Betonplatte dämmen oder nicht




Guten Abend,
Nun steht unser Lehmgrundofen den wir am letzten Wochenende in einem Seminar mit 10 Leuten gebaut haben. Wir sind mächtig stolz!!
Dieser steht auf einer neuen( 18Mte.) ungedämmten, bodenberührten, 70cm über Grundstückniveau, Betonplatte bei uns im Parterre. Die restliche Platte wollten wir noch einen Holzfussboden (Dielen) mit ca. 17cm Unterbau und entsprechender Dämmung verlegen.
Nun meine Frage: sollen wir die Platte gegen aufsteigende Feuchtigkeit mit einer Folie oder Bitumenschweissbahn schliessen,?
Oder denkt Ihr wie meine Baufachmänner und Frauen vom letzten Wochenende, dass sich unter Umständen die Feuchtigkeit, wenn der Boden abgedichtet wäre, in Richtung den Lehmgrundofen suchen würde, und so eher den grösseren Schaden anrichten würde als wenn keine Kapillarsperre da wäre??
Soviel mal fürs Erste. Vielen Dank, ich bin der Daniel



Das ist nicht ganz einfach zu verstehen...



... zumindest für mich nicht...

Ihr habt den Ofen also auf eine Betonplatte gesetzt, richtig?
Der Rest des Raumes hat Beton, aber rd. 20 cm tiefer und soll nun einen Aufbau mit Dielung obendrauf bekommen, um ein einheitliches Niveau zu erreichen, richtig?

Die wichtige Frage lautet: Was ist darunter? Wenn das vernünftig angelegt ist, dann gibt es kein Kapillarwasser, dann wirds eher andersherum interresant...

Bitte noch ein bissel Input, so ganz klar sehe ich das Problem (noch) nicht...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner

PS. Ein paar Fotos könnten helfen...



ok, noch etwas genauer



Ja der Ofen steht jetzt direkt auf der neu, vor 18 Mte gegossenen, Platte. Der Rest des Raumes ist die selbe Platte.
Jawohl, der Unterbau soll die Niveaudifferenz ausgleichen.
Unter der Platte ist Kiessand, wohl immer ein Bisschen (sehr leicht) feucht, aber nie nass.
Gerne Bilder, aber heut ists zu spät und zu dunkel

Danke für die AW, Daniel



Wenn ich es jetzt richtig verstanden habe...



... dann habt Ihr auf der alten Platte teilweise eine neue gegossen, ca. 20 cm... oder erkläre bitte den Übergang/Stufe...

Oder plant Ihr auf dem Beton die neue Konstruktion und der Ofenbereich liegt dann tiefer?... Ich versehs einfach nicht...

Aber vorab: solche halbgaren Lösungen mit Sperrschichten über einen Teilbereich sind mehr oder weniger pauschal zum Scheitern verurteilt, Einzelfall ist ausgenommen...

Bitte noch ein bissel Input zum "Rest des Hauses" und der Nutzung... Museumsdorf ist denn doch was Anderes als Wohnhaus...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Grundsätzlich ...



... gehört auf die Bodenplatte eine Sperrbahn als Bauwerksabdichtung gegen kapillar aufsteigende Bodenfeuchte.

Macht aber nur richtig Sinn, wenn sie an die Mauerwerkssperrbahn (Horizontalsperre)anschließt und eine geschlossene, abgedichtete Fläche entseht, die auch den Punkte "Sockel außen / Spritzwasserschutz" mit einbezieht.

Das der Lehmgrundofen oohne diese Bauwerksabdichtung auf der
Bodenplatte steht, halte ich für problematischer als die FRage, ob Sie auf der nicht abgedichteten Bodenplatte eine Dielung aufbringen sollten. Feuchtigkeit im Lehmgrundofen ist eher dekonstruktiv. Ist dann Feuchtigkeit in der Platte vorhanden, sucht sie sich ihren Weg zur nächsten Verdunstungszone. Und das wäre dann, je nach LAge, entweder der Grundofen oder der Wandsockelbereich innen (Fußleiste).

Im privaten Bereich wäre es möglich, einen Dielenboden mit Holzkonstruktion auf einer solchen Bodenplatte aufzubauen.
Die Unterkonstruktion wird dann punktuell gegen aufsteigenden Feuchtigkeit aufgelagert (Stücke Bautenschutzmatte). Der Dielenboden selbst sollte dann umlaufend eine breite, offene Fuge zu den Wänden halten, damit eventuelle Feuchtikeit in den Raum verdunsten kann. Also eine hinter-/unterlüftete Fußleiste.





Nein unsere alte Platte haben wir heraus genommen, die war sehr schlecht und brüchig.
Das haus ist alt (1947) so dass wir eigentlich nicht im Sinne habe eine Horizontalsperre einzubauen
Rund um die neue Platte sind Stufen zum Bsp. zum Koridor, oder auch zu den Ausgängen, natürlich haben wir beim Einbau nicht an die Dämmung von unten gedacht, wir wurden beraten eine Schweissbahn auf die Platte zu machen. Mittlerweile ist die Platte 18 Mte. und es wären noch nie irgendwo irgendwelche Feuchte Flecken entstanden, auch nicht wenn wir Folien auf dem Boden hatten.




Grundofen im Wohnzimmer

Hallo,
So jetzt hab ichs doch noch geschafft ein Bild hochzuladen. Hier kann man sehen dass der Ofen im Wohnzimmer auf dem Betonboden steht, der wiederum etwas tiefer liegt als der Eingangsbereich.





auf den Beton ein Blähtonestrich zur Dämmung und dann Dielen (Dielen beidseitig ölen!), keine horizontalen Sperrschichten einbauen, diffosionsoffen bleiben



Dielung



Gegenvorschlag:
- mineralische Abdichtung (Dichtschlämme) auf die restliche Bodenplatte,
- Höhenausgleich mit gebundener Schüttung oder Dämmplatten,
- Weichholzfaserplatten mit eingelassener Traglattung,
- Dielung.

Viele Grüße

p.s. Woher kommt nur dieser kindlich- naive Glaube, das gasförmige Bodenfeuchte unter Druck steht wie Wasserdampf in einem Topf, wenn der einen Deckel kriegt?



Genau so ...



... wird doch auch argumentiert, wenn es darum geht, dass man sein Haus mit allen möglichen Folien auskleiden soll.



Betonplatte



Es könnte alles so einfach sein- isses aber nich!
Ein bisschen komplexer ist der Zusammenhang schon, von den theoretischen Grundlagen her aber jedem aus dem Physikunterricht der Schule bekannt.

Viele Grüße



Woher haben ...



... denn die Herrschaften, Schillberg/Knieriem, K. Fischer, Prof. C.Meier, H. Großeschmidt und auch viele Fachleute aus diesem Forum, sowohl Handwerker mit viel Erfahrung als auch studierte Ingenieure und Architekten diese wirren Ideen?

Leider hört bzw. liest man von beiden Seiten nur Glaubenskrieg-Äußerungen, die physikalische Erklärung bleiben beide Seiten schuldig.

Bleibt die Feuchtigkeit nun wirklich im Erdreich eingesperrt und sucht sich keinen Weg über Verdunstung an den Flanken, sprich Seitenwänden, die dann als Verdunstungszone, volgo Feuchte Wände, agieren, zumindest im Sockelbereich?

Wie sieht die Problematik am Anschluss zwischen dem alten Gebäudefundament, wie auch immer das mal angelegt wurde und der neuen Betonplatte bzw. dem komplizierten mehrschichtigen Bodenaufbau, wie er teilweise hier empfohlen oder von manchen Firmen übertrieben wird, dar?

Ist die, z.B. von Herrn Pickartz geforderte Komplettabdichtung, also Bodenfläche der Räume, Wandsockelbereich innen/außen und Spritzwasserbereich der Außenwände überhaupt nachträglich einwandfrei herzustellen?
Je nach Gebäudetyp doch wohl kaum.



Betonplatte



Das meinte ich mit etwas komplizierter (oder nennen wir es komplexer).
Da wird alles was man mal gehört oder bruchstückhaft gelesen hat unreflektiert in einen (dampfenden) Topf geworfen.
Herr Fischer macht das ja auch, bei ihm sind alle Baumaterialienhersteller (bis auf die die bei ihm werben oder Solubel) böse Verschwörer, alle Architekten und Handwerker Nichtskönner und sklavische Nachbeter der DIN- Mafia, nur Herr Fischer ist im Besitz der reinen Lehre, an deren er seine Jünger teilhaben läßt. Zumindest ist diese Lehre einfach nachzuvollziehen.
Merke:
Es gibt keine alleinseligmachenden Wahrheiten.
Wenn dann nur ein paar Allgemeinplätze.
Schon gar nicht wenn es um die Beurteilung von Sanierungsfällen geht.
Hier ist jeder!!! Fall ein anderer.
Schon eine winzige Abweichung einer von vielen Parametern kann dazu führen das all das schöne Halbwissen und die Sicherheit in die man sich zu wähnen glaubt wenn man einfach das macht was die anderen mal gemacht oder gesagt haben plötzlich nicht mehr stimmt. Da werden die schönen Lehmsteine plötzlich zu einer braunen breiigen Pampe und der schöne teure Luftkalkputz aus holzgebranntem Sumpfkalk (garantiert ohne zementäre Pampen) fliegt von der Wand, der schöne ökologische Dämmstoff aus Schafwolle plötzlich zum Hotel für kleine Krabbler. Die Dielen beginnen auf dem diffusionsoffenen Fußbodenaufbau zu schüsseln, die Balken in der Decke kriegen einen Schimmelüberzug, der ökologische, diffusionsoffene Kalkestrich fängt an zu krümeln und löst sich in Schalen ab...
Tja, alles so gemacht wie es sein soll und dann doch sowas...

Ich habe übrigens noch in keiner seriösen wissenschaftlichen Veröffentlichung einen Nachweis für diese krude Theorie gefunden, das sich gasförmiges Wasser quasi wie Wasserdampf in einem Topf mit brodelndem Wasser seinen Weg zwischen Deckel und Topfrand vorbei nach außen sprich oben in den Raum oberhalb des gewachsenen Bodens oder in ein Fundament oder was weiß ich wohin sucht.
Aber ich bin lernfähig.
Wer es schafft, mir mit Hilfe der Gleichgewichtsbedingungen zwischen Druck, Temperatur und Feuchtegehalt und anhand der normalen Nutzungsbedingungen im Bauteilbereich nachzuweisen das die selbe Menge Wasserdampf/t die im Grenzbereich Luft- Boden von einer Fläche A diffundiert das auch tut wenn ich diese Fläche oder Teile davon diffusionsdicht absperre, dann werde ich meine Meinung ändern. Noch doller wäre der Nachweis, das diese gasförmige Feuchtemenge dann quasi nach rechts und links durch die Fundamente gedrückt wird (oder in den Sockel eines Grundofens).

Viele Grüße

p.s. Spinat hat gar nicht soviel Eisen und August Monier ist nicht der Erfinder des Stahlbetons und und und...