Fußbodenaufbauten

10.02.2011



Erst mal Kompliment zu dem bereits umfangreichen Forum. Einige Fragen konnten wir hier bereits klären.

Wir haben einen Neubau Holzständer ohne Keller mit folgenden Grunddaten:
- spez. Transmissionswärmeverlust: 0,260 W/qm K
- spez. Heizwärmebedarf: 44,1 kW h/qm a
- zentrale Lüftungsanlage
- im EG sind Lüftungsrohre 80mm auf Bodenplatte verlegt
- Pelletheizung
- Kaminofen 3-7 kW Nibe Contura in Wohn/Esszimmer
- Bodenplatte:
-- Innerhalb des Wohnhauses bis 30mm unter Nullniveau
-- Abdichtungsbahn mit Aluminium
-- 26mm Bodenplatte
-- 30mm verdichtetes Misapor

Nun stehen wir vor der Wahl des Fußbodenaufbaus:
Wandheizung für Wohn/Esszimmer ist schon gekauft und steht bei unserem Heizungsbauer, daher

1. EG Wohn-/Essbereich 40qm
-22mm Eichendiele
-60mm KVH dazwischen Zelluloseschüttung
-60mm KVH dazwischen Zelluloseschüttung
-18mm Holzfaserplatte Gutex Standard-n 100kPa/qm

2. EG Rest 60qm
-15mm Fliese, Kleber, Spachtelung
-65mm Zementestrich auf Fußbodenheizung
-Schrenzlage für Fußbodenheizung
-60mm Holzfaserplatte Gutex Thermosafe-wd 70kPa
-20-50mm Blähtonschüttung (Ausgleich Bodenplatte, damit der Ausgleich nicht durch Zementestrich erfolgen muss, sonst 65-95mm Zementestrich)

OG allgemein:
- einheitliche Ebene mit OSB
- Leitungen nur im Badezimmer auf Boden bis 50mm
- 60mm Schwellen zu den Zimmern

3. OG Badezimmer 15qm
-16mm Fliese, Kleber, Spachtelung
-45mm Lithotherm
-6mm Holzfaserplatte Gutex Standard-n 100kPa
-60mm Holzfaserplatte Gutex Thermosafe-wd 70kPa

4. OG Rest 85qm
-22mm Eichendiele
-Staubschutz (Packpapier?)
-45mm Lithotherm
-60mm Holzfaserplatte Gutex Thermosafe-wd 70kPa
alternativ unter Lithotherm:
-10mm Holzfaserplatte Gutex Standard-n 100kPa
-10mm Fermacell
-40mm Holzfaserplatte Gutex Thermosafe-wd 70kPa
alternativ unter Lithotherm:
-18mm Holzfaserplatte Gutex Standard-n 100kPa
-10mm Fermacell
-31mm Holzfaserplatte Gutex Thermofloor dyn. Steifigkeitsgruppe 30

Fragen:
* Sind die Aufbauten grundsätzlich vernünftig?
* Halten die Holzfaserplatten im OG dem Lithotherm ein Leben lang stand, oder benötigt man doch eine lastverteilende Schicht, z.B. OSB oder Fermacell unter den Lithothermplatten (siehe Alternativen bei 4.)?
* Geht statt KVH auch günstigeres Kantholz aus Trockenraum vom heimischen Sägewerk?
* Gibt es da Alternativen für einen günstigen und zeitsparenden Aufbau um über die 80mm Lüftungsrohre im EG zu kommen?
* Können wir die drei Heizsysteme (OG Lithotherm FBH, EG Wandheizung und FBH im Zementestrich) überhaupt vernünftig kombinieren?
* Ist es unverschämt in einem Fachwerkhaus-Forum das alles zu fragen ;)

Noch ein paar letzte Hintergrundinformationen:
- Wir wollten viel Diele und Rest (Bad, Küche ,Eingang) Fliese => kein Heizestrich wo Diele ist
- Im OG ist zu wenig Platz für Wandheizung => FBH
- Lithotherm bringt zusätzlich Masse gegenüber Ripal
- Im EG nur im Wohn/Esszimmer Diele, hier schon Wandheizung bestellt
- Im EG Rest Zementestrich, da günstiger als Lithotherm
- Wir kommen beide nicht vom Fach aber machen dennoch möglichst viel selbst. Wir besitzen im Innenausbau ein stetig wachsendes Halbwissen und sind für Korrekturen und Anregungen offen.

So, viele Informationen und Fragen zu einem Haus. Ich hoffe, dass die Beantwortung der ein oder anderen Frage uns und vielleicht auch anderen Lesern weiterhelfen kann.

Viele Grüße aus dem Frankenland
Michael



Was sagt Lithotherm dazu?



...schön, dass die Fragen hier im Forum aufkommen und ich bin schon auf die Antworten gespannt.

Mich würde doch sehr interessieren, was Lithotherm zu den Holzdämmplatten sagt. Die müssen doch für ihre Platten den entsprechenden Untergrund konkretisieren können. Die Angaben auf der Homepage waren den Technikern von GUTEX zu ungenau.

Bei Aufbau 2 würde ich nach der Schüttung (Blähschiefer ist immer noch mein Favorit) erst einmal eine Standard-Platte mit 250 x 100 cm als Abdeckplatten legen und dann mit der Thermosafe WD weitermachen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo,

Sie fragen ob Ihr Haus vernünftig gebaut ist.
Laden Sie zur Ausforschung dieses Sachverhaltes am besten einen Gutachter ein, der das im Einzelfall prüfen soll, denn hier dürfte das Probleme bereiten.

Zu einzelnen Fragen:
1. Ich nehme an, die mm-Angaben der Bodenplatte sollen cm-Angaben sein.
2. Den Heizrohren ist es egal, in welches Medium sie eingebettet sind, sie sollten Ihre Heizung aber hydraulisch berechnen; das macht der Lieferant, wenn Sie versprechen, bei ihm zu kaufen.
3. KVH gegen Bauschnittholoz zu tauschen ist nicht sinnvoll, weil sie dort Überraschungen hinsichtlich Maßhaltigkeit und Formstabilität erleben.
4.Gegen die Aufbauten an sich hätte ich keine Einwände, es kommt sehr auf die Verarbeitungsqualität an.

Grüße



Welchen Vorteil...



...erwarten Sie von der massereicheren Variante mit Lithotherm?

Für eine FBH brauchen Sie keine Speichermasse. Um so schwerer das System wird, um so regelträger ist es.

Grüße

Thomas



Lithotherm als Masseträger



Von der Masse im OG erhoffen wir uns eine Schallminderung um ca. 10dB. Ganz ohne Masse kommen wir bei der Holz-Rohdecke sonst auf nur L=66dB. Das scheint uns noch zuwenig...

22mm OSB
220mm Balken
-dazwischen 100mm Kronotherm flex Holzfaserplatte
Rieselschutz
24mm Lattung
12mm Gipskartonplatte

@Dietmar Beckmann
ja, Bodenplatte mit 26cm und 30cm Misapor, danke für Hinweis auf KVH!

Viele Grüße
Michael aus Franken



Der Schallschutz im EFH...



...wird oft überbewertet. Selbst für eine ggf. angedachte Vermietung sind die Werte doch ganz passabel, der Aufbau in jedem Falle völlig entkoppelt.

Wenn mehr Masse, dann doch besser im Balkenzwischenraum statt der Holzweichfaserplatte. Liapor, Waschkies, Lehmsteine...

Grüße

Thomas