Platten, Balken, statisch, stabil, blinden

12.06.2006



Hallo,
ich möchte auf dem Dachboden (soll nicht als Wohraum, höchstens als Lagerraum genutzt werden) auf die Holzbalkendecke Span V100 oder OSB Platten verlegen. Die Balken sind 11cm breit, der lichte Abstand ist 55cm.
Wie dick müssen die Platten sein?
Verlegt man die Platten in Balkenrichtung oder dagegen?
Wie kann man die Platten in gleiche höhe ausrichten?
Sind die Platten stabil genug, wenn diese zwischen den Balken zusammenstoßen (über dem Hohlraum), oder muß hier stabilisiert werden?





a. ab 22 mm
b. praktischerweise quer, statisch eher unerheblich
c. z.b. seitliches Anschrauben von Ausgleichsrahmen an vorh. Balken
d. stabil genug (sofern die Platten natürlich stoßversetzt montiert werden)

Antworten nach bestem Wissen, trotzdem unter Vorbehalt, bin ja kein Holzer.

MfG



Hallo,



im grundsätzlichen schließe ich mich der vorhergehenden Antwort von Johannes an , möchte aber noch hinzufügen , das die Platten für einen blinden Stoß im Balkenfeld natürlich als Nut-und Feder ausgeführt sind.

Grüße



Stoß von OSB-Platten



Wer hat da was vom "blinden Stoß" gesagt ?
Der Stoß darf nur auf den Balken selbst erfolgen, woraus klar hervorgeht, daß Verschnitt anfallen wird.
Alles andere geht statisch gar nicht. Es würde auch die wichtige Scheibenwirkung zum Teufel sein.

Grüße vom Niederrhein
Dietmar Beckmann



Da hat wohl



jemand etwas falsch verstanden.
Ein blinder Stoß im Balkenfeld kann natürlich ausgeführt werden. Die Platten müssen eine entsprechende Stärke haben und umlaufend Nut und Feder besitzen und eine Bauaufsichtliche Zulassung haben. Desweiteren müssen die Platten im Stoß versetzt werden. Das erreicht man , indem man mit dem Abschnitt der vorigen Platte wieder in der nächsten Reihe beginnt. Damit wäre die Statik gewährleistet und die Scheibenwirkung ist auch nicht beim " Teufel " .
Noch kurz zum Thema Verschnitt; wer um Gottes Willen plant denn eine Balkenlage oder gar eine Zangenlage nach der Plattengröße ?
Und außerdem ist bei stumpfen , genagelten ( oder geschraubten ) Stößen auf dem Balken wirklich die Scheibenwirkung beim Teufel.

Mit freundlichen Grüßen



@Rolf Hudelmaier



Guten Tag Herr Hudelmeyer,

Die Berechnung und Ausführung von aussteifenden Scheiben sind in DIN 1052 T1 in den Abschnitten 10 und 11 geregelt. Damit sag ich Ihnen als Holzbauingenieur ja an und für sich nichts Neues. Für diejenigen, die sich nicht mit Norm-Originalen herumplagen: Wendehorst/Muth z.B. hat auch Regelausführungen parat.
Demnach sind Scheiben ohne rechnerischen Nachweis und Scheiben mit rechnerischem Nachweis möglich.
Wonach fragt hier wohl ein Ratsuchender ?
Na also.
Scheiben ohne rechnerischen Nachweis müssen aber bestimmten Voraussetzungen genügen, dazu gehören:
- Plattenstöße in Lastrichtung unterstützt (kein blinder Stoß!)
- Plattenstöße parallel zur Spannrichtung mit Feder (oder Nut und Feder) verbunden.
- weitere Voraussetzungen.

es sei noch angemerkt, daß es Platten gibt, die keine Nuten und Federn an ihrer kurzen Seite haben.

Achsen nach den Maßen der Plattenwerkstoffe auszuwählen ist gang und gäbe, bei mir jedenfalls. Es scheint mir einleuchtend zu sein, daß man damit Material sparen kann.
Daraus ergibt sich z.B. für OSB-Platten ein anderes Achsmaß als für Spanplatten.
Vorgemacht hat es schon 1977 die Entwicklungsgemeinschaft Holzbau :
EGH (1977): Konstruktionsbeispiele, Berechnungsverfahren (Teil 3); Dachscheiben aus Spanplatten S.21



Noch eine Frage



Danke an alle, die geantwortet haben,
wenn ich auch vieles in eurer internen Diskussion nicht verstehe.
Zum Thema Decke fällt mir noch eine Frage ein:
Kann es innerhalb der Decke nach dem Verlegen der Platten zu Feuchtigkeitsbildung kommen, was muß man hier beachten?
Die Decke ist von den Wohnräumen her teilweise von unten mit Gipskartonplatten mit Styroporauflage oder in anderen Räumen mit Holzpanelen verkleidet. Darüber sind an den Balken in längsrichtung latten, auf denen dann Bretter lose aufgelegt sind, auf denen dann die Dämmung aus Glaswolle aufliegt. Außerdem liegen in einigen Feldern Folien zwischen Brettern und Dämmung.