Welchen Unterbau für Dielenboden?

08.01.2007



Hallo an alle,

wir sind gerade im Planungstadium unseres EFH Neubaus. Es handelt sich um ein Hanghaus mit EG und UG. Grob 2/3 der Wohnfläche sollen mit Dielenboden (Nut&Feder) und der Rest mit Fliesen oder Natursteinboden ausgeführt werden.
Ich hab hier im Forum schon viele Berichte zu Unterbau/Dämmung ect. gelesen. Aber die für mich sinnvollste bzw. praktikabelste Lösung konnte ich mir noch nicht erarbeiten. Da von der Planung aktuell noch alles möglich ist, wäre es schön, wenn mir die Profis hier den einen oder anderen Tip/Anregung geben könnte. Z.b. ist ein Estrich überhaupt zwingend notwendig bei einer heutigen Betondecke oder reicht eine ausgeglichene Kreuzlattung? Was sollte im UG als Dämmung direkt über der Bodenplatte vorgesehen werden ? Ich werde die Dinge natürlich noch mit meinem Schreiner bereden, wollte mich aber vorher schon etwas aufschlauen. Vielen Dank für die hoffentlich zahlreichen Beiträge.

Grüße
Jörg



Welche Aufbauhöhen stehen zur Verfügung?



Ist Trittschall ein Thema oder vernachlässigbar?

Auf einer Betondecke, die mit einem Dielungsaufbau versehen werden soll, kann man sich den Estrich sparen.

Grüße

Thomas



Hallo Thomas,



bei den Aufbauhöhen sind wir noch komplett flexibel da ja gerade die eigentliche Planung mit dem Archi erst anfängt. Es muss also nicht darauf geachtet werden dass es ein super
flacher Aufbau wird. Im EG werden Wohnbereich + Küche ect. sein und im UG (Hanggeschoss) Schlafen + Kinder + Bad. Ich würde sagen im EG sollte der Trittschall zumindest nicht
komplett vernachlässigt werden. Im UG ist natürlich durch die kalte Bodenplatte die Dämmung im Fokus. Falls es bei den möglichen Materialien auch ökologische Alternativen
gibt, welche preislich noch vertretbar sind, stehen wir diesen positiv gegenüber. Vielen Dank.

Grüße
Jörg



Schön,



wenn die Aufbauhöhe noch Luft lässt.

Für die Dielungsverlegung wird häufig ein System von Gutex oder Pavatex empfohlen, wo zwischen Holzweichfaserplatten Leisten eingenutet sind. Näheres findest Du bei diesen Firmen. Die Systeme dämmen Trittschall und Wärme gleichermaßen. Sollten die 40mm Aufbauhöhe im EG als Wärmedämmung nicht genügen (wahrscheinlich), kann man eine Lage ohne Leisten darunter legen.

Preiswerter wäre vermutlich eine 50mm Stufenfalzplatte von Doser, die in der unteren Lage ohne Leisten gelegt werden kann. In der Lage, auf die verlegt wird, legt man die Platten so, daß die Fälze nebeneinander liegen, und in den Zwischenraum eine Leiste 38x50mm. Auf diese wird geschraubt. Der zwischen den Leisten entstehende Zwischenraum sollte noch mit einer HWF Platte von 15mm Höhe gefüllt werden. Die Dielen liegen damit vollflächig auf den HWF-Platten auf (die Leisten werden durch die Schrauben an die Dielen gezogen) und müssen nicht so dick sein. 22 mm sind völlig ausreichend. Auch dieser Aufbau dämmt Trittschall und Wärme und ist diffusionsoffen.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



Hallo allerseits,



anbei der Vorschlag von Gutex zum Aufbau:
- Feuchtigkeitssperre
- Gutex Thermosafe-wd 042/50mm
- OSB Verlegeplatte 22mm
- Gutex Thermosafe-nf 41/40mm mit Systemleiste
- Dielenboden

Die untere Schicht Thermosafe-wd dient als Installationsebene für die Zuleitungsrohre der Wandheizung. Die OSB Platte ist wohl notwendig da die Thermosafe-nf Platten zwingend vollflächig verlegt werden müssen. Mir persönlich wäre es lieber anstatt der OSB Platten einen anderen, gesundheitlich unbedenklichen, Werkstoff einzusetzen. Welche Möglichkeiten gibt es ausser der OSB Platte?

Ein Teil der Wohnfläche soll mit Linoleum ausgelegt werden werden. Hier soll auch ein ähnliche Unterbau wie oben beschrieben verwirklicht werden. Was würde sich hier als Trägerschicht für den Lino-Boden anbieten?

Ein Bekannter empfahl dringend die Bodenplatte mit 30mm Styrodur?!? auszulegen und dann mit verschweisster Folie die Dichtigkeit herzustellen. Darauf dann erst mit dem eigentlichen Boden-Unterbau beginnen. Begründung war Vorbeugung vor Kondensationsproblemen. Sind seine Bedenken berechtigt?

Vielen Dank & Grüße
Jörg



Hallo,



Eine Feuchtigkeitsperre ist hier erforderlich. Styrodur ist auch mir nicht besonders sympatisch (obwohl es an der angedachten Stelle wohl keine Schäden verursachen kann) - wenn Sie unter der Feuchtigkeissperre dämmen wollen, könnte das auch mit foamglas erfolgen.

Statt der OSB-Platte könnte auch ein Rauhspund Verwendung finden - preislich wird sich das wohl nicht viel nehmen. Allerdings sollte er vorher getrocknet werden.

Die oben erwähnte Doser-Platte ist härter als Gutex. Ich könnte mir vorstellen, daß mit Doser 50mm ein "Zwischenboden" aus OSB oder Rauhspund entbehrlich ist. Dazu am besten Udo Mühle vom LehmHandWerk hier im Forum ansprechen.

Für das Linoleum käme statt OSB als Unterdgund auch ein Rauhspund in Frage. Der sollte vor dem Verlegen aber auf 9-10% heruntergetrocknet sein, pro Brett/ Lagerholz 2x verschraubt und diagonal mit der Parkettschleifmaschine und 60er Korn der unvermeidlichen Unebenheiten wegen überschliffen. Herausgefallene Ästen müssen mit Querholzscheiben ersetzt werden. Solche Sonderwünsche (Rauhspund getrocknet)bekommen Sie am ehesten beim Sägewerk; der Holzhandel wird Ihnen nur eine Dielung anbieten können. Bei der Holzvariante sollten Sie sich aber mit dem Gedanken anfreunden können, daß sich die Dielenlage ggf. leicht durch das Linoleum markieren könnte.

Einfachere Unterlage für das Lino wäre freilich ein gedämmter Estrich.


Gutes Gelingen

Thomas



Hallo Thomas,



hab gerade bei Doser ein Dokument mit verschiedenen Aufbaumöglichkeiten mit dem DHD System gefunden. In diesem wird unter anderem eine doppelt verlegte Gipsfaserplatte (vermutlich 2x10mm) als Untergrund zum Verlegen von Fliesen und Teppich empfohlen. Dies wäre doch bestimmt auch für Lino tauglich und eventuell auch als Zwischenschicht im Gutex-System anstatt der OSB Platten.

Grüße
Jörg