammelnder Laie)