Gutex Holzweichfaser Dämmplatten in Lehm drücken

14.02.2008



Habe heute die erste Dämmplatte (Gutex Thermosafe WD, 6 cm, Holzweichfaser für Innendämmung) angebracht, und dabei enorme Probleme gehabt.
Die Platten sollen in den feuchten Lehm gedrückt werden. Die Wände sind nicht richtig gerade und 100% bekomme ich den Lehm auch nicht gerade verputzt. Wenn ich die Platte dann andrücke, ist die Platte nicht komplett im Lehm "versenkt". Auch wenn ich den Lehm sowohl auf der Wand als auch auf der Platte anbringe, funktioniert das nicht so wie es eigentlich idealerweise sein sollte.
Frage: Wer hat das schon mal gemacht, ist auf die selben Probleme gestossen und kann mir einen Trick nennen wie er es hinbekommem hat. Ich traue mich (noch) nicht der Platte mit einem Gummihammer entgegen zu treten um zu probieren ob die Platte sich dann ein bisschen reindrückt. Oder ist das am Ende gar nicht so schlimm wenn die Platte nicht komplett im Lehm liegt?

Gruß

Fritz P.



Frag mal bei...



...Udo Mühle / Lehmhandwerk nach (in der Galerie ziemlich oben), das ist sein täglich Brot. Wenn's er nicht weiß, dann keiner :-)

Gruß Patrick.



Bei ungeraden Wänden



ist es am besten, zuerst Schienen zu setzen um eine Flucht zu bekommen.

der Lehmputz sollte mindestens 1 bis 2 cm dick aufgetragen (lt Gutex ) werden, teilweise wird es bei ungeraden Wänden mehr sein.

Wir hatten auf der letzten Baustelle das gleich Problem und haben es so in den Griff bekommen.

grüsse Thomas



Alternativ



bietet sich auch die Verwendung eine Abziehlatte von z.B. 1,5 m an. Gerade bei der Inendämmung sollte die Dämmplatte möglichst vollflächig auf dem Untergrung befestigt werden, um eine Kondesatausfall vorzubeugen.

Auch empfiehlt sich aus verschiedenen Gründen bei einer Innedämmung über den Einsatz eine Wadheizug nachzudenken.

Grüße Gerd M.



Vielen Dank



erstmal. Mit einer Abziehlatte arbeite ich aktuell.
Wenn die Wand einen sanften Buckel hat, helfen dann Schienen? Passen die sich nicht dem "Buckel" an und am Ende is die Platte auch wieder nicht vollflächig verklebt? Werde es jedenfalls mal probieren.
Wie bringt Ihr die Schienen an? Festdübeln? Einfach auf den 1. mm Lehm drücken?
Wie kontrolliert Ihr ob die Platte ganzflächig verklebt ist? Wenn ich die andrücke und wieder abziehe, sehe ich anhand des Musters wie gut die Platte gesessen hat. Leider verrutscht aber auch ein Teil des Lehms und ich muss dann wieder neu auftragen.
Hab mir das ehrlich gesagt etwas einfacher vorgestellt. Hab für die erste Platte knapp 2 Stunden gebraucht...



Wenn



die Wand einen sanften Buckel hat kann vor Auftragen der Klebeschicht eine Ausgleichsschicht helfen um die Wand einzuebnen.

Die Mörtelschicht in der die Platte befestigt wird sollte auch nicht viel edicker als 1 cm sein da es sonst zu Trocknungsproblemen mit dem dahinter liegenden Mörtel komen kann.

Die Schienen könnten in Mörtel geklebt werden.

Viele Grüße



Meine persönlichen..



..10 Gebote mit diesen widerspenstigen schiefen Wänden :

1.Erstmal alles gleichzeitig versuchen , ausgleichen kleben,Platten zuschneiden ,festdübeln
2.Feststellen , das es so nicht geht .
3.Ärgern
4.Alles nach einander machen,also erst eine Ausgleichschicht so stark aufziehen . bis die Wand eben ist.
5.Trocknen lassen !! Währenddessen siehe Punkt 3.
6.Wenn getrocknet,erst Platten zuschneiden
7.Feststellen , ob die Platten passen , ohne dübeln oder Kleben , dabei siehe Punkt 3.!
8.Wenn endlich alles passend , dünn vorkleben , dabei feststellen ,das wenn man eine Platte wieder abnimmt ,die ganze dünne klebeschicht wieder mitkommt , Ihr wisst, schon : Punkt 3. nicht vergessen !
9.Dann passt's aber irgendwann und so ist Punkt
10. das Dübeln nur noch ein Kinderspiel , wenn nicht ein Dübelchen dann eine E-Leitung trifft , Punkt dreihei ;-).
Also ,alles ganz einfach !Und auch noch selbst gemacht !!
Besten Gruß aus Minden
Jürgen Kube
Ps. Ach ,ja : Legt vorher fest ,wo ein geplanter Heizkörper hin soll , damit da auch eine Befestigung drunter ist und markiert diese an einer benachbarten Wand oder per Maß ..
sonst - richtig: punkt 3....


gehts mit dünner Klebelage .



Cool Jürgen...



...voll die Werbung für die Innendämmung mit Holzfaserplatten in Lehm :-).
Aber ich zieh mal mit Thomas gleich (ohne von der Lehmverarbeitung wirklich Ahnung zu haben, obwohl ich sie technisch schätze). Meine Wände werden (allerdings nicht mit Lehm) wie folgt verputzt:
Nahe in die beiden Ecken einer Wand eine Putzschiene in den "Senkel", nach dem Trocknen drei Schnüre gespannt (oben, mitte, unten) und dann die anderen Schienen dazwischen im Kartätschenabstand, verputzen. Jetzt hast du eine ebene Fläche, dann dürfte es mit der "Beklebung" kein Problem mehr sein.
Wie lange man allerdings bei Lehm warten muß, bis eine Putzschiene fest ist, weiß ich nicht. Könnte länglich werden, ich habe das "Problem" nicht (bei wird's warm, exotherme Reaktion :-), muß nicht auf Trocknung warten).

Gruß Patrick.



Putzschiene bitte mit normlem Putz befestigen,



sonst kommt zitat: Punkt 3 wie bei Jürgen Kube (übrigens Danke Jürgen für Deine 10 Gebote sind nicht nur wahr, sondern auch praxisbezogen.) zum tragen.

Ansonten ist der Ablauf sehr einfach, bei einem eingespielen Team geht das Anbringen der Platten im Nassverfahren recht zügig, es sei denn man vergisst eine Elektroleitung im Vorfeld zu installieren, da kann dann Zitat Jürgen Kube, Punkt 3 wieder voll greifen.

ein schönes Wochenende und Grüsse aus dem Allgäu

Thomas



So gehts



Falls es jetzt noch einer liest :-)
Nachdem ich fast alle Aussenwände isoliert habe dachte ich ich teile einfach mal die für mich beste Methode mit.
Ich habe mir aus Holzresten einen Rahmen gebaut in dem ich die Platte einfach einlegen kann. Der Rahmen ist ca 15 mm höher als die Platte. Jetzt Lehm auf die Platte und über den Rahmen abziehen. Rahmen weghenen und jede Platte hat den gleichen Auftrag.
Dann die Wand dünn aber optisch gerade mit Lehm verputzen. Platte ansetzen und an die Wand ran. Nun ein stabiles Kantholz auf die Platte setzen und mit einem schweren Fäustel die Platte richtig an die Wand schlagen. Der Lehm verbindet sich mit dem Lehm und kleinere Unebenheiten werden mit dem starken Druck ausgeglichen da sich der Lehm unter der Platte entsprechend verteilt.

Gruß
Fritz