Außenwanddämmung im alten Klinkerhaus

27.08.2008



mein 1840 gebautes Backsteinhaus hat eine eine einschalige ca. 22 cm dicke Wand, die ohne Fundament und Sperrschicht direkt im mit kleinen Feldsteinen verstärktem Sand steht. Auf Anraten des Denkmalschutzes wurde in einem Teil des Hauses auf eine neue Bodenplatte eine 11 cm Porotonwand mit 5cm Luftraum und Wandheizung gestellt. Frage1: macht es Sinn den Zwischenraum mit Perlite zu dämmen oder mit anderen Material? Frage 2: jetzt soll der restliche Teil ähnlich gestaltet werden; kann man da gleich Wärmedämmug einbringen. Jetzt ist die Außenwand mit Rigipsplatten und einer Folie (2-3cm Luftschicht)zum Teil mit 2-3cm Styropor gedämmt. Muss das überall ab oder kann man die geplante porotonwand direkt daran stellen?
Ganz schön kompliziert so ein alter Kasten





Hallo,

leider muß ich Ihnen mitteilen, daß ich den Vorschlag der Denkmalpfleger für verantwortungslos halte. Fragen Sie mal nach der Amtshaftung für solch einen Unsinn !
Auf keinen Fall können irgendwelche Zwischenräume gebaut werden. Die richtige Vorgehensweise wäre in jedem Fall eine 4 cm dicke Holzweichfaserplatte (Gutex, Pavatex, Doser etcc...)
mit der Zahnkelle vollflächig anzukleben. Die Platte sollte eine nicht hydrophobierte Putzträgerplatte sein, die mit der zu verputzenden Seite zur Rauminnenseite eingeklebt und dann verputzt wird. Tehnische Merkblätter beachten !
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Fensteranschlüsse, bei denen man noch eine Fensteranschlußfolie, z.B. von Illbruck, einkleben kann, nach der Regel "innen dichter als außen.
Sie hätten dann einen homogenen Wandquerschnitt, der problemlos mit anfallender Feuchte fertig wird und für eine behgliche Oberflächentemperatur sorgt.
Sparwunder können Sie nicht erwarten.

Wenn Sie noch etwas Wohnfläche gewinnen wollen, bauen Sie die Gasbetonwand wieder zurück.

Grüße vom Niederrhein







Rigipsplatte mit Folie + Styropor muß in jedem Fall ab.



Den 5cm Luftraum würde ich mit Perlite füllen. Bei den neuen Wänden würde ich den Zwischnraum mit mineralischem Leichtmörtel (eine Mischung aus Perlite und Kalk) in einem Arbeitsgang mit der Vormauerung verfüllen, damit der kapillare Feuchteaustausch innerhalb der Wand funktioniert.



@ Herr Beckmann: wenn die alten Klinker sehr hart gebrannt sind,



sind diese auch sehr dicht und kaum kapillar leitfähig. Haben Sie diese bauphysikalische Besonderheit bei Ihrem Vorschlag der Holzweichfaserplatten-Innendämmung bedacht?



@Klaus Schillberg



Hallo Herr Schillberg,

folgendes zu den unterschiedlich harten Mauern: Ich glaube nicht, daß mit bis zur Sinterung hartgebranntem (blaugebranntem)Torfbrand gearbeitet wurde, weil der seit jeher auch besonders teuer war.
Aber nehmen wir es einfach mal an: Dann wird dieser Stein auch kaum Schlagregen aufnehmen, seine Fuge stark wasserabweisend sein, der Klinker selber hoch frostbeständig. Der gesamte Feuchtigkeitsaustausch könnte also mit der Außenwelt stattfinden.
An der Innenseite wäre dieser Ziegel im Winter wegen seiner hohen Rohdichte und guten Wärmeleitfähigkeit kalt und Kondensat würde schon auf als Tauwasser auf der Oberfläche ausfallen.
Bringt man hierauf eine Inendämmung auf, wird die immer funktionieren, egal aus welchem Material und in welcher Stärke. Sie dürfen die sogar in Fliesenkleber verlegen, weil der Diffusionswiderstand der Kleberschicht ähnlich hoch ist wie der der Ziegelwand. Habe ich mich jetzt für eine Holzweichfaser entschieden, ist der Kleber die Kondensatebene, ein Rücktransport findet durch die Platte nach innen statt. Habe ich stattdessen 10 cm Schaumglsplatte, gibt es wegen der dampfsperrenden Wirkung keine Kondensatebene. Zwischen diesen Extremen ist graduell alles möglich.

Wahrscheinlich ist der Ziegel aber relativ weich, ich tippe auf eine 1200er Rohdichte und es muß die innere Verdunstung ermöglicht werden. Dann ist eine vorsichtige Dämmung angesagt, wie gesagt keinesfalls über 5 cm. Flächenheizung kann den Prozeß unterstützen, kostet aber und spart mit Sicherheit keine Energie.
Vorsatz bringt Anschlußprobleme, muß irgendwie hingestellt und lastenmäßig abgetragen werden. Die weiche Ziegelwand ist kälter als je zuvor und schlimmstenfalls dauernaß.

Herr Kurtzke sollte sich beim Denkmalamt für Zwangsfortbildung der dort Beschäftigten einsetzen oder, besser noch, ihnen täglich eine Stunde "fachwerk.de" gönnen.

Grüße vom Niederrhein



Außenwanddämmung im alten Klinkerhaus



Lieber Herr Beckmann, jetzt bin ich aber ziemlich perplex. Ich kann doch nicht die vor 2 Jahren aufgemauerte Poroton- (nicht Gasbeton)wand mit der darauf angebrachten Wandheizung wieder abnehmen. Frage : gibts nicht irgendwas anderes?
Für den neuen Bereich geht es ja, da kann ich die empfohlenen Platten draufkleben. Kann man darauf auch Wandheizung aufbringen und wenn ja wie soll das halten? Vielen Dank f. d. Antwort. (der Klinkerstein ist in der Tat eher weich gebrannt)
Schöne Grüße aus dem Norden
Robert Kurzke