Alternative Küchenarbeitsplatte?

13.03.2008



Hallo,

über Google und o.g. Thema bin ich auf dieser Site gelandet und habe interessiert den Beitrag "Küchenarbeitsplatte fliesen" gelesen.
Habe/hatte selbst vor, meine tlw. gemauerte Küche mit einer gefließten Küchenarbeitsplatte zu versehen. Als UK 50mm Wedi Platte.
Doch nach diversen Gesprächen und Webrecherchen werde ich wohl davon absehen, weil die AP wohl zu empfindlich und unpraktisch sein würde.

Jetzt stehe ich vor der Frage: Was ist die Alternative?
Meine Küche wird ansatzweise mediterranen ausschauen und ich möchte definitiv keine Standard-AP oder Granit.
Ich stelle mir die Optik ähnlich vor, wie eine Betonfläche oder Solnhofer Platte, jedoch nicht so plan. Beton scheidet aus, da zu schwer und kompliziert, Solnhofer ist ungeeignet, zu empfindlich.
Gibt es einen auf z.B. Wedi Platten auftragbaren "Stoff", dessen Oberfläche v.g. Beschreibung nahe kommt, den man als Heimwerker selbst Verarbeiten kann und der für den benannten Einsatz geeignet ist?

Danke!
Marion



Vielleicht...



...wäre sowas hier eine Alternative.

http://www.tierrfino.de/tadelakt.html

Dierekt auf der Startseite sieht man ja schon eine Küche, einfach mal durchklicken, vielleicht ist ja was dabei.

Grüsse Jens



Erfahrungen mit Tadelakt?



Hallo Jens,

"Tadelakt" - eine ganz neue Erkenntnis... und schaut genial aus!
Hat hier im Forum jmd. praktische Erfahrungen mit Tadelakt als Küchenarbeitsfläche?

Danke.

Marion



Tadelakt...



ist halt etwas aufwendiger zu verarbeiten, vielleicht (ich weiß es nicht genau) im Vegleich zu anderen Materialien auch teurer, aber ich denke das Endprodukt entschädigt für vieles.

Ein Bekannter hat sowas in Blautönen als Duschwände, klasse Effekt.

Ob das nun in der Küche so prickelnd ist, weiß ich leider auch nicht.
Schneiden würd ich halt eh auf nem Brett und wenn mal was drauffällt und ein Stück rausbricht kann man soweit ich weiß "beiputzen".
Die Fugen wie bei den Fliesen, gbits halt nicht, was wohl ein Vortei ist.
Ich habe gerade Gestern die Küchenplatte die die Vorbesitzer unseres Hauses eingebaut hatten auf den Sperrmüll geschmissen, war auch ne Spanplatte und obendrauf gefließt.

Ein paar mal Kaffee drauf umgekippt, sonst was verschüttet und das wars, die Platte wurde nur noch vom Fliesenkleber zu sammengehalten und wäre fast schon von alleine auf den Müll gelaufen-->Gammel hoch drei!

Ich denke aber Du hast hier die Rubrik etwas schlecht gewählt, da sich die "Verputzer" und Lehmbauer vielleicht nicht so zahlreich hierher verirren und ihre Erfahrungen kundtun können.


Ich würde mal mit Udo Mühle (Lehmbauer, hier im Forum unterwegs) in Kontakt treten, der dürfte Dir mehr Informationen geben können.

Grüsse

Jens





Für mitteleuropäisches "Qualitätsanspruchsdenken" würde ich Beton Ciré anraten. Imprägnierung muss lebensmittelecht sein und da ist bei uns Tadelakt nicht ganz so gut! Mehr dazu Bildertechnisch auf meiner Netzseite!



Massivholz oder Kunststein



Es gibt eine Art Kunststein, ich glaube, es ist Steinmehl mit Acryl. Das dürfte Deinen Vorstellungen evtl. näher kommen und ist gut zu pflegen.

Schöner, evtl. auch teurer, fände ich Terrazzo, das ist, so viel ich weiß, Zement mit Steinsplittern, geschliffen. Das sieht sehr viel besser aus, als es sich liest und wird schon sehr lange, hpts. für Fußböden, genutzt. Bitte googeln. Allerdings fühlt es sich vermutlich kalt an.

Ich selber habe eine Arbeitsplatte aus Buche, massiv. Das verlangt zwar etwas Pflege - gelegentlich einölen - ist für mich aber der beste Kompromiss zwischen Aussehen und Hyghiene. Außerdem ist sie deutlich billiger als die beiden erstgenannten Möglichkeiten.

Die Vollholz- und die Kunststeinplatte müßte auf der IKEA-Seite zu sehen sein.





Hallo und DANKE für die Tipps.

Die Quarzmehl+Acryl-Lösung kommt für mich nicht in Frage, da mir die Oberfläche dieses Fertigproduktes zu homogen ist.

Beton Ciré? Kann ich das selbst verarbeiten? Wird das Material gespachtelt? Und wo bekomme ich soetwas?

Habe einen Tipp bekommen, selbst zu mixen, nach südländischer Methode: Sand, Weisszement, Farbpigment + Anschluss aus Weisszement und Farbpigment. Oberfläche Schleifen und wachsen.
Hat damit jmd. Erfahrungen?



Gleiches Problem



Hallo Marion,
ich hae ds gleiche Problem: Wollte auf eine Arbeitsplatte Fliesen aufbringen...allerdings wurde mir bisher noch nicht davon abgeraten - hast Du schon eine Entscheidung getroffen, das nicht zu machen? habe grade eine italienische Küche von "aurora" gesehen, bei der Zargen und Arbeitsfläche mit kleinen Fliesen gefliest sind - wie machen das denn wohl die Italiener?!
Halt mich doch mal auf dem Laufenden, wenn`s was neues gibt!
Gruß,
Nicola



Gleiches Problem



Hallo Marion,
ich hae ds gleiche Problem: Wollte auf eine Arbeitsplatte Fliesen aufbringen...allerdings wurde mir bisher noch nicht davon abgeraten - hast Du schon eine Entscheidung getroffen, das nicht zu machen? habe grade eine italienische Küche von "aurora" gesehen, bei der Zargen und Arbeitsfläche mit kleinen Fliesen gefliest sind - wie machen das denn wohl die Italiener?!
Halt mich doch mal auf dem Laufenden, wenn`s was neues gibt!
Gruß,
Nicola





Hallo Nicola,

in den südlichen Regionen ist a) das Klima anders (die können besser Lüften und haben im (/)höhere Temperaturen, so dass Schimmel und Co. nicht so schnell auftreten werden wie bei uns und b) haben die dort gefließten Küchen meistens andere Fliesen im Einsatzbereich der Arbeitsflächen (härter Oberfläche), tlw. sogar betoniert.
Ich habe - obwohl ich die (nur? ;-) sehr schöne Fliesen schon gekauft habe - nun meine Pläne umgeworfen: es wird eine fugenfreie und damit zweckmäßigere Oberfläche werden, s. meine vorhergeh.Postings.
Derzeit muss ich noch ein paar Mäuerchen umplanen und wenn mir in der Zwischenzeit nichts anderes schönes über den Weg läuft, werde ich mit dem Weisszement arbeiten.
Gruß
Marion



Praktisch gesehen



geflieste APL`s sehen sicherlich gut aus, haben aber den Nachteil, das die Fugen schwierig sauber zu halten sind und sich leicht verfärben können, wnn mit den "falschen" Materialien in der Küche gearbeitet wird. Einige Kunden von mir haben es mit Beton versucht und sehr gute Ergebnisse hingezaubert - es sieht zumindest super gut aus. Dann noch die richtige Behandlung und du hast eine schöne und exklusive APL. Zu schwer wird die APL in der Regel nicht, da vernünftige Unterschränke (kein IKEA)das Gewicht locker halten. Herstellung ist auch easy. 5cm Holzrahmen in entspr. Größe, Außschnitte für Kochfeld und Spüle Auslassen, leichte Armierung rein und ausgießen mit dünnflüssigem Beton, gut rütteln (Luft raus)und trocknen lassen. Die Unterseite ist dann die endgültige Arbeitsfläche.
Grüße
Chris



Küchenarbeitsplatte



An Chris:

Eine selbstgefertigte Küchenarbeitsplatte hat natürlich was.
Ich glaube aber nicht, das Marion mit Deinen Tipps dazu viel anfangen kann, es sei denn, sie kennt sich mit Beton aus.
"Herstellung ist auch easy" usw. ist wohl etwas sehr dürftig als Beschreibung.

Konkret fallen mir dazu folgende Fragen ein:
- wie dick soll die Platte werden?
- welchen Zuschlag, welchen Zement, welches Mischungsverhältnis soll der Beton haben?
- was ist mit flüssig als Konsistenz gemeint?
- welcher w/z- Wert, wie wird die Konsistenz eingestellt?
- was soll als Bewehrung rein?
- Wie und aus welchem Material soll die Form gebaut werden?
- welches Trennmittel sollte sie nehmen?
- Wo kriegt sie einen Rütteltisch her?
- was verstehst Du unter "richtiger Behandlung"?

Viele Grüße





@ Georg

viele Fagen aber ich versuche es:
5-6cm sollten reichen, eine Armierung aus Stahl welche von Hand verdrahtet ist,Zuschlag und Mischungsverhältnis kann ich nicht sagen, er sollte so flüssig sein, dass der Beton sich wie ein Flüssigestrich fast von alleine verteilt, die Form aus Rahmenholz gebaut, Trennmittel - für was?, Rütteltisch brauche ich nicht, wenn ich einen selbstverdichtenden Beton nehme und mit einen groben Besen nachhelfe, richtige Behandlung heist, das der Beton gepflegt und versiegelt werden muss.

Wenn jemand genauere Infos möchte, kann ich von meinen Kunden, welche sich eine APL aus Beton selber gegossen haben gerne hähere Infos einholen.

Grüße
Chris



Küchenarbeitsplatte



Hallo Marion,
ich glaube, auch mit den neuen Angaben von Chris wirst Du wohl nicht das gewünschte Ergebnis erzielen.

Ich erlaube mir daher ein bisschen zu ergänzen:

1. Die Dicke von 50 bis 60 mm ist i.O.; sie ist nicht nur wegen der Stabilität bei Transport und Verlegung erforderlich, sondern auch um die notwendige Betondeckung der Bewehrung einzuhalten.
Ansonsten könnten Rostschäden am Stahl und dadurch Abplatzungen der Betonoberfläche auftreten.

2. Chris schrieb..." Eine Armierung aus Stahl".
Schön, was für Stahl? Kruppstahl, Schwedenstahl, Ao Gami oder Shiro Gami?
Ich empfehle Dir die Bewehrung mit Bolzenschneider aus einer Lagermatte Q 443- 100- 7,5 BSt 500 M auszuschneiden; Einbau in die Form mit Abstandhalter mit unterer Deckung 15 mm bis mittig. Da brauchst du übrigens nix verdrahten außer ev. den Abstandhaltern und einer Zusatzbewehrung um die Ausschnitte (Stäbe aus dem Rest der Matte schneiden).

3. Zum Beton
Für diese Exposition sollte es mindestens ein C 30/37 sein, besser ein C 35/45.
Wie kriegt ein Laie solche Betongüten hin?
Eigentlich gar nicht, es sei denn, man verfügt über die Erfahrung, die Zutaten und kann die erforderliche Verdichtungsarbeit aufbringen.
Ersatzweise würde ich folgende Rezeptur verwenden (Gewähr für die erforderlichen Eigenschaften übernehme ich nicht):
- Basis 10 Teile Estrichbeton Körnung 0-5 mm aus dem Baumarkt,
- dazu ca. 1 Teil scharfer Estrichsand 0-2 mm,
- 1 Teil Splitt 8-16,
- dazu ca. 3 Teile Zement 32,5 R, besser 42,5.
Das Problem ist der w/z- Wert, also die Menge des Anmachwassers.
Die von Chris vorgeschlagene Konsistenz F 4 bzw. F 5 läßt sich zwar gut verdichten, erhält aber soviel Wasser, das Festigkeit und Porösität inakzeptabel sein werden.
Die max. Wassermenge würde ich auf 180 l pro m³ begrenzen. Das sind etwa 1,5 l pro 10 l Trockenmischung. Damit wird die Konsistenz steif bis erdfeucht werden. Du kannst zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit als Zusatz Betonverflüssiger zugeben, aber Du kriegst ihn nicht (Gibts nicht im Baumarkt).

4. Kommen wir zur Form:
Die Platte wird ca. 300 kg wiegen. Die Form muß das Gewicht tragen und darf sich dabei nicht verformen, sonst wird die Oberfläche krumm.
Deshalb nimmt man dazu massive, versteifte Stahlplatten, in die Beton gegossen wird. Ersatzweise brauchst Du eine völlig ebene Fläche, auf die eine Trägerplatte gelegt wird.
Die Platte sollte völlig glatt und wasserdicht sein, da sie die zukünftige Oberfläche abbildet. Das könnte z.B. eine beschichtete Möbelplatte aus dem Baumarkt sein.
Darauf mußt Du die Ränder der Platte in der zukünftigen Höhe ausbilden, in dem Du Randprofile (auch glatt beschichtet) fest auf die Grundplatte verschraubst. Die Innenecken sollten mit einer glatten oder runden Fase versehen sein, damit die Kanten beim Ausschalen nicht ausfransen (Kann man mit Sanitärsilikon sauber anformen).

5. Trennmittel
Profis sprühen die Form vorher mit Trennmittel ein, um das Teil besser herauszubekommen. Vielleicht geht es ja bei Dir auch ohne? Die Form brauchst Du (vielleicht) nur einmal, wenn es gleich klappt.

6. Verdichten
Profis stellen Die Form auf eine Rüttelvorrichtung, mit der verdichtet wird. Das ist bei der festen, steifen Konsistenz unbedingt erforderlich. Ein bisschen Klopfen reicht nicht zur Verdichtung. Es bleiben Hohlräume, Nester, Blasen im Beton, die vor allem auf der späteren Oberfläche nicht nur häßlich aussehen, sondern die Funktion stören.
Chris schrieb von "selbst verdichtendem Beton", den er nehmen wollte.
Ein großes Wort, leicht dahin geschrieben.
Selbst verdichtender Beton (SVB) oder englisch SLC, SPC oder SCC ist nicht so einfach selber zusammen zu mixen.
Er stellt hohe Anforderungen an die Rezeptur, es wird mit einem reduzierten Wasser/Mehlkornverhältnis und hochwirksamen Fließmitteln gearbeitet. (Für Chris: Näheres steht in der DAfStB- Richtlinie)
Also den kriegst Du in Heimarbeit garantiert nicht hin.

Ich fasse zusammen:
Verabschiede Dich von dem Gedanken, eine solche Arbeitsplatte in ansprechender Qualität selber hinzukriegen.

Aber villeicht haben wir ja unterschiedliche Auffassungen von Qualität?

Viele Grüße





....und ich trage einfach Beton Ciré auf vorbehandelte Holzunterkonstruktion auf , imprägniere sie entsprechend und schon habe ich eine leichte , nach Betonoptik aussehende Arbeitsplatte die funktioniert!



Viele Infos



Hallo und Danke für die vielen Infos und Nachfragen+Infos zu den Details.
Ich muß gestehen, dass ist mir zu kompliziert! Leider.
Bei meiner Nachfrage meinte ich auch eher etwas ähnl. der Anwendung von Beton Cire,
Zitat"Habe einen Tipp bekommen, selbst zu mixen, nach südländischer Methode: Sand, Weisszement, Farbpigment + Anschluss aus Weisszement und Farbpigment. Oberfläche schleifen und wachsen.
Hat damit jmd. Erfahrungen?"
Diesen "Dünnbeton" würde ich auf eine UK aus WEDI Platte aufbringen wollen?
Danke.
Marion

P.S.: Habe noch gar kein Feedback zu meiner Beton Cire-Nachfrage bekommen ;-)!?!