Planung EFH: Bodenplatte / Fußbodenaufbau




Hallo zusammen,

wir sind grade dabei die Feinplanung für unseren Neubau zu erstellen. (Monolitische Bauweise, mit Porenbeton 37,5, Satteldach, 2 Volletagen, ca 160qm Wohnfläche).

Wir gründen auf Bodenplatte 20cm und bauen nach der aktuell gültigen EnEv (Ohne spezielle KFW-Förderung). Der Boden im Bereich des Baufeldes mus zu bis zu einer Tiefe von ca. 80cm ausgetauscht werden, da sich an einigen Stellen nicht tragfähiger Torf befindet.

Wie ist aus Eurer Sicht ein sinnvoller Aufbau der Gründungsschicht incl. Fußoden und Abdichtung gegen Feuchtigkeit?


Unter der Bodenplatte:

- Verdichtungsfähiger Boden - 70cm
- Glasschotter - 10cm
- Bodenplatte aus WU-Beton - 20cm
- Schutzt gegen aufsteigende Feuchtigkeit bspw. Bitumenbahn (Kann entfallen weil WU-Beton verwendet wurde?)

Fußbodenaufbau auf der Bodenplatte - 20cm
- Dämmung 10cm
- Träger Fußbodenheizung 3cm
- Zementestrich 7 cm

Darüber hinaus gibt es umlaufend unter der Bodenplatte noch eine Frostschürze

Seitlich würde die Bodenplatte mit einer Dichtschlämme und einer Noppenbahn gegen Feuchtigkeit geschützt werden

Danke für Eure Ergänzungen / Anmerkungen

Thomas



Neubau EFH



Ich empfehle Ihnen die Planung Ihres Hauses jemanden zu überlassen der davon Ahnung hat:
Einem Bauingenieur oder einem Architekten.
Für so etwas braucht man Fachkenntnisse, die gibt es nicht aus dem Internet.

Da Sie mir wahrscheinlich nicht glauben werden muß ich einige Beispiele anführen:
- Gründung als 20 cm Bodenplatte
Für ein zweigeschossiges Haus als Flächengründung viel zu schwach
- Abdichtung mit 20 cm WU- Beton
Für Ortbeton zu dünn um die Kriterien als WU- Beton zu erfüllen.
- 10 cm Schaumglasschotter überflüssig und kontraproduktiv. Wenn dann gleich 40 cm oder mehr, das wird aber teuer.
Für eine Flächengründung aus Stahlbeton fehlt eine Sauberkeitsschicht.
- Frostschutzschürze
Bei 70 cm Bodenaustausch überflüssig da frostsicheres Material verbaut wird
- Zementestrich 7 cm
zu dick
- Noppenbahn
als Anfüllschutz unbrauchbar.
Es fehlen konstruktive Maßnahmen gegen die Wärmebrücke an der Gründungsplatte.





Danke für die Antwort. Statik und Ausführungsplanung steht ja noch an. Das wollen wir auch von einem Experten erstellen lassen.

Wir haben die Genehemigungsplanung in einem Planungsbüro erstellen lassen, in dem Statiker und Architekten zusammenarbeiten. In der Genehmigungsplanung ist die Bodenplatte zunächst mit 20cm und der Fußbodenaufbau ebenfalls mit 20cm eingetragen. Der Statiker aus dem Büro hatte im Rahmen der Genehmigungsplanung auch grob drübergeschaut und meinte 20cm müsste reichen (mit entsprechenden Armierungen)


Zum Verständnis: Unser Haus hat eine Grundfläche von ca 100qm. Was sind denn da so aus Ihrer Erfahrung gängige Werte für die Dicke einer Bodenplatte die als Flächen/Plattengründung genutzt wird?



Gründungsplatte



Ich bin kein Hellseher, die Dimensionen einer Gründungsplatte hängen von den Linienlasten und der Tragfähigkeit des Baugrundes ab.
Genaueres dazu steht in der DIN 4018, Eurocode 7 und der DIN 1054.
Gefühlt sind 20 cm zu wenig; wenn ich die Sicherheitsradien für die Betondeckung ohne Sauberkeitsschicht abziehe bleibt für den Abstand zwischen unterer und oberer Bewehrungslage nicht mehr viel übrig. Da sind die Expositionsklassen und die Rissbreitenminimierung noch nicht mal mit berücksichtigt.
Zur eigentlichen Frage, hätte ich fast vergessen:
Üblich sind Plattendicken zwischen 30 und 40 Zentimetern.
Ein Rechenbeispiel aus dem Fachbuch "Grundbau in Beispielen Teil 2 nach Handbuch Eurocode 7" geht bei der Berechnung der Momentenfläche einer Gründungsplatte mit einer Breite von 11,7 Metern von einer Plattendicke von 65 Zentimetern aus.



Neubau-Fundament und Dämmung


Neubau-Fundament und Dämmung

Bei unklaren, schwierigen Bodenverhältnissen Bodengutachten beauftragen. Davon abhängig den weiteren Aufbau wählen.

Bei versickerungsfähigem, frostsicherem Unterbau sollten Frostschürzen unnötig sein und erschweren den wärmebrückenfreien Aufbau.
Bei Schaumglasdämmung zB wie auf dem Foto gründen, lagenweise verdichten, seitlich über die Bodenplatte überstehend aufbringen und in umgeschlagenem Geotextil mit Erde umgeben.

Alternativ zur Flächengründung nur Streifenfundament vorsehen.
Einfache Konstruktionsvorschläge zum Bodenaufbau siehe bei Glasschaumschotter-Herstellern oder in meinen Bildern.
Gegen Wärmebrücken zB Dämmsteine als erste Mauerlage verwenden.

WU-Beton ist bei entsprechender Betonauswahl und Armierung wasserdicht und benötigt keine weiteren Abdichtungen.

Nur aus den inneren ca 7 cm der Bodenplatte diffundiert das im Beton enthaltene freie Wasser bis zum Erreichen der Ausgleichsfeuchtigkeit (was allerdings auch mehrere Jahre dauern kann).

Die Bodenplatte sollte mind. 25-30 cm dick sein (wenn’s um reine Wasserdichtigkeit geht soll WU-Beton diese ab 20 cm erfüllen), selbst unser Betonpool wurde bei 15 m Länge in 30 cm Stärke (auf verdichtetem) Frostkoffer hergestellt.

Einen Neubau würde ich nicht nach ENEV- Mindestanforderung bauen sondern mind. in Passivhausstandard.
Der Mehraufwand ist überschaubar (zB Steine mit Perlite füllen),
jedoch wird dadurch ein günstigeres, wirtschaftlicheres Heizsystem ermöglicht und das Gebäude bleibt auch bei Heizungsaufall länger warm.

Ob der Wandaufbau monolithisch erfolgt oder mit 17 er oder 24 Ziegelwänden und Stegträgern/Zellulose-, Holzfaser-, Hanfdämmung hängt von der Gesamtkonstruktion ab.

Bei außen aufgebrachten Stegträgern mit Zellulose können Wärmebrücken ausgeschlossen und Fenster ganz außen in der Dämmebene montiert werden bei gleichzeitiger Blendrahmenüberdämmung.

Statt Fußbodenheizung mit Estrich ist Wandheizung möglich und zB Holzdielen-Fußboden mit besserer Dämmmöglichkeit und niedrigerer Aufbauhöhe.
Schreibe doch was euer Planer zu den Beiträgen sagt.

Andreas Teich





Hi. Vielen Dank erstmal.

Also der Statiker meint, er hat schon so viel Fehlerbilder gesehen, wenn man das ohne Frostschürze macht. Jahre später wird seitlich am Haus bspw. aus irgendwelchen Gründen ein Aushub gemacht und damit die seitlich überstehende Schicht aus Frotsschutzkies entfernt. Daher rät er trotz Bodenaustausch zu einer umlaufenden Frostschürze (Aus Beton).

Muss ich mir überlegen, ob ich dann aus Gründen der Einfachheit dann doch statt der Fundamentplatte ein Streifenfundament nehme, dass gleichzeitig als Fundament und Frostschürze dient.

Hier mal der Auszug für Gründung auf Streifenfundament aus dem Bodengutachten

https://picload.org/view/ddggaica/unbenannt.png.html


Für Gründung auf eine Fundamentplatte wird zur Vorbemessung eine Bettungsziffer von K s = 20 MN/m3 angegeben,

Aber ich dachte immer, das man mit einer Fundamentplatte Setzungsrissen besser vorbeugen kann.

Viele Grüße



Gründung



Bodenplatten werden überhaupt erst seit einigen Jahrzehnten verwendet.
Davor wurden alle Gebäude ohne gebaut, ohne dass sie Risse bekamen.
Bodenplatten haben sicher Vorteile, wenn mehrere Innenwände vorgesehen sind, die dann kein Streifenfundament benötigen.

Streifenfundament UND Bodenplatte ist doppelt gemoppelt-
wenn immer so gebaut würde, dass zukünftige Baufehler schadensfrei bleiben wäre das Bauen kaum bezahlbar.

Zudem sieht man doch sofort beim seitlichen Abgraben,
ob ein Streifenfundament vorhanden ist oder nicht.

Zumindest würde ich den Statiker fragen, ob die Bodenplatte nicht dünner ausgeführt werden kann, wenn die Streifenfundamente die Gebäudelast tragen.

Vielfach leichter und ohne jede Rißgefahr, mit besseren Dämmmöglichkeiten und mit geringen Ansprüchen an das Fundament wäre ohnehin zB ein Holzbau aus CLT, evt mit Stegträgern und Zellulos als Außendämmung.

Andreas Teich