Wer hat mal ein altes Fachwerkhaus im Ortskern von Boppard-Holzfeld besichtigt?

11.12.2012 rare



Hallo,
mein name ist Stephan ich bin 36 Jahre und gelernter Schilder- und Lichtreklamehersteller .

Meine Mutter hat sich ein über 300 Jahre altes Fachwerkhaus gekauft und muss jetzt zusätzlich mit enormer finanzieller Belastung rechnen wenn nicht eine arglistische Täuschung vorliegt die ich persönlich vermute.Der termin mit einem Holz und Bautenschutzsachverständigem ist bereits vereinbart und steht diese Woche noch an.

Es ist ein Einfamilienhaus im Ortskern von 56154 Boppard-Holzfeld. Vielleicht gibt es jemanden hier im Forum der sich dieses Objekt schon einmal in Vergangenheit angesehen hat und mir eventuell auskünfte über den damaligen Zustand geben kann.

Ich sehe die Chance zwar als gering an dass ich jemanden hier finde ,aber ich versuche alles um meiner Mutter in dieser Notsituation zu helfen. Sie hat ihr lebenlang als Krankenschwester gearbeitet und hat dieses Objekt als ihren Altersruhestandssitz nutzen wollen.

Mit freundlichen Grüßen aus Koblenz

Stephan

P.S.: Schon mal danke an alle aktiven User hier, ich habe bereits jetzt schon viel gelernt von euch. Ich hoffe dass ich mich mal revanchieren kann.



Was genau ...



.. ist denn Ihre Frage zum Objekt?

1.) Ist es überteuert gekauft worden und Sie wollen den Verkäufer/Makler auf Schadensersatz verklagen? Suchen also einen ö.b.u.v. Bausachverständigen für Immobilienbewertungen, der Ihnen dies genau berechnet und dessen Gutachten vor Gericht genutzt werden kann.

2.) Oder geht´s "nur" um eien massiven Schädlingbefall bei ansonsten guter Grundsubstanz? Also um einen recht genau einzugrenzenden Schadensfall.

3.) Oder suchen Sie jemanden für die fachkundige Sanierungsplanung eines Fachwerhauses in schlechtem/sehr schlechtem Erhaltungszustand, der die Substanz begutachtet, eine Sanierunsplanung erstellt und den Kostenrahmen benennen kann?

In letzterem Falle kann ich Ihnen meine Beratung + Planung anbieten. In habe öfter im Kreis Mayen-Koblenz zu tun. Im Augenblick erstelle ich z.B. 2 Sanierungsgutachten für regionaltypische Altbauten im Auftrag der HWK Koblenz bzw. des BEN Mittelrhein/Koblenz. U. a. für 2 Häuser in Kruft bzw. Kobern-Gondorf, wo ich gerade heute die Bauaufnahme durchgeführt habe.

Wenn Sie Beratungsbedarf haben zu Punkt 3.), können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen.





... es geht um die Bausubstanz.
Mir als Handwerker sind dort einige Mängel aufgefallen die folgeschäden mit sich getragen haben und ich habe die Befürchtung das dort erheblicher Sanierungsbedarf besteht mit wirklich allem drum und dran sozusagen.Wie erheblich dies ausfällt wird jetzt erst von einem Fachmann geklärt, das traue ich mir nicht zu zu beurteilen. Wie das weiter geht klärt sich Ende der Woche. Bei Bedarf werde ich mich mit Ihnen in Verbindung setzen, das hängt Momentan etwas in der Luft.

Meine Frage hier zielt eher darauf ab ob hier sich jemand schon mal das Haus angeschaut hat und die Verkäufer evtl. schon auf die von mir vermuteten Langzeitschäden in Kenntnis gesetzt hat.



Sanierungskosten



Hier würde ich Ihnen zu einer detaillierten Bauaufnahme raten, mit Begutachtung der Bausubstanz und Schadenskartierung. Dann kann auch über den eventuell notwendigen Einsatz von Sonderfachleuten wie z.B. einem Holz- und BAutenschützer, entschieden werden.

Eine Bauaufnahme mit Schadensanalyse, Sanierungsplanung + Kostenschätzung ist eine recht komplexe Angelegenheit. Es lohnt sich aber in jedem Fall, hier Zeit und auch Geld zu investieren und sehr überlegt, planmäßig und vorausschauend vorzugehen.

Insbesondere auch dann, wenn der Finanzrahmen eng gesteckt ist, kann man nur mit einer sehr sorgfältigen Vorplanung kostenbewusst sanieren.



... sanierungskosten ...



Der Holz- und Bautenschutzgutachter hat heute meine Befürchtung leider bestätigt. Auf enorme Sanierungskosten ist meine Mutter vorgewarnt. Jetzt werden erst alle rechtlichen Grundlagen geklärt bevor man über einen Sanierungsplan nachdenkt.

Sehr schade um das schöne, alte, einst massive Eichenfachwerk. Sehr schade dass so viele Menschen ohne Sinn und Verstand renovieren/restaurieren und damit Kontraproduktiv handeln.

Irgendwie bin ich mitlerweile sehr fasziniert von einem Fachwerkhaus nachdem ich mich mit der Materie genauer beschäftigt habe. Das hat einfach Persönlichkeit und Charme.

Ich gebe die Hoffnung dennoch nicht auf dass sich hier evtl. jemand noch meldet der dieses Objekt einmal besichtigt hat.

Ich wünsche allen ein schöneres Wochenende



Es heißt nicht umsonst,



"gekauft wie gesehen". Deswegen plädiere ich gegenüber meinen Kunden immer dafür, die Substanz vor dem Kauf untersuchen zu lassen. Aber ich weiß, dieser gute Ratschlag nützt jetzt auch nichts mehr. Man kann den Kauf nur beanstanden, wenn man dem Verkäufer nachweist, dass er Schäden bewusst verschwiegen, also arglistig getäuscht hat und das ist ziemlich schwierig.



Nichtwissen oder Vertuschen



Wenn der Kunde oder Käufer direkt nachfragt, was für Schäden am Haus festgestellt wurden und oder Schäden bekannt sind muss der Verkäufer UND ODER der Makler nach seinem Wissen richtig antworten … 
an sonsten ist es eine arglistige Täuschung …

Die Beweisführung ist zwar schwierig aber könnte durch die Frage falls diese "gesucht - gefunden" beantwortet würde einen positiven Ausgang für die Käuferin haben.

Fall jemand den Verkäufer oder den Makler z.B. in Kenntnis gesetzt hätte, dass z.B. Hausschwamm vorhanden ist etc. müssen diese auf Nachfrage beantworten.

Leider weiss ich aus Erfahrung, dass viele Käufer(innen) zu oft zu "verliebt" oder zu so "bauchgefühlig" zu solchen Käufen hinreissen lassen …anstatt für 1-2 TSD Euro Kosten sich Klarheit zu verschaffen … dies vermeintliche Ersparte Geld wird bei Nichtausgabe wie hier anscheinend Tatsache zum Bumerang für den Käufer …

Da hier viele "Nur-Leser" auch dabei sind ist es sehr gut, dass so eine Problematik immer wieder aufgearbeitet wird und auch sensible zukünftige Hauskäuferwoller zur Vorsicht gemahnt werden …

Man kann nämlich GLÜCK und allerdings auch PECH haben …

Florian Kurz



...wie schon geschrieben ...



es ist bereits zu spät. Mal sehen was jetzt alles in allem dabei raus kommt.

Der verliebte Blick meiner Mutter hat eben den Blick für das wesentliche getrübt. Ich bin mir sicher dass dies schon einigen mit einem Fachwerkhaus passiert ist. Ein Handwerker mit meinem Blick hätte da die Finger von gelassen.

Wenn ihr wollt schreibe ich euch mal wie das im Endeffekt ausgeht aber das kann dauern. Bei den Bildern die ich gemacht habe läuft es aber vielen hier dann kalt den Rücken runter. Ganz klassische Beispiele von Ursache und Wirkung.

Und JA ... ich hoffe dass hier manche "Nur-Leser" gemahnt sind wie es vorher beschrieben ist. Dieses Objekt fachgerecht wieder zu sanieren... wird unsummen kosten.

Falls sich doch noch jemand hierauf meldet werde ich mich freuen, ansonsten muss ich jetzt erst mal die Mühlen mahlen lassen bevor ich dazu mehr sagen kann.